sequestra erhält 3 Millionen Euro für CO2 Mineralisierung
Das Wiener Climate Tech Startup sequestra hat eine Seed Finanzierungsrunde über 3 Millionen Euro abgeschlossen. Ziel ist es, die eigene Technologie zur CO2 Mineralisierung in den industriellen Maßstab zu überführen.
Angeführt wurde die Runde von VSE Beteiligungs GmbH, hinter der die Dr. Rudolf Fries Familien Privatstiftung steht. Zusätzlich erhält das Unternehmen Fördermittel der Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft sowie von Austria Wirtschaftsservice.
Mit der neuen Finanzierung und bestehenden Förderungen stehen sequestra insgesamt rund 5 Millionen Euro für die Weiterentwicklung seiner Technologie zur Verfügung.
CO2 in stabile Mineralien umwandeln
Das Unternehmen entwickelt Verfahren, bei denen Kohlendioxid durch chemische Reaktionen mit industriellen Reststoffen dauerhaft gebunden wird. Dabei entstehen stabile Mineralien, sogenannte Karbonate, die anschließend beispielsweise im Bausektor genutzt werden können.
Die Technologie basiert auf einem natürlichen Prozess, der in der Natur über sehr lange Zeiträume abläuft. sequestra beschleunigt diesen Vorgang auf wenige Stunden. Pro Tonne Ausgangsmaterial können dabei nach Unternehmensangaben bis zu 300 Kilogramm CO2 dauerhaft gebunden werden.
Neben der direkten CO2 Bindung entsteht zusätzlicher Nutzen, da industrielle Nebenprodukte nach der Mineralisierung als Rohstoffe für neue Anwendungen genutzt werden können.
Datengestützte Analyse industrieller Reststoffe
Ein zentraler Bestandteil der Infrastruktur von sequestra ist ein Labor zur Analyse mineralischer Materialien. Dort wird untersucht, wie gut industrielle Reststoffe CO2 aufnehmen können und welche wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten sich daraus ergeben.
Bislang hat das Unternehmen mehr als 250 Mineralisierungstests mit verschiedenen Materialien durchgeführt. Die Ergebnisse fließen in ein wachsendes Datenmodell ein, das Zusammenhänge zwischen Materialeigenschaften, CO2 Aufnahme und Prozessbedingungen abbildet.
Dieser datengetriebene Ansatz soll die Entwicklung industrieller Anwendungen beschleunigen und geeignete Kombinationen aus Rohstoffen und Prozessparametern schneller identifizieren.
Erste modulare Anlage bis 2027 geplant
Gegründet wurde sequestra im Jahr 2024 von Lukas Höber, Roberto Lerche und Gero Schwarz. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen ein Team von rund 15 Mitarbeitenden an Standorten in Wien und Oberösterreich.
Mit dem neuen Kapital plant das Startup den Bau einer ersten modularen Mineralisierungsanlage im Containerformat. Diese soll bis Ende 2027 entstehen und direkt an industriellen Standorten eingesetzt werden.
Die Anlage soll es ermöglichen, CO2 Emissionen und industrielle Nebenprodukte unmittelbar am Entstehungsort in stabile Mineralien umzuwandeln. Zielgruppen sind unter anderem Betreiber von Biomassekraftwerken, Müllverbrennungsanlagen sowie Unternehmen aus der Stahl oder Baustoffindustrie.

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