Startupnews zum Wochenende KW 12/26

Die EU stellt 330 Mio. Euro für Kerntechnologien bereit. Vom AXEL Demo Day bis zu Wasteers neuen KI-Modulen: Innovationen für Energie, Abfallverwertung und Digitalisierung zeigen, wie deutsche Gründer den Markt verändern.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Stuttgart, 20. März 2026

Funding

EU fördert Kerntechnologien und Fusionsenergie mit 330 Millionen Euro

Die Europäische Kommission hat das Arbeitsprogramm 2026–2027 des Euratom-Forschungs- und Ausbildungsprogramms verabschiedet und stellt darin insgesamt 330 Millionen Euro zur Förderung von Kerntechnologien bereit. Ein Schwerpunkt liegt mit 222 Millionen Euro auf der Beschleunigung der Fusionsenergie, unter anderem durch den Aufbau öffentlich-privater Partnerschaften, die Unterstützung von Start-ups sowie die Förderung von Forschung und Fachkräften mit dem Ziel einer späteren kommerziellen Nutzung. Weitere 108 Millionen Euro fließen in die Kernspaltung, etwa in Sicherheitsforschung, Abfallentsorgung und innovative Materialien. Darüber hinaus werden Projekte in der Nuklearmedizin sowie Maßnahmen zur Ausbildung und Gewinnung von Fachkräften unterstützt. Das Programm soll zur Energieunabhängigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und CO₂-Neutralität der EU bis 2050 beitragen und steht im Einklang mit bestehenden europäischen Strategien zur Entwicklung sauberer Technologien.

Awards & Events

Umweltwirtschaftspreis NRW 2026 gestartet. Bewerbungen offen

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und die NRW.BANK haben die Bewerbungsphase für den Umweltwirtschaftspreis.NRW 2026 eröffnet. Kleine und mittlere Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen können sich bis zum 30. Juni bewerben; insgesamt werden 60.000 Euro Preisgeld vergeben. Ausgezeichnet werden marktreife Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren, die wirtschaftlichen Erfolg mit Umwelt- und Klimaschutz verbinden. Ziel ist es, innovative Unternehmen der Umweltwirtschaft sichtbarer zu machen und nachhaltige Transformation zu fördern. Teilnahmebedingungen unter: https://www.nrwbank.de/de/umweltwirtschaftspreis-nrw/index.html

AXEL Startup Demo Day präsentiert Energie-Startups in Karlsruhe

Beim „Startup Demo Day“ des Energie-Accelerators AXEL – Der Energie-Accelerator des Netzwerks fokus.energie e.V. stellen am 31. März im FZI House of Living Labs insgesamt 13 Startups aus Baden-Württemberg ihre Technologien für die Energiewende vor. Die Lösungen reichen von intelligenter Energiespeicherung und KI-gestützter Optimierung über Wasserstoff- und Batteriespeicher bis hin zu Konzepten für CO₂-Speicherung und Netzanalyse. Die Veranstaltung bringt Gründer, Investoren sowie Vertreter aus Wirtschaft und Forschung zusammen und gibt Einblicke in neue Technologien und Geschäftsmodelle für eine nachhaltige und digital vernetzte Energiewirtschaft.

Mergers & Acquisitions

ProSiebenSat.1 Exit bei kairion und esome

Die ProSiebenSat.1 Media SE verkauft ihre Beteiligungen an den Digitalunternehmen esome und Kairion an Pivotum Capital, um sich stärker auf ihr Entertainment-Kerngeschäft zu konzentrieren. Während esome auf Connected-TV- und digitale Kampagnenlösungen spezialisiert ist und Kairion als Retail-Media-Plattform insbesondere im Healthcare-Bereich tätig ist, sollen beide Unternehmen unter dem neuen Eigentümer ihre Entwicklung weiter vorantreiben. Der Abschluss der Transaktion wird für April 2026 erwartet.

