Spacetech

TerraSpark erhält 5 Millionen Euro Finanzierung

Weltraum-Solarenergie wird konkreter. TerraSpark sichert sich frisches Kapital für erste Pilotprojekte und Tests.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Luxemburg, 30. März 2026

Das europäische Startup TerraSpark hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über mehr als fünf Millionen Euro abgeschlossen. Das Unternehmen arbeitet an einer der ambitioniertesten Energievisionen unserer Zeit: Solarenergie aus dem Weltraum.

Zu den Investoren zählen unter anderem Daphni, die Investorengruppe better ventures sowie die Hans(wo)men Group. Das Kapital soll in die Weiterentwicklung der Technologie sowie in erste Pilotprojekte und Live-Tests fließen.

Europas Energieproblem verschärft sich

Die Finanzierung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Europas Energieinfrastruktur zunehmend unter Druck steht. Großflächige Stromausfälle, wie etwa zuletzt in Spanien und Portugal, verdeutlichen die Verwundbarkeit bestehender Netze. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Strom rapide, insbesondere durch energieintensive Anwendungen wie Rechenzentren und Künstliche Intelligenz.

Auch strukturelle Probleme bleiben ungelöst. Selbst dort, wo erneuerbare Energie im Überfluss vorhanden ist, fehlt es häufig an effizienter Übertragung zum Verbraucher. In abgelegenen Regionen treiben zudem teure Alternativen wie Dieselgeneratoren die Kosten deutlich in die Höhe.

Solarenergie aus dem Orbit als Lösung?

Im Weltraum steht Solarenergie nahezu konstant zur Verfügung, unabhängig von Tageszeit, Wetter oder geografischen Einschränkungen. Das Konzept der weltraumgestützten Solarenergie ist zwar seit Jahrzehnten bekannt, doch erst jüngste Fortschritte machen es realistisch umsetzbar. Sinkende Startkosten, Fortschritte in der Satellitenfertigung und Entwicklungen in der Orbitrobotik eröffnen neue Möglichkeiten für eine wirtschaftliche Nutzung.

Schrittweise Umsetzung statt "Moonshot"

Statt direkt großskalige Systeme im All zu bauen, verfolgt TerraSpark einen pragmatischen Ansatz: Zunächst setzt das Unternehmen auf die Kommerzialisierung funkbasierter drahtloser Energieübertragung auf der Erde.

Damit sollen Sicherheit, Effizienz und regulatorische Anforderungen unter realen Bedingungen getestet werden. Parallel bereitet das Unternehmen erste Pilotanwendungen vor. Dies gilt als ein wichtiger Zwischenschritt, bevor die Technologie in den Orbit verlagert wird.

Langfristig plant TerraSpark:

  • erste Demonstrationsprojekte in den kommenden Monaten
  • einen orbitalen Technologiedemonstrator bis 2027
  • erste Weltraum-zu-Erde-Energieübertragung ab 2028

Hinter TerraSpark steht ein Team mit Erfahrung in Raumfahrt, Technologieentwicklung und Skalierung:

CEO Jasper Deprez ist Seriengründer und baute zuvor ein HR-Tech-Unternehmen mit globalen Kunden auf. CTO Dr. Sanjay Vijendran war bei der European Space Agency für das Solaris-Programm zur weltraumgestützten Solarenergie verantwortlich. COO Matthias Laug bringt als Mitgründer von Lieferando und Tier Mobility umfassende Erfahrung im Aufbau skalierbarer Plattformen mit.

Große Vision, wachsendes Investoreninteresse

Die Investoren sehen in TerraSpark eine seltene Kombination aus technischer Tiefe und Umsetzungskompetenz. Gerade in einem Bereich wie weltraumgestützter Energie, der lange als Zukunftsvision galt, gewinnt ein schrittweiser, industriell orientierter Ansatz an Bedeutung. Sollte die Technologie erfolgreich skaliert werden, könnte sie nicht nur neue Energiequellen erschließen, sondern auch globale, verlustarme Verfügbarkeit sauberer Energie liefern.

Noch steht TerraSpark am Anfang. Doch mit der aktuellen Finanzierung geht das Unternehmen einen entscheidenden Schritt von der Vision zur praktischen Umsetzung. Die zentrale Frage bleibt: Kann Solarenergie aus dem All tatsächlich zu einer tragfähigen Energieinfrastruktur werden?


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