Defence Tech

FlyFocus erhält 4,5 Millionen Euro für Ausbau europäischer Drohnenproduktion

Europäische Lieferketten im Fokus. Das polnische DefenceTech setzt auf NATO-konforme Komponenten.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Warschau, 26. Februar 2026

Das polnische DefenceTech FlyFocus hat in seiner ersten institutionellen Finanzierungsrunde 4,5 Millionen Euro eingesammelt. Die Runde wurde von ff Venture Capital angeführt, unter Beteiligung des NCBR Investment Fund, dem Venture-Arm des polnischen Nationalen Zentrums für Forschung und Entwicklung.

Die Finanzierung soll insbesondere den Aufbau einer neuen Produktionsstätte in Polen, die internationale Expansion sowie die Entwicklung zweier neuer Drohnenplattformen vorantreiben.

Skalierung nach acht Jahren Eigenfinanzierung

FlyFocus wurde 2017 gegründet und wuchs bislang ohne institutionelles Kapital von der Forschungsphase zu einem Produktionsunternehmen mit direkten Militärverträgen. Heute entwickelt und fertigt das Unternehmen komplette UAV-Systeme, Avionik sowie Missionssoftware vollständig in-house.

Mit der aktuellen Runde will FlyFocus seine industrielle Fertigung deutlich ausweiten und sich stärker als europäischer Anbieter souveräner Drohnentechnologie positionieren.

Fokus auf europäische Lieferketten und technologische Souveränität

Ein Differenzierungsmerkmal des Unternehmens ist die konsequente Nutzung von Komponenten ausschließlich aus NATO-assoziierten Lieferketten. Damit reagiert FlyFocus auf die starke Abhängigkeit globaler Drohnenmärkte von außereuropäischen Technologien.

Die Systeme werden vollständig in Europa entwickelt, produziert und gewartet, um Transparenz, sicherheitskritische Kontrolle und Beschaffungsfähigkeit für europäische Verteidigungsbehörden sicherzustellen. Das ist vor allem auch spannend im Umfeld der Diskussion über die Besitzverhältnisse der deutschen Drohnenstartups der letzten Tage.

Systeme bereits im realen Einsatz getestet

FlyFocus arbeitet langfristig mit den polnischen Streitkräften zusammen und zählt sowohl das polnische als auch das ukrainische Verteidigungsministerium zu seinen Kunden. Die Plattformen wurden unter realen Einsatzbedingungen validiert und kontinuierlich gemeinsam mit militärischen Anwendern weiterentwickelt.

Dieses direkte Feedback aus operativen Szenarien prägt laut Unternehmen maßgeblich die Produktentwicklung.

Breites Portfolio von ISR- bis Counter-Drone-Systemen

Das Produktportfolio umfasst unter anderem:

  • ISR-Drohnen für Aufklärung und Überwachung
  • Loitering- und Strike-Systeme für taktische Einsätze
  • Counter-Drone-Technologien zur Abwehr unbemannter Systeme
  • Tethered-UAV-Lösungen für dauerhafte Luftüberwachung

Alle Plattformen basieren auf einer modularen Hardware-Architektur und einem vollständig proprietären Software-Stack, wodurch Anpassungen und Updates schnell umgesetzt werden können.

Neue Produktionsstätte und weitere Plattformen geplant

Die frischen Mittel fließen vor allem in:

  • den Aufbau einer neuen Fertigungsanlage in Polen (geplant ab H2 2026)
  • den Ausbau internationaler Vertriebsaktivitäten
  • zusätzliche F&E-Investitionen
  • die Markteinführung von zwei neuen UAV-Plattformen noch 2026

Mit derzeit rund 35 Mitarbeitenden will FlyFocus seine Rolle als europäischer Anbieter industriell skalierbarer Drohnentechnologie weiter ausbauen.


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