cisbox und Millum bilden paneuropäischen Source-to-Pay-Anbieter

Die Softwareunternehmen cisbox und Millum haben ihren strategischen Zusammenschluss bekannt gegeben, um einen paneuropäischen Anbieter für Source-to-Pay-Lösungen zu schaffen. Durch die Kombination erweitern sie ihre Präsenz in der DACH-Region und den nordischen Ländern und bündeln ihre komplementären Stärken in Beschaffung, Rechnungsverarbeitung und Zahlungsabwicklung zu einer integrierten Plattform. Mehrheitseigner bleibt Main Capital Partners, das mit der Transaktion seine Buy-and-Build-Strategie im Softwaremarkt weiter vorantreibt. Ziel ist der Aufbau einer umfassenden "Office-of-the-CFO"-Plattform für mittelständische Unternehmen.

Getränkemarke JUMA wird zur Skalierung an Berentzen-Gruppe übergeben

Die food42morrow GmbH hat die von ihr entwickelte Getränkemarke JUMA im Rahmen eines strategischen Exits an die Vivaris Getränke GmbH & Co. KG, eine Tochter der Berentzen-Gruppe, übergeben. Ziel der Transaktion ist es, die weitere Skalierung des funktionalen Lifestyle-Getränks voranzutreiben. JUMA wurde als teebasierter Hydration Drink mit Elektrolyten, Vitaminen und Koffein ohne Zuckerzusatz konzipiert und konnte seit 2025 erste Erfolge im deutschen Einzelhandel erzielen. Ein besonderes Merkmal ist die wiederverschließbare Aluminiumflasche, die als innovative Verpackungslösung gilt. Mit der Integration in die Strukturen der Berentzen-Gruppe soll die Marke ab Mai 2026 unter dem Namen JUMA Recharge+ weitergeführt und breiter im Markt etabliert werden, während das ursprüngliche Konzept erhalten bleibt.

Kooperationen & Partnerschaften

FINEXITY kooperiert mit Circus Group bei Kapitalmarktfinanzierung

Die Finexity AG hat eine langfristige Finanzierungspartnerschaft mit der Circus Group geschlossen. Ziel ist der Aufbau eines skalierbaren, kapitalmarktbasierten Finanzierungspfads für das KI-Robotikunternehmen, bei dem FINEXITY als Lead Manager Strukturierung, Platzierung und digitale Abwicklung übernimmt. Als erster Schritt wurde eine siebenstellige, asset-backed Finanzierung über ein Sale-and-Leaseback-Modell umgesetzt. Die Partnerschaft soll künftig weitere Anleihefinanzierungen ermöglichen und den Zugang zu privaten und institutionellen Investoren erweitern, um das Wachstum und den Rollout der Robotiklösungen von Circus zu beschleunigen.

Personalien

Avelios Medical ernennt Remy Lazarovici zum Chief Commercial Officer

Der Münchner KIS-Anbieter Avelios Medical hat Remy Lazarovici zum Chief Commercial Officer (CCO) berufen. In der neu geschaffenen Position verantwortet er künftig die gesamte Customer Journey, von Business Development und Vertrieb über Implementierung und Projektsteuerung bis zur langfristigen Kundenbetreuung. Lazarovici war zuvor mehr als zwölf Jahre beim Process-Mining-Unternehmen Celonis tätig, wo er unter anderem die DACH-Region leitete und internationale Go-to-Market-Strukturen aufbaute. Mit der Personalie will Avelios Medical seine Vertriebs- und Partnerstrategie weiter stärken.

Sophie Genty wird CEO von PERBILITY

Der HR-Softwareanbieter PERBILITY GmbH hat Sophie Genty zur CEO ernannt. Sie folgt auf Gründer Andreas Meck, der in den Aufsichtsrat wechselt. Genty bringt langjährige Erfahrung im HR-Tech-Bereich mit, zuletzt als CEO der compleet GmbH, und soll die nächste Wachstumsphase mit Fokus auf KI-Integration, Produktinnovation und Expansion in regulierten Märkten vorantreiben. Dabei will PERBILITY insbesondere seine Position als Anbieter DSGVO-konformer HR-Lösungen für Branchen wie Finanzwesen und öffentliche Verwaltung weiter stärken.

