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Amatera sichert 6 Mio. € Seed

Von Kaffee und Wein zu Grundnahrungsmitteln. Amatera will Pflanzenentwicklung bis zu zehnmal günstiger machen mit Robotik, KI und Zellbiologie.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Paris, 05. März 2026

Das 2022 gegründete Pariser Biotechnologieunternehmen Amatera hat eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 6 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wurde gemeinsam von Demea Sustainable Investment (ehemals Demeter) und Oyster Bay Venture Capital angeführt. Zudem beteiligten sich die bestehenden Investoren PINC, Mudcake und Exceptional Ventures.

Mit dem frischen Kapital will Amatera die Entwicklung klimaresistenter Pflanzen beschleunigen und seine Technologieplattform weiter industrialisieren.

Zelluläre Analyse trifft Robotik und KI

Eine der größten Herausforderungen in der Pflanzenzüchtung ist der langwierige und kostenintensive Prozess der Entwicklung und Validierung neuer Sorten. Genau hier setzt Amatera an: Die firmeneigene Plattform kombiniert fortschrittliche Pflanzenzellbiologie mit Robotik und künstlicher Intelligenz, um leistungsstarke Eigenschaften bereits auf zellulärer Ebene zu identifizieren und vorherzusagen.

Laut Unternehmen ist der Prozess dadurch bis zu doppelt so schnell und zehnmal kosteneffizienter wie gängige Branchenstandards. Durch die frühzeitige Identifikation natürlicher zellulärer Variation können nicht-GVO-Sorten schneller entwickelt und bewertet werden.

Fokus auf Kaffee und Weinreben

Zunächst konzentrierte sich Amatera auf die Entwicklung eigener Sorten von Weinreben und Kaffeepflanzen. Ziel ist es, mehrjährige Kulturpflanzen widerstandsfähiger gegenüber Klimastress und Krankheiten zu machen.

Im Bereich Kaffee arbeitet das Unternehmen an Sorten, die höhere Temperaturen und stärkeren Pathogendruck tolerieren und gleichzeitig Premium-Geschmacksprofile erhalten. Bei Weinreben steht die Entwicklung krankheitsresistenter Varianten im Vordergrund, um den Einsatz chemischer Mittel zu reduzieren und die langfristige Stabilität bedeutender Weinregionen zu sichern.

CEO und Mitgründer Omar Dekkiche betont, dass die konventionelle Züchtung neuer Kaffee- oder Rebsorten mehr als 20 Jahre dauern und Millionenbeträge verschlingen kann. Amatera wolle diesen Zeitraum drastisch verkürzen und damit der Geschwindigkeit des Klimawandels technologisch begegnen.

Expansion auf einjährige Kulturpflanzen

Mit dem neuen Kapital plant Amatera nun die Ausweitung seiner Plattform auf einjährige Kulturpflanzen, darunter Gemüse- und Reihenfrüchte. Gleichzeitig sollen die Automatisierung weiter skaliert und die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten ausgebaut werden.

CTO und Mitgründerin Lucie Kriegshauser sieht darin den nächsten logischen Schritt: Die Technologie solle künftig nicht nur Spezialkulturen wie Kaffee und Wein, sondern auch Grundnahrungsmittel adressieren, die weltweit zur Ernährungssicherung beitragen.

Parallel baut Amatera strategische Partnerschaften mit Saatgut-, Agrar- und Lebensmittelunternehmen auf. Ziel ist es, die zelluläre Screening-Plattform in bestehende kommerzielle Züchtungsprogramme zu integrieren, Entwicklungszeiten zu verkürzen und Durchsatz sowie Effizienz zu steigern.

Technologie für mehr Resilienz in der Landwirtschaft

Durch die Automatisierung arbeitsintensiver Prozesse wie Pflanzenregeneration, Gewebekultur und Screening will Amatera Züchtungsfortschritte über klassische und moderne Technologien hinweg beschleunigen – darunter Gen-Editing, Mutationszüchtung und doppelte Haploiden.

Die Investoren sehen in der Plattform eine skalierbare, nicht-GVO- und kosteneffiziente Lösung für eine der zentralen Herausforderungen der globalen Landwirtschaft: Klimaresilienz. Mit der aktuellen Finanzierungsrunde positioniert sich Amatera als Technologieanbieter für die nächste Generation der Pflanzenzucht.


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