Physical Risk Intelligence

Wiener Startup refinq erhält 2,2 Mio. Euro Seed

refinq erhält 2,2 Mio. Euro Seed-Finanzierung für Klima-Risikosoftware. Wiener Startup macht Natur- und Klimarisiken operativ steuerbar.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Wien, 10. Februar 2026

Das Wiener Startup refinq hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 2,2 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde besteht aus 1,9 Mio. Euro Eigenkapital sowie einer FFG-Förderung in Höhe von 300.000 Euro.

Lead-Investoren sind der aws Gründungsfonds und Symbia VC. Ebenfalls beteiligt sind Fund F sowie Business Angel Olivier Schwab. Mit dem Kapital baut refinq seine Softwareplattform weiter aus, mit der Unternehmen physische Klima- und Naturrisiken auf Asset-Ebene erkennen, bewerten und aktiv steuern können.

Warum klassische Risikomodelle nicht mehr ausreichen

Extremwetter, Überschwemmungen, Hitze oder Bodenerosion betreffen Unternehmen heute ganz konkret: einzelne Werke, Umspannwerke, Lager oder Lieferkettenknoten. Klassische Risikomodelle arbeiten meist mit aggregierten Wahrscheinlichkeiten und abstrakten Szenarien. Sie beantworten aber nicht die entscheidende operative Frage:

Warum ist dieses konkrete Asset an genau diesem Standort verwundbar und was bedeutet das finanziell?

Klimaresilienz wird für Unternehmen zu einem essenziellen Bestandteil modernen Risikomanagements. refinq bietet genau die operative Tiefe, die Unternehmen für den strategischen Umgang mit Natur- und Klimarisiken benötigen.

Markus Jandrinitsch, aws Gründungsfonds

Von Umweltfaktoren zu steuerbaren Geschäftsrisiken

refinq verknüpft hochaufgelöste Geodaten mit proprietären Informationen zur strukturellen Verwundbarkeit von Standorten. So werden Umwelt- und Klimafaktoren zu konkret quantifizierbaren Risiken, die sich priorisieren, vergleichen und aktiv managen lassen.

Unternehmen können damit:

  • Risiken einzelner Standorte bewerten,
  • Investitionen und Schutzmaßnahmen gezielt priorisieren,
  • Versicherungsstrategien fundierter aufsetzen,
  • und Ausfallrisiken sowie zukünftige Schäden reduzieren.

Die Plattform geht dabei über einzelne Assets hinaus: Kunden analysieren tausende Standorte entlang kompletter Wertschöpfungsketten, um Resilienz systematisch aufzubauen.

Bereits im Einsatz bei Industrie und kritischer Infrastruktur

Der Ansatz überzeugt bereits Kunden wie Wiener Stadtwerke, thyssenkrupp oder Mayr-Melnhof. Besonders für kritische Infrastruktur, industrielle Produktionsstandorte und kapitalintensive Assets liefert refinq Entscheidungsgrundlagen, die klassische Gefahrenmodelle nicht abdecken.

Statt reiner Risikoübersichten erhalten Unternehmen konkrete Handlungsempfehlungen, wo präventive Maßnahmen den größten Effekt haben.

Prävention statt reines Schadensmanagement

Im Unterschied zu vielen bestehenden Lösungen setzt refinq vor dem Schadensfall an. Die Plattform analysiert unter anderem:

  • Hydrologie,
  • Landnutzung,
  • Zustand von Ökosystemen,

und macht sichtbar, wie diese Faktoren die strukturelle Verwundbarkeit eines Standorts beeinflussen. Daraus lassen sich gezielte Anpassungs- und Schutzmaßnahmen ableiten. Natur wird so vom externen Risikofaktor zu einem operativen Steuerungshebel für resiliente, langfristig nutzbare Standorte.

refinq adressiert ein klares Marktbedürfnis mit einer skalierbaren Lösung und einem starken Team. Wir sehen großes Potenzial, das Geschäftsmodell international weiter zu skalieren.

Alex Burger, Symbia VC

Nächste Schritte

Mit der Seed-Finanzierung will refinq:

  • die Plattform technologisch weiter ausbauen,
  • zusätzliche Datenquellen integrieren,
  • und den Einsatz bei großen Industrie- und Infrastrukturbetreibern skalieren.

Ziel ist es, Physical Risk Intelligence als festen Bestandteil unternehmerischer Entscheidungsprozesse zu etablieren.

refinq ist ein Wiener Startup, das Unternehmen dabei unterstützt, physische Risiken aus Klima- und Naturveränderungen frühzeitig zu erkennen und aktiv zu steuern. Die Plattform verbindet Geodaten mit Asset-spezifischer Vulnerabilitätsanalyse und ermöglicht so ein präventionsorientiertes, skalierbares Risikomanagement für Industrie und Infrastruktur.


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