4,6 Millionen Euro für Rift
Das französische Deep-Tech-Startup Rift hat eine Finanzierungsrunde über 4,6 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde vom US-Investor AlleyCorp, beteiligt ist zudem der französische Fonds OVNI Capital. Mit dem Kapital will das Unternehmen den Ausbau seines Echtzeit-Luftaufklärungsnetzwerks vorantreiben, das insbesondere dem Schutz kritischer Infrastruktur, nationaler Territorien und der zivilen Bevölkerung dienen soll.
Ein globales Netzwerk für visuelle Echtzeit-Daten
Rift entwickelt ein dezentrales System autonomer Drohnen, das eine kontinuierliche visuelle Überwachung in Echtzeit ermöglicht. Die Plattform soll in sensiblen Bereichen eingesetzt werden, wie etwa bei der maritimen Überwachung, beim Erkennen von Waldbränden, bei Notfalleinsätzen oder beim Monitoring von Pipelines, Stromleitungen und Bahnstrecken.
Basis dafür ist eine Full-Stack-Technologie, bestehend aus VTOL-Drohnen, autonomen Startstationen und der proprietären Software RiftOS, die vollständig ferngesteuerte Operationen ohne Personal vor Ort ermöglicht.
Steigender Bedarf durch geopolitische und klimatische Risiken
Die Bedeutung zuverlässiger Luftaufklärung wächst. Geopolitische Spannungen sowie klimainduzierte Risiken wie Waldbrände oder Extremwetterereignisse erhöhen die Anforderungen an die Überwachung kritischer Gebiete. Traditionelle Lösungen wie Hubschrauber oder bemannte Flugeinsätze sind jedoch teuer und personalintensiv.
Rift positioniert sich hier als wirtschaftliche Alternative. Das Modell Surveillance-as-a-Service soll einen flexiblen und kosteneffizienten Zugang zu Überwachungskapazitäten bieten, ohne dass Infrastrukturbetreiber oder Behörden hohe Anfangsinvestitionen tätigen müssen. Zugleich bleiben die erhobenen Daten gemäß Unternehmensangaben unter souveräner Kontrolle der Auftraggeber.
Breites Einsatzspektrum und zentrale Steuerung
Die Drohnenplattform wird bereits für unterschiedliche Szenarien erprobt, darunter:
- Frühzeitige Erkennung von Waldbränden
- Analyse von Verkehrsunfällen
- Überwachung von Grenzen
- Kontrolle von Pipelines und Energieinfrastruktur
Durch die Kombination aus Fluggerät, Stationen und Software können Einsätze zentral von einem Standort in Frankreich aus gesteuert werden. Der Ansatz soll die Kosten gegenüber herkömmlichen Methoden deutlich reduzieren und den Bedarf an Teams im Feld verringern.
Regulatorischer Vorsprung durch enge Zusammenarbeit mit Behörden
Rift arbeitet nach eigenen Angaben eng mit der französischen Luftfahrtbehörde DGAC und europäischen Institutionen zusammen, um langfristige und länderübergreifende BVLOS-Operationen (Beyond Visual Line of Sight) zu ermöglichen. Dies gilt als entscheidende Voraussetzung für einen europaweiten Einsatz autonomer Drohnensysteme.
Ausbau der Produktion und Entwicklung autonomer Einsatzzyklen
Mit der neuen Finanzierung plant Rift den Hochlauf der Produktion seiner autonomen Drohnenstationen. Die Stationen in Containergröße können mehrere Drohnen aufnehmen, die im Schichtbetrieb eine kontinuierliche 24/7-Überwachung gewährleisten.
Parallel dazu arbeitet das Unternehmen an einer KI-gestützten Automatisierung der gesamten Einsatzkette, von der Planung bis zur Berichterstellung. Bis 2027 sollen Missionen vollständig ohne menschliche Eingriffe ablaufen können.
Europäische Expansion und Personalaufbau geplant
Mittelfristig bereitet Rift die Ausweitung seines Netzwerks auf besonders sensible europäische Regionen vor. Dazu zählen Grenzgebiete sowie Bereiche mit erhöhtem Risiko für Sabotage oder sicherheitsrelevante Vorfälle.
Das Unternehmen will seine Belegschaft bis Ende 2026 verdoppeln und verstärkt in Bereiche wie Forschung und Entwicklung, Datenanalyse, Zertifizierung und Produktion investieren. Erste Pilotprojekte mit staatlichen und industriellen Partnern sind bereits gestartet.

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