QuantumTech

Forschungsprojekt QIAPO erhält 2,3 Mio Euro Fördergeld

Quanten trifft Klassik. Neues Projekt will Industrieprobleme effizienter lösen. 2,3 Millionen Euro für hybriden Ansatz in der Optimierung komplexer Systeme.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · München, 19. März 2026

Ein neues Forschungsprojekt unter Leitung der Universität des Saarlandes will die Stärken von Quantencomputern und klassischen Rechnern kombinieren, um komplexe Optimierungsprobleme aus der Industrie effizienter zu lösen. Das Projekt mit dem Namen "QIAPO" wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit rund 2,3 Millionen Euro gefördert und ist auf drei Jahre angelegt.

Beteiligt sind neben der Universität des Saarlandes auch Industriepartner wie BMW, Infineon sowie das Quantencomputer-Startup planqc aus Garching bei München.

Optimierungsprobleme als zentrale Herausforderung

Im Zentrum des Projekts stehen sogenannte Optimierungsprobleme, wie etwa das bekannte "Problem des Handlungsreisenden". Solche Fragestellungen treten in vielen Bereichen der Industrie auf, wie etwa in der Logistik, Produktionsplanung oder Preisgestaltung.

Klassische Computer stoßen dabei trotz leistungsfähiger Algorithmen oft an Grenzen: Viele dieser Probleme lassen sich nur näherungsweise und mit hohem Rechenaufwand lösen. Genau hier setzt der neue Ansatz an.

Quantencomputer als „Vorrechner“

Im Rahmen von QIAPO übernimmt ein Quantencomputer eine vorbereitende Rolle: Er reduziert hochkomplexe Problemstellungen so weit, dass klassische Rechner sie anschließend effizienter bearbeiten können.

Zum Einsatz kommt dabei ein Quantencomputer auf Basis neutraler Atome, entwickelt von planqc. Durch die besonderen Eigenschaften von Qubits, die im Gegensatz zu klassischen Bits mehrere Zustände gleichzeitig annehmen können, eignen sich Quantencomputer besonders gut, um komplexe mathematische Strukturen zu vereinfachen.

Kombination beider Welten für bessere Ergebnisse

Sobald der Quantencomputer die Problemgröße reduziert hat, kommen klassische Algorithmen ins Spiel, die in der Praxis erprobt sind. Ziel ist es, durch diese Kombination bessere Näherungslösungen zu erreichen als bisher.

Zwar wird auch dieser Ansatz keine perfekten Lösungen liefern, doch bereits kleine Verbesserungen können in industriellen Anwendungen große Auswirkungen haben. Schon eine Steigerung der Genauigkeit um wenige Prozentpunkte kann bei hohen Produktionsvolumina erhebliche wirtschaftliche Effekte erzielen.

Industrielle Anwendbarkeit

Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, reale industrielle Herausforderungen – etwa in der Automobilproduktion oder Halbleiterfertigung – in Quantenalgorithmen zu übersetzen und praktisch zu testen.

Die Partner wollen damit herausfinden, ob sich durch den hybriden Ansatz aus Quanten- und klassischen Verfahren langfristig ein echter Mehrwert für die Industrie erzielen lässt.

Drei Jahre Forschung mit offenem Ausgang

Das Projekt ist Anfang 2026 gestartet und läuft über drei Jahre. Am Ende soll vor allem geklärt sein, ob der kombinierte Ansatz grundsätzlich geeignet ist, komplexe Optimierungsprobleme besser zu lösen. Selbst wenn keine vollständigen Durchbrüche erzielt werden, könnte das Projekt wichtige Grundlagen für den zukünftigen Einsatz von Quantencomputern in industriellen Anwendungen liefern.


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