Pre-Seed

Logistica OS erhält 1,5 Millionen Euro für KI-basierte Automatisierung in Lieferketten

Papierchaos adé. Logistica OS automatisiert mit KI den Abgleich von Palettenkonten und schließt eine 1,5-Millionen-Euro-Runde ab.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 20. November 2025

Das Berliner Startup Logistica OS, spezialisiert auf KI-Agenten für operative Logistikprozesse, hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 1,5 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde vom Frühphaseninvestor NAP, Beteiligungen kamen unter anderem von Daphni sowie mehreren Business Angels aus den Bereichen Logistik, Handel und Software.

Herausforderungen der Logistikbranche

Die Logistik zählt zu den zentralen Wirtschaftssektoren Europas. Trotz ihres Volumens von rund 10 Milliarden Euro ist ein Großteil der Abläufe weiterhin analog geprägt. In Europa bewegen sich täglich rund 300 Millionen Paletten zwischen Unternehmen, doch viele Prozesse beruhen weiterhin auf Papierdokumenten, Excel-Tabellen und manuellen Abstimmungen.

Schätzungen zufolge entstehen jährlich bis zu 50 Milliarden Euro an Kosten durch ineffiziente Verwaltung, fehlendes Equipment und Medienbrüche. Gleichzeitig bleibt ein signifikanter Fachkräftemangel bestehen. Derzeit sind über 1,5 Millionen Stellen sind unbesetzt.

KI-Agenten für wiederkehrende Abläufe

Logistica OS entwickelt ein System aus spezialisierten KI-Agenten, das operative Aufgaben automatisieren soll. Das erste Produkt des Unternehmens trägt den Namen PalletClaim und adressiert eines der häufigsten Probleme in der Branche, den Abgleich von Palettenkonten zwischen Geschäftspartnern.

Um hier neue Wege zu erschließen, muss man diese Welt wirklich kennen. Das Team von Logistica OS bringt tiefes Fachwissen und Praxiserfahrung mit.

Mey Cezairli, NAP-Partnerin

Die Software liest handschriftliche und digitale Lieferscheine mittels eigener OCR-Modelle aus, extrahiert relevante Daten und erstellt automatisch Kontenabgleiche. Ziel ist es, manuelle Abstimmungen zu reduzieren und Fehlerquellen zu minimieren.

Nach Unternehmensangaben verarbeitet PalletClaim inzwischen über 100.000 Lieferscheine pro Monat und kann den administrativen Aufwand bei Kunden deutlich senken.

Technologischer Ansatz und Infrastruktur

Da Lieferscheine in ihrer Struktur und Qualität stark variieren, setzt Logistica OS auf ein Zusammenspiel aus KI-Modellen und domänenspezifischen Regeln. Die Datenverarbeitung erfolgt vollständig auf EU-gehosteter Infrastruktur, um Datenschutz- und Compliance-Anforderungen zu erfüllen.

Als KI-natives Unternehmen ermöglicht Logistica OS die Automatisierung repetitiver Prozesse, was erhebliche Produktivitätssteigerungen freisetzen kann.

Cristian Pinto, Daphni-Investor

Ein integrierter Workflow-Builder ermöglicht es, die Software an bestehende Abläufe verschiedener Logistikunternehmen anzupassen, ein wichtiger Faktor angesichts der heterogenen Prozesse in der Branche.

Erfahrungen der Gründer

Das Gründungsteam besteht aus Flavio Alario (CEO), Kenan Deniz (CTO) und Florian Lehmann (CPO).

  • Alario bringt operative Erfahrung aus Logistikunternehmen wie DHL, fliit und Choco mit.
  • Deniz war zuvor in der Prozessautomatisierung tätig.
  • Lehmann verantwortet die Produktstrategie und den Aufbau nutzerzentrierter Lösungen.

Zu den bisherigen Kunden zählen Unternehmen aus Logistik, Handel und Lebensmittelproduktion, darunter Aryzta, ein international tätiger Backwarenhersteller.

Investoren sehen in Logistica OS die Möglichkeit, analoge Abläufe in der Logistik effizienter zu gestalten.

Ausbau von Produkt und Kundenbasis

Mit dem eingeworbenen Kapital plant Logistica OS, innerhalb der kommenden 24 Monate über 100 Unternehmen bei der Automatisierung wiederkehrender Arbeitsabläufe zu unterstützen. Zudem soll das Produktportfolio erweitert werden, um angrenzende Prozesse wie Lieferreklamationen, Gutschriften und Rechnungsabgleiche abzudecken. Auch die Investoren sehen in Logistica OS die Möglichkeit, analoge Abläufe in der Logistik effizienter zu gestalten.

Ziel ist es, schrittweise mehr Transparenz und Effizienz in die europäischen Lieferketten zu bringen.


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