Kreislaufwirtschaft

Twogee Biotech sammelt 2,2 Mio. Euro Seed ein

Münchner Startup bringt Enzyme für zirkuläre Biomasse in die Industrie. HTGF und Bayern Kapital investieren in nachhaltige 2G-Rohstoffe.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · München, 29. Januar 2026

Das Münchner Biotechnologie-Startup Twogee Biotech hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 2,16 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Mit dem frischen Kapital will das 2024 gegründete Startup seine Enzymplattform zur industriellen Verwertung von Biomasse-Restströmen weiterentwickeln und kommerzialisieren. Ziel ist es, fossile und lebensmittelbasierte Rohstoffe in der chemischen Industrie durch nachhaltige Alternativen der zweiten Generation (2G) zu ersetzen.

Investoren setzen auf Enzymtechnologie für die Kreislaufwirtschaft

An der Finanzierungsrunde beteiligen sich der High-Tech Gründerfonds (HTGF) und Bayern Kapital. Ergänzt wird das Investorenkonsortium durch strategische Partner wie die AgriFoodTech Venture Alliance sowie Heinz Entsorgung. Mit der Runde stärkt Twogee Biotech sowohl seine technologische Entwicklung als auch den Markteintritt.

Enzyme als Schlüssel zur Nutzung von Biomasse-Restströmen

Twogee Biotech entwickelt kundenspezifische Enzym- und Produktionsstammlösungen, mit denen bislang wirtschaftlich gering genutzte Biomasse-Rest- und Nebenströme in hochwertige, nachhaltige Rohstoffe umgewandelt werden können – insbesondere 2G-Zucker für Bio- und SynBio-Anwendungen. Im Gegensatz zu Rohstoffen der ersten Generation stammen diese nicht aus lebensmittelbasierten Quellen.

Viele industrielle Reststoffe enthalten erhebliche ungenutzte Wertschöpfung. Wir helfen unseren Partnern, diese Potenziale mit minimalem Integrationsaufwand und klarer wirtschaftlicher Perspektive zu erschließen.

Frank Wallrapp, CEO von Twogee Biotech

Herzstück des Ansatzes ist eine prädiktive Entwicklungsplattform, die Enzym-Screening, Stammengineering und Fermentation von Beginn an industrienah verzahnt. Dadurch sollen Entwicklungszeiten verkürzt und Risiken beim Scale-up reduziert werden.

Vom Labor in die Industrie: Erste Projekte bereits umgesetzt

Das von Frank Wallrapp (CEO) und Helge Jochens (CTO) gegründete Unternehmen verfügt bereits über eigene Labore und Bioreaktoren im Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) in Martinsried. Erste MVPs sind verfügbar, zudem laufen bezahlte Pilotprojekte mit Industriepartnern. Ein zentrales Element des Geschäftsmodells ist ein Lizenzansatz, der es Kunden ermöglicht, Enzyme lokal selbst zu produzieren – mit positiven Effekten auf Kosten, CO₂-Bilanz und Versorgungssicherheit.

2G-Rohstoffe haben die Chance, ein wirklicher Game Changer zu sein, wenn Nachhaltigkeit und höhere Gewinne wie hier Hand in Hand gehen.

Tilmann Petersen, Investment Manager beim HTGF

Kapital fließt in Skalierung, Labore und Teamaufbau

Mit dem Seed-Kapital will Twogee Biotech vor allem den Ausbau der Laborinfrastruktur, die Weiterentwicklung prädiktiver Bioreaktorsysteme sowie den Aufbau eines erfahrenen Teams für Prozess- und Scale-up-Entwicklung vorantreiben. Damit positioniert sich das Startup als technologischer Entwicklungspartner für Industrieunternehmen, die ihre bestehenden Anlagen und Stoffströme in zirkuläre, CO₂-arme Wertschöpfungssysteme überführen möchten.


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