Agaton erhält 9 Millionen US-Dollar
Das schwedische KI-Startup Agaton hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 9 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Ziel ist es, seine agentische Voice-KI-Plattform weiter auszubauen, die Kundengespräche großer Unternehmen automatisiert analysiert und daraus konkrete Umsatzpotenziale ableitet.
Fokus auf Go-to-Market, Produktentwicklung und internationale Expansion
Die Finanzierungsrunde wurde von Inception Fund und Alstin Capital angeführt, weitere Investoren beteiligten sich ebenfalls. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine Go-to-Market-Strategie beschleunigen, die Voice-AI-Technologie ausbauen und seine Produktentwicklung vorantreiben.
Zudem plant das Startup, seine Teamgröße innerhalb eines Jahres mehr als zu verdoppeln und zusätzliche internationale Standorte aufzubauen.
KI verwandelt Millionen Gespräche in verwertbare Vertriebsdaten
Die Plattform analysiert große Mengen unstrukturierter Daten aus Kunden- und Verkaufsgesprächen. Neben Inhalten erkennt die Technologie auch Stimmungen, Gesprächsdynamiken und unausgesprochene Kaufsignale.
Auf dieser Basis identifiziert die Software automatisch Verkaufschancen, unterstützt Vertriebsteams mit konkreten Handlungsempfehlungen und hilft Unternehmen, Entscheidungen stärker datenbasiert zu treffen.
Deutliche Effizienz- und Umsatzgewinne bei ersten Kunden
Bereits heute wird die Lösung von großen nordischen Unternehmen eingesetzt, darunter Telenor und Telia, sowie in der Zusammenarbeit mit dem globalen BPO-Anbieter Foundever.
Nach Unternehmensangaben wurden bislang mehr als 4 Millionen Kundencalls analysiert.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen einige Effekte:
- Verdopplung der Abschlussquoten bei Top-Performern im Vertrieb
- Bis zu 80 % geringerer Aufwand in der Qualitätsprüfung
- Zusätzliche Umsatzpotenziale durch systematisches „Revenue Mining“
- Siebenfaches Umsatzwachstum im ersten Jahr
Alternative zu klassischen Gesprächsanalyse-Tools
Im Unterschied zu traditionellen Lösungen, die Gespräche vor allem dokumentieren, versteht die Plattform Kommunikation kontextuell und liefert KI-gestütztes Coaching sowie automatisierte Qualitätssicherung. Dadurch sollen Best Practices erfolgreicher Vertriebsmitarbeiter auf ganze Teams übertragbar werden.
KI als "Co-Worker" statt Ersatz
Die Software ist für hybride Arbeitsmodelle konzipiert, in denen menschliche Teams und KI-Agenten zusammenarbeiten. Unternehmen behalten dabei die vollständige Datenhoheit; Kundendaten werden laut Anbieter weder gespeichert noch weiterverkauft.
Der Ansatz: Alltägliche Gespräche werden zu strategischen Erkenntnissen, die direkt in Vertriebs-, Produkt- und Preisentscheidungen einfließen.
CEO Andreas Kullberg sieht darin einen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen: Erfolgreich seien künftig nicht die größten Sales-Organisationen, sondern jene, die KI gezielt zur Verstärkung ihrer Teams einsetzen.

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