1,7 Millionen Euro für Deepfake-Erkennung von Neuramancer
Das KI-Startup Neuramancer AI Solutions GmbH hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 1,7 Millionen Euro abgeschlossen. Erstmals beteiligt sich dabei Bayern Kapital, die Venture- und Growth-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern, über den Innovationsfonds Innovationsfonds EFRE II.
Neben Bayern Kapital beteiligten sich mehrere Investoren an der Runde. Das Kapital soll insbesondere in die Weiterentwicklung der Technologieplattform sowie in Kommerzialisierung und Markteintritt fließen.
Investoren setzen auf wachsendes Deepfake-Risiko
Die Finanzierungsrunde wird von Vanagon Ventures als Lead-Investor angeführt. Weitere Kapitalgeber sind:
- Bayern Kapital
- Vanagon Ventures
- ZOHO.VC
- Lightfield Equity
- mehrere Business Angels
Der zunehmende Einsatz von Künstliche Intelligenz und Large Language Models führt dazu, dass manipulierte Inhalte immer leichter erstellt werden können. Bilder, Videos oder Dokumente lassen sich inzwischen oft per Knopfdruck verändern oder vollständig generieren.
KI-Plattform erkennt manipulierte Bilder und Videos
Genau hier setzt die Technologie von Neuramancer an. Das Unternehmen entwickelt eine Plattform, die Deepfakes und manipulierte Medien zuverlässig erkennen soll.
Die Tech basiert auf einer von Mitgründer Anatol Maier an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entwickelten Methodik. Statt Inhalte direkt zu analysieren, untersucht das System statistische Artefakte im Bild- und Videorauschen und kombiniert diese Analyse mit probabilistischen KI-Verfahren.
Ein zentrales Merkmal der Plattform ist laut Unternehmen ihre Unabhängigkeit von Black-Box-Modellen großer KI-Anbieter. Die Technologie basiert vollständig auf proprietären Algorithmen und liefert mathematisch nachvollziehbare Begründungen dafür, warum eine Datei als manipuliert erkannt wird. Dadurch soll auch die Zahl falscher Alarme besonders niedrig bleiben.
Versicherungsbranche als erster Zielmarkt
In einem ersten Schritt will Neuramancer seine Plattform vor allem in der Versicherungsbranche einsetzen. Versicherer stehen zunehmend vor dem Problem, dass Schadensmeldungen durch manipulierte Bilder oder Dokumente gefälscht werden.
Bereits heute kann das Startup nach eigenen Angaben erste Pilotkunden aus diesem Bereich vorweisen. Zusätzlich wurde ein Pilotprojekt im Bereich Nachrichtenmedien gestartet, um auch dort Deepfake-Inhalte erkennen zu können.
Zur Unterstützung der Markteinführung wurde zudem Martin Sondenheimer als Chief Commercial Officer in das Führungsteam aufgenommen. Er bringt Erfahrung aus früheren Tätigkeiten unter anderem bei Munich Re und Allianz mit.
Investoren sehen wachsenden Markt
Laut Monika Steger, Geschäftsführerin von Bayern Kapital, entwickeln sich Deepfakes und KI-manipulierte Inhalte zunehmend zu einem realen wirtschaftlichen Risiko für Unternehmen.
Die Technologie von Neuramancer könne Firmen dabei unterstützen, solche Inhalte zuverlässig zu erkennen. Angesichts der rasanten Entwicklung von KI werde diese Fähigkeit künftig für viele Branchen unverzichtbar.
Mit seiner spezialisierten Technologie habe sich das Startup damit in einem schnell wachsenden Markt positioniert und sei deshalb eine interessante Beteiligung für den Venture-Investor.

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