Weitere spannende Nachrichten

Neues Programm für Wissenstransfer in den Sozialwissenschaften

Mit dem Programm "Catalyst GER" startet unter Beteiligung der Technischen Universität München (TUM) und sieben weiterer Universitäten eine Initiative zur Förderung des Wissenstransfers aus den Sozial- und Geisteswissenschaften. Ziel ist es, Forschungsergebnisse mit gesellschaftlichem Nutzen stärker in die Praxis zu bringen, etwa durch Ausgründungen, Beratungsangebote oder Initiativen. Das dreistufige Trainingsprogramm umfasst einen Onlinekurs zu Transfermöglichkeiten, eine vertiefende Workshopphase für ausgewählte Projektteams sowie eine intensive Förderung des überzeugendsten Vorhabens. Hintergrund ist, dass es bislang weniger etablierte Wege für die praktische Umsetzung sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse gibt. Mit dem Programm sollen Brücken zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und öffentlichen Institutionen gestärkt und eine nachhaltige Wirkung erzielt werden.

Bayern Monitor: Bayern und München führen bei Startups

Der "Bayern Startup und Scaleup Monitor 2026" zeigt, dass Bayern mit 4.406 aktiven Startups und 785 Neugründungen im Jahr 2025 bundesweit führend ist. Zentrum ist München mit 2.445 Unternehmen, das sich neben Berlin als zweiter deutscher Startup-Hotspot etabliert hat und bei Investitionen (2,7 Mrd. Euro vs. 2,4 Mrd.) vorne liegt. Besonders stark ist die Region in DeepTech und DefenseTech, mit über 1 Mrd. Euro Investitionen im Jahr 2025. Gleichzeitig zeigt die Studie Aufholbedarf bei Internationalität: Englisch ist nur in 46 % der Münchner Startups Arbeitssprache (Berlin: 67 %). Insgesamt unterstreicht der Bericht die Rolle Bayerns als innovationsstarker Standort, weist aber auf weiteren Bedarf bei Internationalisierung und Finanzierung hin.

Wasteer erweitert KI-Portfolio für Abfallverwertung

Das Berliner Unternehmen Wasteer hat sein Lösungsportfolio um zwei KI-basierte Module erweitert: Kompositionsanalyse und Bunkermanagement. Die Module ergänzen bestehende Kamerasysteme und Software zur Objekterkennung und liefern thermischen Abfallverwertern Daten zur Heizwertanalyse, Anlagensteuerung und Durchsatzoptimierung. Kunden wie EEW Energy from Waste GmbH, AEB Amsterdam Waste to Energy und Returkraft setzen die neuen Module bereits ein, um Transparenz über Anlieferungen zu gewinnen, variable Preismodelle umzusetzen und die Bunkermischung zu stabilisieren. Die Technologie unterstützt Betreiber dabei, den Betrieb effizienter zu gestalten und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Schweden startet KI-Hub in Göteborg

Die Initiatoren

Schweden treibt seine KI-Strategie mit dem neuen Hub AI Gothenburg in Gothenburg voran, der 2026 eröffnet werden soll. Die Initiative wird von privaten Unternehmern gemeinsam mit Partnern wie Business Region Göteborg, Business Sweden und NVIDIA umgesetzt. Ziel ist es, einen zentralen Ort für die Entwicklung und Skalierung von KI-Startups zu schaffen, an dem Gründer eng mit Industrie und Technologiepartnern zusammenarbeiten. Der Fokus liegt auf schneller Kommerzialisierung und praxisnaher Umsetzung von KI-Anwendungen, insbesondere in Branchen wie Mobilität, Energie und Industrie. Die Initiative ist Teil der nationalen KI-Strategie und soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit sowie die Anziehung von Talenten und Investitionen stärken.


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