Finnisches InfraTech-Startup Groundhawk erhält 2 Millionen Euro
Das finnische Infrastrukturtechnologie-Unternehmen Groundhawk hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 2 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wurde von Greencode Ventures und 2C Ventures angeführt. Mit dem Kapital will das Startup seine KI-basierte Plattform zur Echtzeit-Erfassung unterirdischer Infrastruktur europaweit ausrollen und technologisch weiterentwickeln.
Digitalisierung eines bislang analogen Problems
Beim Ausbau von Stromnetzen, Glasfasertrassen oder Ladeinfrastruktur werden unterirdische Leitungen bislang häufig erst nach Abschluss der Bauarbeiten vermessen. Manchmal ungenau und mit erheblichem Zeitverzug. Weltweit entstehen dadurch Schäden, Verzögerungen und Sicherheitsrisiken in dreistelliger Milliardenhöhe pro Jahr.
Darauf bezieht sich der Ansatz Groundhawks. Bau-Teams erfassen Kabel, Rohre und Anschlusspunkte bereits während der offenen Bauphase per KI-gestützter 3D-Erfassung. Die Daten werden mit zentimetergenauer Präzision dokumentiert und unmittelbar in eine Cloud-Plattform übertragen.
Kombination aus Satellitenpositionierung, 3D-Scan und KI-Analyse
Die Technologie verbindet hochpräzise GNSS-Satellitenpositionierung mit 3D-Scanning und KI-gestützter Auswertung. Dadurch wird Dokumentation nicht mehr nur ein nachgelagerter Verwaltungsakt, sondern Teil der Qualitätssicherung im Bauprozess selbst.
Projektverantwortliche können Installationen sofort prüfen, Fehler direkt korrigieren und erhalten eine vollständige digitale Abbildung der Infrastruktur, noch bevor der Graben geschlossen wird. Das reduziert laut Unternehmen Vermessungskosten um bis zu 50 Prozent und vermeidet aufwendige Nacharbeiten.
Einfache Nutzung direkt auf der Baustelle
Im Gegensatz zu klassischen Vermessungsmethoden ist die Lösung bewusst für bestehende Baustellenteams konzipiert. Spezialisierte Vermessungseinsätze entfallen, da die Erfassung mit mobilen Geräten direkt durch das Baupersonal erfolgen kann.
Das Startup möchte damit Infrastrukturprojekte beschleunigen und gleichzeitig die Datenqualität erhöhen.
Rückenwind durch massiven Netzausbau in Europa
Der Zeitpunkt der Finanzierung fällt in eine Phase enormer Infrastrukturinvestitionen. In den kommenden Jahren fließen europaweit und in den USA hohe Summen in Stromnetze, Glasfaseranschlüsse, Ladeinfrastruktur für E-Mobilität und die Integration erneuerbarer Energien.
Groundhawk adressiert dabei ein strukturelles Effizienzproblem: Mehr als 20 Prozent der Kosten vieler Infrastrukturprojekte entstehen durch fehlende oder fehlerhafte Daten, Koordinationsprobleme und notwendige Nacharbeiten.
In Deutschland nur geringes Problem
In der Bundesrepublik handelt es sich nur um eine sehr kleine Nische, da entweder die Leitungen zeitnah vermessen werden, wenn sie in Graben gelegt werden oder man überhaup keine offenen Gräben gibt. Wo es das Gelände hergibt, arbeitet der klassische Tiefbau mit Kabelpflügen, Bohrspülverfahren und Einschüssen. Dies bedeutet, dass man nach der Baukolonne kaum noch Spuren der Verlegung findet. Alleine in anspruchsvollen steinigen Böden, kommt es zu einem kurzen Verzug bei der Öffnung mittels Grabenfräse. Spannend könnte die Technik hierzulande vor allem für Leitungen sein, die man erst bei Tiefbauarbeiten findet und bisher nicht richtig vermessen sind.
Erste Großkunden aus Energie- und Telekommunikationsprojekten
Die Lösung wird bereits von Infrastrukturbetreibern und Bauunternehmen in Nord- und Mitteleuropa eingesetzt, darunter Eltel Networks. Diese arbeiten wiederum für Netzbetreiber wie Telia, Telenor oder E.ON.
Neben Kostenvorteilen hebt das Unternehmen auch Nachhaltigkeitseffekte hervor: Weniger Nacharbeiten, reduzierte Baustellenfahrten und eine "First-time-right"-Installation senken Energieverbrauch und CO₂-Emissionen.
Skalierung in zentrale europäische Märkte geplant
Mit der Finanzierung will Groundhawk insbesondere:
- eine skalierbare B2B-Vertriebsstruktur in Deutschland, Großbritannien, Benelux und den nordischen Ländern aufbauen
- sein Engineering-Team erweitern und KI- sowie Spatial-Intelligence-Funktionen ausbauen
- neue Anwendungen entwickeln, die über Baudokumentation hinaus auch Planung und Qualitätssicherung unterstützen
Langfristig will sich das Unternehmen als Standardplattform für digitale Infrastrukturdaten und Bauqualitätsmanagement in Europa etablieren.

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