Technologie-Startup fibionic erhält 3 Millionen Euro
Das österreichische DeepTech-Startup fibionic hat eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von drei Millionen Euro abgeschlossen. Ziel der Finanzierung ist es, die Industrialisierung einer neuartigen Leichtbau-Technologie voranzutreiben und den Einsatz in Serienanwendungen auf weitere Branchen auszuweiten.
Investorenkonsortium unterstützt Skalierung
Angeführt wird die Runde von Redstone gemeinsam mit Euregio+ sowie den Co-Lead-Investoren Caesar und Leap435. Ergänzt wird das Konsortium durch mehrere Business Angels mit Fokus auf technologiegetriebene Frühphasenunternehmen.
Gemeinsam wollen wir einen Europäischen Player aufbauen, der Leichtbau in allen wichtigen Industrien wettbewerbsfähig und innovativ macht
Ben Scheidt, Partner von Redstone
Mit dem frischen Kapital will das 2021 gegründete Unternehmen mit Sitz in Innsbruck seine Produktionsprozesse ausbauen, die Technologieplattform weiterentwickeln und Teams in Engineering sowie Business Development verstärken. Der Schwerpunkt liegt darauf, Pilotprojekte in skalierbare Serienfertigung zu überführen.
Natur als Vorbild für effizienteren Leichtbau
Leichtbaumaterialien gelten als Schlüsseltechnologie für zahlreiche Industrien – von Sportartikeln über Robotik und unbemannte Flugsysteme bis hin zu Mobilitäts- und Industrieanwendungen. Gleichzeitig sind klassische Herstellungsverfahren häufig materialintensiv, energieaufwendig und schwer zu automatisieren.
Hier setzt das Unternehmen mit seinem patentierten Verfahren "fibionic fiber placement" (FFP) an. Die Technologie orientiert sich an bionischen Prinzipien und richtet Fasern gezielt entlang realer Lastpfade aus – inspiriert etwa von natürlichen Strukturen wie Libellenflügeln. Dadurch sollen Materialeinsatz, Gewicht und Produktionszeit deutlich reduziert werden.
Mit fibionic bringen wir Hochleistungs-Leichtbau auf ein neues Level: Wir ermöglichen die skalierbare Produktion extrem leistungsfähiger, ultraleichter Produkte...
Elias Hirschbichler, Co-Founder bei fibionic
Nach Unternehmensangaben ermöglicht das Verfahren Zykluszeiten von bis zu einer Minute pro Bauteil und kombiniert minimalen Materialverbrauch mit hoher struktureller Leistungsfähigkeit. Ziel ist es, Hochleistungs-Leichtbau wirtschaftlicher und nachhaltiger für industrielle Serienanwendungen verfügbar zu machen.
Erste Serienanwendung in der Fahrradindustrie
Ein konkretes Beispiel für den Markteinsatz ist die Zusammenarbeit mit dem italienischen Traditionsunternehmen Selle Italia. Dabei werden Fahrradsättel mithilfe des FFP-Verfahrens in Großserie gefertigt.
Durch die bionisch optimierte Faserplatzierung lassen sich laut Unternehmen bis zu 60 Prozent Material einsparen und das Produktgewicht um bis zu 50 Prozent reduzieren. Die Partnerschaft dient als Referenz für weitere Anwendungen in Branchen wie Automotive, Luftfahrt, Robotik oder Defence.
Fokus auf Software, Prozesse und Ökosystem
Neben der physischen Fertigungstechnologie spielt die eigene Softwareplattform eine zentrale Rolle. Sie bildet die Grundlage für Simulation, Designoptimierung und industrielle Umsetzung der Bauteile. Perspektivisch soll ein umfassendes Ökosystem entstehen, das Simulation, Maschinenintegration, Materialien und Lizenzmodelle miteinander verbindet.
Die Investoren sehen darin das Potenzial, einen europäischen Technologieanbieter aufzubauen, der nachhaltigen Leichtbau branchenübergreifend wettbewerbsfähig macht.

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