Deep Space Energy sichert sich €930K Pre-Seed für Energieversorgung im All und auf dem Mond
Das lettische SpaceTech-Startup Deep Space Energy hat eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von insgesamt 930.000 Euro abgeschlossen. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine neuartige Energieversorgungstechnologie zur Einsatzreife bringen, die sowohl für Satelliteninfrastruktur als auch für künftige Mondmissionen genutzt werden soll. Ziel ist es, Europas technologische Unabhängigkeit im strategisch wichtigen Weltraum- und Verteidigungssektor zu stärken.
Mischung aus Venture Capital und institutioneller Förderung
Die Finanzierung kombiniert privates Risikokapital mit öffentlichen Fördermitteln und Entwicklungsverträgen. Dadurch erhält das Unternehmen sowohl finanzielle Mittel als auch Zugang zu relevanten Raumfahrt- und Verteidigungsprogrammen.
- 350.000 Euro Eigenkapital, angeführt vom Outlast Fund sowie Angel-Investor Linas Sargautis (Mitgründer von NanoAvionics)
- 580.000 Euro aus öffentlichen Verträgen und Förderungen, unter anderem von der European Space Agency (ESA), NATO DIANA und der lettischen Regierung
Die Mittel fließen primär in die technische Weiterentwicklung des Generators, Tests unter realitätsnahen Bedingungen sowie die Vorbereitung der Kommerzialisierung.
Energie aus radioisotopen Materialien
Deep Space Energy entwickelt einen Stromgenerator, der auf Radioisotopen basiert. Das sind Materialien, die bei ihrem natürlichen Zerfall kontinuierlich Wärme erzeugen. Diese Wärme wird anschließend in elektrische Energie umgewandelt. Das Prinzip ist in der Raumfahrt zwar bekannt, das Unternehmen verfolgt jedoch einen effizienteren Ansatz als klassische thermoelektrische Generatoren (RTGs).
Nach Angaben des Startups benötigt die eigene Lösung bis zu fünfmal weniger radioisotopes Material, um vergleichbare Leistung zu erzielen. Dadurch könnten Gewicht, Kosten und Skalierungsbarrieren für Raumfahrtmissionen deutlich reduziert werden.
Fokus auf resiliente Satelliteninfrastruktur
Kurzfristig richtet sich die Technologie auf sicherheitskritische Satelliten in mittleren und hohen Erdorbits. Diese übernehmen zentrale Aufgaben moderner Sicherheitsarchitekturen, etwa Erdbeobachtung, Signalaufklärung oder Frühwarnsysteme. Da herkömmliche Satelliten stark von Solarenergie abhängig sind, kann eine zusätzliche, sonnenunabhängige Stromquelle ihre Ausfallsicherheit erheblich erhöhen.
Das Unternehmen positioniert seine Lösung ausdrücklich nicht als Waffentechnologie, sondern als dual-use Infrastruktur zur Stabilisierung von Raumfahrtsystemen und zur Absicherung kritischer Dienste.
Beitrag zur europäischen Souveränität im All
Die Entwicklung steht im Kontext wachsender europäischer Bestrebungen, unabhängiger von außereuropäischen Weltraumkapazitäten zu werden. Störungen oder eingeschränkter Zugang zu Satellitendaten können erhebliche sicherheits- und wirtschaftspolitische Folgen haben. Eine robustere Energieversorgung gilt daher als Schlüsseltechnologie für autonome Systeme.
Perspektivische Energieversorgung für die Mondökonomie
Langfristig sieht Deep Space Energy seine Anwendung vor allem in der kommenden Phase der Mondexploration. Auf der Mondoberfläche dauern Nächte rund zwei Wochen, während Temperaturen stark abfallen. Dies sind Bedingungen, unter denen Solarsysteme nur eingeschränkt funktionieren. Radioisotopenbasierte Generatoren könnten Rover, Messstationen oder Infrastruktur über lange Zeiträume stabil mit Energie versorgen und so dauerhafte Operationen ermöglichen.
Nach Einschätzung der Investoren trifft das Unternehmen damit ein strategisches Zeitfenster: Neue Materialien, steigende kommerzielle Nachfrage nach Weltrauminfrastruktur und internationale Mondprogramme erzeugen erstmals seit Jahrzehnten wieder starken Innovationsdruck im Bereich der Raumfahrtenergie.
Mit der abgeschlossenen Pre-Seed-Runde will Deep Space Energy nun den Übergang von der Laborvalidierung zur industriellen Umsetzung schaffen und sich als europäischer Anbieter für robuste Energiequellen im All positionieren.

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