Wirtschaftszahlen

Defizit erreicht Niveau der Energiekrise von 2022

Öffentliches Finanzierungsdefizit steigt 2025 auf 127,3 Milliarden Euro. Alle staatlichen Ebenen erstmals seit Jahren gleichzeitig im Minus.
Report von Marc Nemitz Marc Nemitz · Wiesbaden, 07. April 2026

Der öffentliche Gesamthaushalt in Deutschland hat im Jahr 2025 ein Finanzierungsdefizit von 127,3 Milliarden Euro verzeichnet. Damit liegt das Minus laut Statistisches Bundesamt wieder auf dem Niveau des Jahres 2022, dem Höhepunkt der Energiekrise. Insgesamt standen Einnahmen von rund 2.081 Milliarden Euro Ausgaben von etwa 2.208 Milliarden Euro gegenüber. Das Defizit fiel damit um 22,9 Milliarden Euro höher aus als im Vorjahr.

Besonders auffällig ist, anders als 2022 verzeichneten 2025 alle staatlichen Ebenen gleichzeitig ein Defizit.

Bund und Kommunen treiben Entwicklung

Besonders stark ausgeweitet hat sich das Defizit beim Bund. Es stieg um 34,5 Milliarden Euro auf insgesamt 85,4 Milliarden Euro. Hauptgrund sind deutlich gestiegene Ausgaben bei nahezu stagnierenden Einnahmen. Auch die Kommunen verzeichneten einen deutlichen Anstieg: Ihr Defizit wuchs um 7,1 Milliarden Euro auf 31,9 Milliarden Euro. Die ist ein historischer Höchstwert.

Demgegenüber konnten die Länder ihr Defizit um 9,5 Milliarden Euro auf 8,7 Milliarden Euro reduzieren. Auch die Sozialversicherung verbesserte sich leicht und wies ein vergleichsweise geringes Minus von 1,3 Milliarden Euro aus.

Steigende Ausgaben und politische Entscheidungen

Beim Bund stiegen die Ausgaben um 6,1 % auf 658 Milliarden Euro, während die Einnahmen kaum zulegten (+0,6 %). Eine zentrale Rolle spielte dabei die politische Entscheidung, stärker auf Schuldenfinanzierung zu setzen.

Dazu zählen unter anderem kreditfinanzierte Sondervermögen für Bundeswehr, Infrastruktur und Klimaschutz. Gleichzeitig wurden zusätzliche Mittel zur Stabilisierung der Sozialversicherung bereitgestellt, etwa durch höhere Zuschüsse zur Rentenversicherung sowie Darlehen an Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Investitionen und Verteidigungsausgaben steigen

Ein wesentlicher Ausgabentreiber waren zudem militärische Beschaffungen, die 2025 um 23,4 % auf 39 Milliarden Euro anstiegen. Ein Punkt der uns immer wieder hier auf Startbase begleitet und den wir deutlich durch die gestiegene Zahl von Meldungen aus dem Defence-Bereich bestätigen können.

Investitionen in Infrastruktur entwickelten sich hingegen moderater: Während Bund (+10,5 %) stärker investierte, legten Länder (+2,6 %) und Kommunen (+3,5 %) nur leicht zu.

Strukturelle Herausforderungen bleiben

Parallel steigen die Anforderungen an die öffentliche Hand weiter, etwa durch höhere Sozialausgaben, Investitionen in Infrastruktur und den wachsenden Finanzbedarf im Zuge von Digitalisierung und Klimawandel.

Das aktuelle Defizit unterstreicht damit die strukturellen Herausforderungen für die öffentlichen Haushalte in den kommenden Jahren. Spannend dürfte die weitere Entwicklung sein, denn die aktuelle Krise durch den Irankrieg ist den Zahlen noch gar nicht abgebildet. Für viele Gründungsbereiche dürften die Finanzierungsschwierigkeiten damit zunehmen, während sich Startups im Feld Defence-Tech über die erhöhte Aufmerksamkeit freuen können.


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