Statistik

Deutschland hat die ältesten Arbeiter in der EU

Deutschland hat die älteste Erwerbsbevölkerung der EU. 16,1 % der Menschen gelten laut dem Statistischen Bundesamt als armutsgefährdet.
Report von Marc Nemitz Marc Nemitz · Wiesbaden, 03. Februar 2026

Deutschland weist innerhalb der Europäischen Union die älteste Erwerbsbevölkerung auf. Zudem gelten über 16% der Gesamtbevölkerung armutsgefährdet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis von Eurostat-Daten mitteilt, waren im Jahr 2024 rund 9,8 Millionen der insgesamt 40,9 Millionen Erwerbstätigen zwischen 55 und 64 Jahre alt. Das entspricht einem Anteil von 24,0 % und somit dem höchsten Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten. EU-weit lag der Anteil dieser Altersgruppe bei 20,1 %.

Auch Italien (23,0 %) und Bulgarien (22,3 %) verzeichneten einen hohen Anteil älterer Erwerbstätiger. Deutlich niedriger war dieser Anteil hingegen in Malta (10,8 %), Luxemburg (12,8 %) und Polen (15,2 %).

Steigendes Renteneintrittsalter als zentraler Treiber

Ein wesentlicher Grund für den hohen Anteil älterer Erwerbstätiger ist die Alterung der Bevölkerung. Hinzu kommt, dass Menschen in Deutschland immer später in Rente gehen. Das durchschnittliche Renteneintrittsalter lag 2024 bei 64,7 Jahren. Dies ist deutlich höher als 2004, als es bei rund 63 Jahren lag.

Ursächlich dafür sind unter anderem die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis 2029 sowie das Auslaufen früherer Modelle der vorgezogenen Altersrente, die teils bereits ab 60 Jahren möglich waren.

Neue Destatis-Sonderseite zu Rente und Alterssicherung

Zur besseren Einordnung dieser Entwicklungen hat das Statistische Bundesamt eine neue Sonderseite zum Thema Rente und Alterssicherung veröffentlicht. Dort werden Daten zu Demografie, Erwerbstätigkeit, Einkommen, Rentenzugang und staatlichen Ausgaben gebündelt.

16,1 % der Bevölkerung armutsgefährdet

Parallel zu den demografischen Entwicklungen zeigt sich eine angespannte soziale Lage: 13,3 Millionen Menschen in Deutschland galten zuletzt als armutsgefährdet. Das entspricht 16,1 % der Bevölkerung und damit einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr (15,5 %).

Als armutsgefährdet gilt nach EU-Definition, wer über weniger als 60 % des mittleren Äquivalenzeinkommens verfügt. 2025 lag diese Schwelle für Alleinlebende bei 1.446 Euro netto pro Monat, für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3.036 Euro.

Alleinlebende, Alleinerziehende und Nichterwerbstätige besonders betroffen

Besonders häufig armutsgefährdet sind Alleinlebende (30,9 %) sowie Personen in Alleinerziehenden-Haushalten (28,7 %). Betrachtet man den Erwerbsstatus, weisen Arbeitslose mit 64,9 % die höchste Armutsgefährdungsquote auf. Auch andere Nichterwerbstätige (33,8 %) sowie Menschen im Ruhestand (19,1 %) sind überdurchschnittlich betroffen.

Über die Einkommensarmut hinaus betrachtet Destatis auch soziale Teilhabe. Im Jahr 2025 waren 21,2 % der Bevölkerung (rund 17,6 Millionen Menschen) von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht. Dieser Anteil blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Nach EU-Definition trifft dies zu, wenn mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt ist: Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze, erhebliche materielle oder soziale Entbehrung oder sehr geringe Erwerbsbeteiligung im Haushalt.


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