15 Minuten statt acht Stunden

Smart-Home-Konfiguration ist bisher sehr aufwändig, ein Passauer Start-up will das nun ändern. Vor allem Geschäftskunden sollen von dem Angebot von Pionize profitieren.

Ganz so schnell wie in der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ geht es dann doch nicht. Sonst hätte es mindestens seit 2015 fliegende Autos geben müssen. Deutlich präziser waren die Prognosen von Drehbuchautoren dafür bezüglich vernetzter Eigenheime. Was etwa im Film „Minority Report“ vor knapp 20 Jahren noch futuristisch wirkte, ist heute längst Realität, etwa per Stimmerkennung gesteuerte Entertainment-Systeme. Was allerdings keiner dieser Filme zeigte – aus gutem Grund, denn es wäre furchtbar langweilig – ist der immense Aufwand, den die Installation eines Smart-Home-Systems kostet. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen kam in einer Studie zu dem Schluss, dass mindestens acht Stunden Einarbeitung nötig sind, ehe Kühlschrank, Lichtschalter und Fernseher unproblematisch miteinander und mit dem jeweiligen Controller kommunizieren.

Auf dem Weg zum Durchbruch der Technologie ist das ein gewichtiges Hindernis. Das haben auch vier Studenten aus dem kleinen Universitätsstädtchen Passau erkannt und im vergangenen Jahr Pionize gegründet. Zuerst haben sie haben sie dabei an eine Lösung für Endverbraucher gedacht, jetzt stürzen sie sich voll auf Geschäftskunden. Seit heute ist die Whitelable-Konfiguratorlösung der Bayern auf dem Markt. 

„Wir denken dabei vor allem an Immobiliengesellschaften oder Elektronikhändler“

Maximilian Hauke, Chef von Pionize

„Mit unserem Konfigurator dauert die Zusammenstellung eines Smart Homes nur noch 15 Minuten“, sagt Gründer Maximilian Hauke. Er startete das Unternehmen 2019 mit seinen Partnern Alexander Lerach, Tymofii Melnyk und Mirabror Mirzokhidov. Der Grund für die immense Zeitersparnis: Pionize nimmt den Kunden die Arbeit ab, Produkte verschiedener Anbieter zu kombinieren.

Priorität hat aktuell die Whitelabel-Lösung, die andere Firmen in ihr Angebot integrieren können. „Wir denken dabei vor allem an Immobiliengesellschaften oder Elektronikhändler“, sagt Hauke. Wird etwa eine Wohnung verkauft oder vermietet, kann die Gesellschaft den Käufern direkt anbieten, sich entsprechende Smart-Home-Funktionen dazuzubuchen. Die Firma selbst bezahlt dann wiederum Pionize.

So soll das Produkt von Pionize aussehen. (Foto: Pionize)

Bei Pionize setzen sie auf einen Algorithmus, der dem Kunden dabei hilft, das passende System für sich zusammenzustellen. Das soll anhand von gerade einmal sieben Fragen geschehen. Im Anschluss können Nutzer alle Produkte über Pionize bestellen, am Ende sollen sie es auch über die Pionize-App steuern. „Aktuell sind Firmen wie Philips, Nuki und Osram auf ihre eigenen Bereiche spezialisiert. So ist es leider die Regel, dass für die Steuerung der Marke meist eine extra App notwendig ist“, so Hauke. Geschlossene Systeme gebe es zwar auch zu kaufen, aber da fehle die Auswahlmöglichkeit bei einzelnen Bestandteilen.

Endverbraucher werden das Produkt nicht allzu bald sehen

Wie die Schnittstellen mit den einzelnen Anbietern funktionieren, will Hauke nicht verraten, das sei Betriebsgeheimnis. Nur so viel sagt er: „Mit uns sind alle Marken kompatibel.Wir vereinen so alle in unserer Plattform.“ Geld verdient das Unternehmen durch Provisionen für die Vermittlung der Kunden an die Händler, außerdem für die Bereitstellung der Smart-Control-Funktion, also der Steuerung.

Doch so gut diese Idee klingt, Endverbraucher werden sie so schnell wohl nicht in die Finger bekommen. Stattdessen hat Pionize im Laufe der Entwicklung einen klassischen Pivot hingelegt, vom B2C- zum B2B-Geschäft. „Wir haben einfach festgestellt, dass der Endkundenmarkt sehr hart umkämpft ist“, so Hauke. Die Gründer sahen daher zunächst größere Chancen auf dem Geschäftskundenmarkt.

Finanziert haben die Gründer das Start-up größtenteils aus eigener Tasche, außerdem gab es Unterstützung vom bayerischen Staatsministerium. Bis August sei Pionize durchfinanziert. „Langfristig suchen wir allerdings noch einen strategischen Partner“, sagt Gründer Hauke. Mit möglichen Investoren sei man aktuell im Gespräch, das Geld soll sowohl in die Technologie als auch das Personal fließen, dass aktuell nur aus den Gründern und vier Praktikanten besteht. 


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