Personalien

Führungswechsel zu Jahresbeginn: Das Jobrad dreht sich bei Kamux, N26 und Solaris

Neue Vorstände, neue Phasen. Gründer ziehen sich zurück, Manager übernehmen das Steuer.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 02. Januar 2026

Der Jahreswechsel 2025/26 bringt Bewegung in die Führungsetagen mehrerer europäischer Unternehmen. Ob im Handel, im Fintech oder im Embedded-Finance-Sektor, zum Ende des Jahres werden Vorstände neu aufgestellt, Übergaben vorbereitet und strategische Weichen für die nächste Wachstumsphase gestellt. Drei aktuelle Beispiele zeigen, wie dynamisch sich das Personalkarussell zum Jahresende dreht.

Kamux: Chief People Officer verlässt Unternehmen

Beim finnischen Gebrauchtwagenhändler Kamux kommt es zu einer Veränderung im Group Management Team. Joanna Clark, Chief People Officer und Mitglied der Konzernleitung, wird das Unternehmen verlassen, um eine neue Position außerhalb von Kamux zu übernehmen. Sie bleibt noch bis Ende März 2026 im Amt, um einen geordneten Übergang sicherzustellen.

Der Rekrutierungsprozess für ihre Nachfolge wird umgehend gestartet. CEO Juha Kalliokoski würdigte Clarks Beitrag zur Weiterentwicklung der Organisation und betonte die Bedeutung einer stabilen HR-Führung für das weitere Wachstum der international tätigen Unternehmensgruppe.

N26: Mitgründer zieht sich zurück. Übergang zur neuen CEO-Generation

Auch bei der Berliner Neobank N26 steht der Jahreswechsel im Zeichen eines geplanten Führungswechsels. Maximilian Tayenthal, Mitgründer und Co-CEO, legt seine operativen Rollen als Co-CEO und COO zum 31. Dezember 2025 nieder. Damit bereitet N26 den Übergang zu einer neuen Führungsspitze vor.

Der Aufbau von N26 war eine der prägendsten Erfahrungen meines Lebens.

Maximilian Tayenthal, Mitgründer und Co-CEO von N26

Bis zum Amtsantritt des neuen CEOs Mike Dargan im April 2026 wird N26 interimsweise von Arnd Schwierholz (CFO) und Marcus W. Mosen als Co-CEOs geführt. Zusätzlich wurde das Vorstandsteam zuletzt durch Jochen Klöpper als Chief Risk Officer verstärkt. Der Führungswechsel erfolgt vor dem Hintergrund einer stabilisierten Geschäftsentwicklung: Nach dem Erreichen der Gewinnschwelle 2024 strebt N26 für 2025 nachhaltige Profitabilität an.

Der Rückzug Tayenthals markiert zugleich das Ende einer Gründer-Ära und den Übergang in eine stärker managergeprägte Wachstumsphase.

Solaris: Vorstand neu aufgestellt nach abgeschlossener Restrukturierung

Bei der Berliner Embedded-Finance-Plattform Solaris ist der Führungswechsel Teil eines umfassenden Nachfolgeprozesses nach einer tiefgreifenden Restrukturierung. CEO Carsten Höltkemeyer scheidet zum Jahresende 2025 aus dem Vorstand aus und bleibt dem Unternehmen beratend verbunden. Unter seiner Führung wurde Solaris finanziell und regulatorisch stabilisiert und auf profitables Wachstum ausgerichtet.

Sein Nachfolger wird Steffen Jentsch, der zuvor im Vorstand der flatexDEGIRO AG tätig war. Mit ihm übernimmt ein Manager mit ausgeprägter Erfahrung in digitalen Finanzplattformen, regulatorischen Transformationen und Skalierungsprozessen. Parallel verlässt auch CRO Ansgar Finken den Vorstand. Seine Nachfolge tritt Matthias Heinrich an, zuletzt Chief Risk Officer der flatexDEGIRO Bank AG.

Solaris in einer so entscheidenden Phase der Entwicklung beizutreten, ist eine große Aufgabe. In der digitalen Finanzwelt bildet ein robustes und zukunftsorientiertes Risikomanagement das Fundament für Vertrauen und ist ein zentraler Treiber für nachhaltige Skalierung.

Matthias Heinrich, designierter CRO

Der personelle Neustart folgt auf den Einstieg des japanischen Finanzkonzerns SBI, der sich Anfang 2025 eine Mehrheitsbeteiligung an Solaris gesichert hatte. Das neue Managementteam soll nun die nächste Wachstumsphase in Europa gestalten.

Jahreswechsel als natürlicher Wendepunkt

Die aktuellen Beispiele zeigen, der Jahreswechsel bleibt ein klassischer Zeitpunkt für strategische Personalentscheidungen. Nach Restrukturierungen, Wachstumsphasen oder regulatorischen Anpassungen nutzen viele Unternehmen den Übergang ins neue Jahr, um Verantwortung neu zu verteilen und die Organisation auf die kommenden Herausforderungen auszurichten.

Für Gründer:innen und Führungskräfte ist das ein bekanntes Muster und ein weiterer Beleg dafür, dass das Jobrad im Startup- und Tech-Ökosystem gerade zum Jahresende besonders schnell dreht.


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