Start-up Solostücke startet nachhaltigen Marktplatz für Restmaterialien

Über die Plattform Circular Flow sollen Unternehmen und Verbraucher bestehende Rohstoffe kaufen und verkaufen können. Das Start-up will so unnötige Neuproduktionen verhindern, die viel klimaschädliches CO2 freisetzen würde.

In Deutschland werden jährlich bis zu 100.000 Tonnen Textilmüll verbrannt. Diesem Zustand hat das Wiesbadener Start-up Solostücke den Kampf angesagt. Die Firma hat den nach eigenen Angaben mit Circular Flow den ersten deutschen Marktplatz für kreislauffähige Produktionsmaterialien auf die Beine gestellt. Dadurch, dass so bereits bestehende Rohstoffe genutzt werden und Textilmüll wegfällt, will das Start-up CO2-Emissionen verhindern. Das alles soll eine Kreiswirtschaft unterstützen und die Ressourcen schonen. Die Plattform will zudem die ökologische Wirkung der wiederverwendeten Rohstoffe berechnen. 

Unter An- und Verkäufern von Restmaterialien, die sich in hochwertigem Zustand befinden sollen, will das Start-up Solostücke passende Matches vermitteln. Dadurch soll die Beschaffung von kreislauffähigen Textilen, Reststoffen, Produktionszusätzen sowie Rezyklaten (Granulat, das nach Recylcing entsteht) ermöglicht werden. Wer außerdem über ungenutzte Rohstoffe verfügt, soll auf diesem Weg einen Abnehmer finden. Dadurch, dass alle Transaktionen auf der Plattform erfasst werden, will die Firma berechnen, wie groß die positive Wirkung der Geschäfte auf der Plattform ist. Eine Möglichkeit das zu erfassen, ist die Berechnung der gesparten CO2-Emissionen. 

Entstanden ist die Idee aus dem Start-up Solostücke heraus, das Svenja Bickert-Appleby 2017 gegründet hat. Eva Cahill und Salma Akli kamen 2021 dazu. Solostücke verkauft Pullover und Hoodies aus Reststoffen, die vor der Entsorgung gerettet wurden. Die Firma nennt die Kleidungsstücke „zirkulär designt“. Die Kollektionen der Modemarke können recycelt werden, die Firma übernimmt Rücknahme und Wiederverwertung. Über einen QR-Code im Produkt können Kunden zudem Informationen zur Lieferkette, zu Umweltauswirkungen und zur Rückgabe einsehen.

Auf lange Sicht möchte Solostücke, dass deutschland- und europaweit ein kreislauffähiges, textiles Materialsystem entsteht. Ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang ist das des „Pre-Consumer Waste“. Das beschreibt unbenutzte Materialüberschüsse aus der Textilproduktion, die eigentlich auf den Müll geworfen würden. Wenn dieser Stoff wiederverwertet wird, kann viel CO2 gespart werden, sagen die Gründerinnen. Die Herstellung von 1.000 Metern Baumwollstoff setze etwa 9.810 Kilogramm des Gases frei, das den Klimawandel anheizt. Wenn auf der einen Seite diese Menge an Baumwolle ohne Nutzung verbrannt und gleichzeitig an einem anderen Ort die gleiche Menge neu hergestellt wird, ergibt das etwa 19.670 Kilogramm CO2.


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