Pennylane sammelt 175 Millionen Euro in Series-E ein
Pennylane, Anbieter einer KI-gestützten All-in-One-Plattform für Finanz- und Buchhaltungsprozesse, hat eine Series-E-Finanzierungsrunde über 175 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde ging mit einer vergleichsweise geringen Verwässerung von rund fünf Prozent einher und wird von der Growth-Equity-Gesellschaft TCV angeführt. Ebenfalls beteiligt ist Blackstone Growth sowie die bestehenden Investoren des Unternehmens.
Starkes Wachstum als Ausgangspunkt der Finanzierung
Die Finanzierung erfolgt vor dem Hintergrund einer dynamischen Unternehmensentwicklung. Pennylane erzielt inzwischen mehr als 115 Millionen Euro Annual Recurring Revenue (ARR) und wird von über 800.000 Unternehmen sowie rund 6.000 Steuerberatungskanzleien genutzt. Das Team umfasst mittlerweile etwa 1.000 Mitarbeitende. Damit hat das Unternehmen seine ursprünglichen Wachstumsziele übertroffen und steht nach eigenen Angaben kurz vor der Profitabilität.
Fokus auf Unabhängigkeit und strategische Vorbereitung
Ziel der Finanzierungsrunde ist nicht die kurzfristige Sicherung des operativen Geschäfts, sondern die langfristige strategische Positionierung. Pennylane will sich frühzeitig auf eine mögliche Konsolidierung des europäischen Marktes für Buchhaltungssoftware vorbereiten und gleichzeitig die eigene Unabhängigkeit sichern.
Wir hatten keinen unmittelbaren Finanzierungsbedarf, aber die Möglichkeit, mit Investoren wie TCV und Blackstone bei sehr geringer Verwässerung zusammenzuarbeiten, war strategisch überzeugend.
Arthur Waller, Co-Founder und CEO Pennylane
Besonders für den deutschen Markt soll das Kapital genutzt werden. Seit dem offiziellen Deutschland-Launch im November 2025 verzeichnet das Unternehmen dort starkes Wachstum. Laut Tobias Janiesch, Managing Director Germany, ermöglicht die Finanzierung weitere gezielte Investitionen in Produkt, Marktaufbau und Lokalisierung.
Langfristig orientierte Investoren
Mit TCV und Blackstone Growth hat Pennylane bewusst Investoren gewählt, die Erfahrung im internationalen SaaS- und FinTech-Umfeld mitbringen. TCV war unter anderem an Unternehmen wie Revolut, Nubank und Xero beteiligt, während Blackstone Growth Investments in wachstumsstarke Technologieunternehmen wie Anthropic oder Oatly vorweisen kann.
Wir sind begeistert, die Gründer und ihr Team beim Start ihrer internationalen Expansion – beginnend mit Deutschland – zu unterstützen, und freuen uns auf die nächste Wachstumsphase.
Nicolas Dupuis, Managing Director bei Blackstone
Alle Investoren bekennen sich zur unternehmensinternen Selbstverpflichtung von Pennylane. Diese umfasst unter anderem Preisstabilität, Kontinuität der Produktstrategie sowie die vollständige Kontrolle der Gründer über das Unternehmen.
Investitionen in KI, Regulierung und E-Rechnung
Das frische Kapital soll vor allem in Forschung und Entwicklung fließen. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf generativer KI, etwa in Form eines Analyse- und Co-Pilot-Assistenten, der Steuerberater bei der Beratung ihrer Mandanten unterstützt.
Darüber hinaus arbeitet Pennylane an der weiteren europäischen Lokalisierung seiner Plattform, insbesondere im Hinblick auf regulatorische Anforderungen in Deutschland. Auch der Ausbau der Infrastruktur für elektronische Rechnungsstellung ab 2026 sowie zusätzliche Zahlungs- und Cash-Management-Funktionen stehen auf der Roadmap.
Einordnung aus unternehmerischer Sicht
Mit dieser Strategie verfolgt Pennylane das Ziel, eine einheitliche Buchhaltungs- und Finanzplattform für KMU und Steuerberatungen in ganz Europa zu etablieren. Aus Sicht vieler Gründerinnen, Gründer und wachstumsorientierter Unternehmen wirkt der Ansatz von Pennylane dennoch nur wie ein Zwischenschritt. Zwar ist die engere Verzahnung von Software, KI und Steuerberatung ein Fortschritt, im unternehmerischen Alltag besteht jedoch häufig ein grundsätzlicherer Wunsch: eine vollständig automatisierte Lösung, die klassische Steuerberatung weitgehend ersetzt.
Buchhaltung und Steuern werden von vielen Unternehmen primär als regulatorische Pflicht wahrgenommen. Sie sind kosten- und zeitintensiv, hochbürokratisch und liefern selbst keinen direkten unternehmerischen Mehrwert. Gerade Startups und junge Unternehmen werden dadurch regelmäßig ausgebremst. Eine wirklich kostengünstige, KI-basierte End-to-End-Lösung, die steuerliche Pflichten weitgehend autonom abwickelt, könnte hier einen deutlich größeren Hebel für Produktivität, Innovationsgeschwindigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft insgesamt darstellen.

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