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Green Startup Report 2026: Wachstum hält an, Dynamik lässt nach

Hohe Patentquoten, starke Klimawirkung, früher Zugang zu Kapital. Grüne Startups zeigen technologische Stärke, verlieren aber an Gründungsdynamik.
Report von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 25. Februar 2026

Der Green Startup Report 2026 (GSR) zeigt ein differenziertes Bild der nachhaltigen Gründungslandschaft in Deutschland. Während die Gesamtzahl grüner Startups weiter steigt und ihre technologische Bedeutung zunimmt, verliert die Gründungsdynamik zuletzt an Tempo. Herausgegeben wird die Studie vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit, das die Entwicklung der Green-Economy-Gründungsszene bereits seit 2013 untersucht.

Grüne Startups bleiben wichtiger Innovationstreiber

Zwischen 2016 und 2025 wurden in Deutschland 4.668 grüne Startups gegründet. Damit ist die Green-Startup-Community im Zehnjahresvergleich um sechs Prozent gewachsen.
Die Studie unterstreicht die zentrale Rolle dieser Unternehmen für:

  • die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft,
  • technologische Innovation in Zukunftsmärkten,
  • die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.

Besonders deutlich wird das Klimaschutzpotenzial: Grüne Startups reduzieren laut Report die relevanten Treibhausgasemissionen ihrer Lösungen im Schnitt um mehr als 70 % gegenüber konventionellen Technologien.

Eine Community von mittlerweile fast 4.700 innovativen jungen Unternehmen entwickelt mit Mut und visionärer Kraft Zukunftslösungen für Klimaschutz, Ressourcensouveränität und Resilienz und stärkt damit den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Prof. Dr. Klaus Fichter, Direktor, Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit

Anteil an Neugründungen sinkt erstmals seit Jahren

Trotz wachsender Gesamtzahlen zeigt sich erstmals eine rückläufige Dynamik.
Der Anteil grüner Startups an allen Neugründungen:

  • lag 2023 noch bei knapp 20 %,
  • sank bis 2025 auf 13 %.

Der Report macht deutlich, welches Potenzial in grünen Gründungen steckt – und zugleich, wie wichtig eine verlässliche Förderung und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen beim Schritt in den Markt sind.

Dr. Armgard Wippler, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Die Autorinnen und Autoren sehen darin ein Signal, dass strukturelle Rahmenbedingungen, etwa Finanzierung, Regulierung oder Marktanreize, stärker in den Fokus rücken müssen, um das Wachstumstempo wieder zu erhöhen.

Hohe technologische Tiefe spiegelt sich in Patenten wider

Ein zentrales Merkmal grüner Startups ist ihre ausgeprägte Forschungs- und Innovationsorientierung. 35 % der finanzierten Green Startups besitzen mindestens ein Patent, während bei vergleichbaren europäischen Startups liegt dieser Anteil nur bei rund 14 %.

Der überdurchschnittliche Patentanteil gilt als Indikator für eine starke DeepTech-Ausrichtung vieler Geschäftsmodelle, etwa in den Bereichen Energie, Materialien, Kreislaufwirtschaft oder Mobilität.

Auch beim Zugang zu Kapital zeigen sich Unterschiede:
Grüne Startups erhalten ihre erste externe Finanzierung im Durchschnitt früher als andere Gründungen. Das deutet auf eine hohe Attraktivität nachhaltiger Geschäftsmodelle für Investierende hin, besonders vor dem Hintergrund wachsender GreenTech-Märkte.

Regionale Schwerpunkte bleiben klar erkennbar

Die grüne Gründungsszene konzentriert sich stark auf wenige Bundesländer. Mehr als die Hälfte aller Green Startups entfällt auf Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Beim relativen Anteil grüner Startups an allen Gründungen liegt hingegen Mecklenburg-Vorpommern (28 %) vorn, gefolgt von Bremen (26 %).

Überdurchschnittlicher Frauenanteil in Führungspositionen

Auch bei der Diversität zeigen sich Unterschiede zur Gesamtgründungsszene. 22 % der 2025 gegründeten Green Startups haben Frauen in der Geschäftsführung, während es bei nicht-grünen Startups nur 16 % sind.

Insbesondere für die nächste Generation deutscher Unternehmen, die die Umweltaspekte berücksichtigen, zahlt sich das nachhaltige Wirtschaften aus.

Dr. Natalia Gorynia-Pfeffer, RKW

Auffällig ist zudem, dass weibliche Führungskräfte bei grünen Unternehmen häufiger auch nach der Gründung noch ins Management aufgenommen werden.

Fundierte Datengrundlage für Politik, Förderung und Investment

Der Green Startup Report 2026 versteht sich nicht nur als Bestandsaufnahme, sondern als Entscheidungsgrundlage für:

  • wirtschafts- und innovationspolitische Strategien,
  • Förderprogramme für nachhaltige Technologien,
  • Investitionsentscheidungen im ClimateTech- und GreenTech-Sektor.

Die Ergebnisse zeigen, dass die technologische Substanz vorhanden ist. Nun kommt es darauf an, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass aus Stabilität wieder stärkere Gründungsimpulse entstehen.

Den gesamten Report mit vielen weiteren spannenden Insights und Schlußfolgerungen findet man hier: https://www.borderstep.de/publikation/green-startup-report-2026/


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