neues mRNA-Startup in Planung

BioNTech-Gründer verlassen das Unternehmen

Die BioNTech-Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci planen ein neues mRNA-Unternehmen. BioNTech sucht bereits nach einer neuen Führung. Sorgenvolle Blicke in Mainz und Marburg.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Mainz, 10. März 2026

Beim Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech steht ein bedeutender Führungswechsel bevor: Die beiden Mitgründer Uğur Şahin und Özlem Türeci planen, ein neues eigenständiges Unternehmen zu gründen, das sich auf mRNA-Innovationen der nächsten Generation konzentrieren soll.

Der Wechsel soll bis Ende 2026 erfolgen, nachdem die aktuellen Dienstverträge der beiden auslaufen. Der Aufsichtsrat von BioNTech hat bereits mit der Suche nach geeigneten Nachfolgerinnen oder Nachfolgern für die Führung des Unternehmens begonnen.

Neues Unternehmen für mRNA-Innovationen

Das geplante neue Unternehmen soll sich gezielt auf die Entwicklung neuer mRNA-Technologien konzentrieren. BioNTech plant, bestimmte Rechte und Technologien aus dem eigenen Portfolio in das neue Unternehmen einzubringen.

Ziel ist es, die Entwicklung potenziell disruptiver mRNA-Anwendungen schneller voranzutreiben. Beide Unternehmen sollen künftig unterschiedliche strategische Prioritäten verfolgen, gleichzeitig aber voneinander profitieren. Mit diesem Schritt wolle BioNTech den Wert für Patientinnen und Patienten sowie für Aktionärinnen und Aktionäre langfristig steigern.

BioNTech setzt weiter auf Onkologie

Während die Gründer den Aufbau eines neuen Unternehmens vorbereiten, konzentriert sich BioNTech weiterhin stark auf seine Onkologie-Pipeline. Für das Jahr 2026 erwartet das Unternehmen mehrere wichtige klinische Meilensteine, darunter sechs Datenveröffentlichungen aus späten klinischen Entwicklungsphasen.

Zu den zentralen Programmen gehören:

  • Immunmodulatoren wie der PD-L1/VEGF-A-bispezifische Kandidat Pumitamig, der gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt wird
  • mehrere Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs)
  • verschiedene mRNA-basierte Krebsimmuntherapien

Allein für Pumitamig sollen bis Ende des Jahres acht globale Phase-3-Studien laufen.

Umsatz sinkt durch schwächere Covid-Impfstoffnachfrage

Finanziell spürt BioNTech weiterhin den Rückgang der Nachfrage nach COVID-19-Impfstoffen.

Für das Geschäftsjahr 2025 meldete das Unternehmen:

  • 2,87 Milliarden Euro Umsatz
  • 1,14 Milliarden Euro Nettoverlust

Im Vergleich zum Vorjahr ging der Umsatz im vierten Quartal deutlich zurück. Hauptgrund ist der geringere Absatz von COVID-19-Impfstoffen.

Gleichzeitig investiert BioNTech weiterhin massiv in Forschung und Entwicklung. 2025 lagen die F&E-Ausgaben bei rund 2,1 Milliarden Euro.

Milliardenreserve sichert langfristige Strategie

Trotz der aktuellen Verluste verfügt BioNTech weiterhin über eine sehr starke Kapitalbasis.

Zum Jahresende 2025 verfügte das Unternehmen über 17,2 Milliarden Euro an liquiden Mitteln und Wertpapieren. Diese Finanzreserve soll die Entwicklung neuer Therapien und mögliche Produktzulassungen in den kommenden Jahren absichern.

Für 2026 rechnet BioNTech mit:

  • 2,0 bis 2,3 Milliarden Euro Umsatz
  • 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro F&E-Ausgaben

Börsen reagieren entsetzt

Der geplante Ausstieg der beiden Gründer markiert eine der größten strukturellen Veränderungen in der Geschichte von BioNTech. Şahin und Türeci gründeten das Unternehmen 2008 und führten es zu weltweiter Bekanntheit, insbesondere durch die Entwicklung eines der ersten mRNA-basierten COVID-19-Impfstoffe gemeinsam mit Pfizer.

Nach Bekanntgabe der Nachricht stürzte die BioNTech-Aktie von fast 90 € auf unter 70 € ab und verlor über 20% ihres Börsenwerts. Auch blickt man mit großer Sorge in den Standorten Mainz und Marburg auf die veröffentlichten Zahlen. In Marburg ist ein Stellenabbau von über 300 Arbeitsplätzen bei BioNTech bekannt. Aktuell über alle Hersteller hinweg verliert Marburg 1500 Pharmastellen. Die verkündeten Zahlen BioNTechs und der Rückzug der Gründer stellen die in finanzielle Schieflage geratene Universitätsstadt vor weitere Herausforderungen.


Like it? Please spread the word:


Newsletter

Startups, Geschichten und Statistiken aus dem deutschen Startup-Ökosystem direkt in deinen Posteingang. Abonnieren mit 2 Klicks. Noice.

LinkedIn Connect

FYI: English edition available

Hello my friend, have you been stranded on the German edition of Startbase? At least your browser tells us, that you do not speak German - so maybe you would like to switch to the English edition instead?

Go to English edition

FYI: Deutsche Edition verfügbar

Hallo mein Freund, du befindest dich auf der Englischen Edition der Startbase und laut deinem Browser sprichst du eigentlich auch Deutsch. Magst du die Sprache wechseln?

Deutsche Edition öffnen

Ähnliche Beiträge