Mobilität wird teurer, Tourismus erholt sich, Gesellschaft wird vielfältiger
Drei aktuelle Trends und was sie für Gründer bedeuten
Das Bundesamt für Statistik hat spannende Zahlen veröffentlicht, die für Gründer in den einzelnen Branchen einen großen Impact haben könnten. Wer mit seinem Startup nah am Markt ist, kann davon aber durchaus profitieren.
Autofahren wird zum Kostenfaktor und verändert Märkte
Mobilität mit dem eigenen Auto wird für Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend zur finanziellen Belastung. Im März 2026 lagen die Preise rund ums Autofahren um 6,7 % über dem Vorjahresniveau und damit deutlich über der allgemeinen Inflationsrate von 2,7 %. Haupttreiber sind die Kraftstoffpreise: Diese stiegen im selben Zeitraum um satte 20 %, wobei insbesondere Diesel (+29,7 %) und Superbenzin (+17,3 %) deutlich teurer wurden.
Auch langfristig zeigt sich ein klarer Trend: Seit 2020 sind die Kosten für Autofahrer um mehr als 30 % gestiegen. Besonders stark verteuert haben sich Versicherungen, Gebrauchtwagen sowie Fahrschul- und Führerscheinkosten.
Für Gründer entsteht hier ein Spannungsfeld, aber auch eine Chance. Geschäftsmodelle rund um alternative Mobilität, Sharing-Angebote, Elektromobilität oder Effizienzlösungen treffen auf einen Markt, in dem Kostenbewusstsein zunehmend zum Treiber wird. Gleichzeitig bleibt Mobilität ein zentraler Ausgabenblock: Haushalte investieren knapp 12 % ihrer Konsumausgaben in diesen Bereich.
Öffentlicher Verkehr: Zwischen Preisdruck und politischem Einfluss
Auch der öffentliche Nah- und Fernverkehr ist nicht immun gegen Preissteigerungen. Kombinierte Tickets für Bus und Bahn verteuerten sich binnen Jahresfrist um 6,2 %, was unter anderem auf die Anpassung des Deutschlandtickets zurückzuführen ist.
Doch im mittelfristigen Vergleich zeigt sich ein differenzierteres Bild. Während viele Mobilitätskosten steigen, hat das Deutschlandticket seit seiner Einführung zu einem deutlichen Rückgang der Preise für kombinierte ÖPNV-Angebote geführt. Für Gründer im Mobility- oder Travel-Tech-Sektor bedeutet das, Politische Maßnahmen können Märkte schnell verändern und neue Geschäftsmodelle ermöglichen oder bestehende unter Druck setzen.
Tourismus auf Erholungskurs, aber noch unter Vorkrisenniveau

Parallel dazu zeigt sich der deutsche Tourismussektor stabil und wachsend. Im Februar 2026 wurden 27,7 Millionen Übernachtungen gezählt und damit ein Plus von 3,3 % gegenüber dem Vorjahr. Sowohl inländische als auch internationale Gäste trugen zu diesem Wachstum bei.
Auch der Jahresauftakt fällt positiv aus. In den ersten beiden Monaten 2026 lagen die Übernachtungszahlen über dem Vorjahreszeitraum. Dennoch bleibt eine Lücke, denn das Niveau des Rekordjahres 2020 wird weiterhin nicht erreicht.
Für Gründer in der Tourismusbranche eröffnet sich damit ein Markt im Aufwind, der gleichzeitig noch Entwicklungspotenzial bietet. Digitale Buchungsplattformen, nachhaltige Reiseangebote oder spezialisierte Nischenkonzepte könnten besonders profitieren.
Deutschland wird vielfältiger und jünger

Ein dritter zentraler Trend betrifft die gesellschaftliche Struktur. 21,8 Millionen Menschen in Deutschland haben mittlerweile eine Einwanderungsgeschichte, das entspricht 26,3 % der Bevölkerung. Seit 2005 ist diese Gruppe um zwei Drittel gewachsen.
Besonders relevant für die Wirtschaft: Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind im Durchschnitt deutlich jünger. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen hat bereits mehr als jede dritte Person eine entsprechende Biografie.
Zugleich zeigt sich ein gemischtes Bild bei der Qualifikation. Während akademische Abschlüsse ähnlich häufig sind wie in der Gesamtbevölkerung, gibt es deutlich mehr Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Hier liegt ein erhebliches Potenzial für den Bereich Edtech aber auch eine Herausforderung für Arbeitsmarkt, staatliches Bildungssystem und Unternehmen.
Was Gründer daraus lernen können
Die drei Entwicklungen: steigende Mobilitätskosten, wachsender Tourismus und zunehmende gesellschaftliche Vielfalt sind mehr als isolierte Trends. Sie greifen ineinander und verändern Märkte nachhaltig.
Für Gründer bedeutet das:
- Kostengetriebene Innovationen im Mobilitätsbereich werden wichtiger
- Tourismus bleibt Wachstumsmarkt, braucht aber neue Impulse
- Diversität wird zum Erfolgsfaktor, sowohl für Teams als auch für Zielgruppen
Wer diese Entwicklungen früh versteht, kann daraus tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln.

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