Patente

München, Stuttgart und Ludwigshafen führend bei Patentanmeldungen in Europa

Rekordjahr! Über 200.000 Patente beim Europäischen Patentamt. Deutschland bleibt Innovationsführer in Europa, trotz leichtem Rückgang.
Report von Marc Nemitz Marc Nemitz · München, 24. März 2026

Das Europäisches Patentamt hat im Jahr 2025 erstmals mehr als 200.000 Patentanmeldungen verzeichnet. Laut dem aktuellen "Technology Dashboard 2025" gingen insgesamt 201.974 Anmeldungen ein. Dies ist ein Anstieg von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit setzt sich der langfristige Wachstumstrend im europäischen Innovationssystem fort.

Während die Anmeldungen aus Europa leicht um 0,4 Prozent zulegten, wuchs die Zahl der Anmeldungen aus Nicht-EU-Ländern stärker (+2,1 %). Patentanmeldungen gelten als wichtiger Frühindikator für Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Deutschland bleibt Europas Innovationsmotor

Deutschland behauptet seine Position als führendes Land in Europa und belegt weltweit den zweiten Platz hinter den USA. Insgesamt wurden 24.476 Patente aus Deutschland eingereicht, was einem Rückgang von 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Trotz dieses leichten Rückgangs entfallen weiterhin 12,1 Prozent aller Anmeldungen beim Europäisches Patentamt auf Deutschland. Die USA bleiben mit über 47.000 Anmeldungen global führend, während China mit starkem Wachstum erstmals Japan überholt und auf Platz drei vorrückt.

Computertechnik und KI treiben Innovationen

Ein zentraler Wachstumstreiber bleibt die Computertechnik, die auch 2025 das wichtigste Technologiefeld darstellt. Besonders dynamisch entwickeln sich KI-bezogene Innovationen (+9,5 %) sowie Quantentechnologien (+37,9 %).

Auch die digitale Kommunikation verzeichnet starkes Wachstum (+11,4 %), angetrieben durch den globalen Wettbewerb um 6G-Technologien. Im Bereich Energie und elektrische Systeme profitieren insbesondere Batterietechnologien von steigenden Innovationsaktivitäten.

Deutschland stark in Industrie- und Zukunftstechnologien

In Deutschland zählen die Bereiche Energie, Transport und Computertechnik zu den wichtigsten Innovationsfeldern. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum in der Computertechnik (+10,3 %), das über dem internationalen Durchschnitt liegt.

Im Transportsektor, insbesondere im Automobilbereich, bleibt Deutschland trotz rückläufiger Zahlen führend und hält mit 17,6 Prozent den größten Anteil an europäischen Patentanmeldungen in diesem Segment.

Große Konzerne und Forschungseinrichtungen dominieren Rankings

Zu den weltweit größten Patentanmeldern zählen weiterhin asiatische Technologiekonzerne wie Samsung, Huawei und LG. Aus Deutschland schaffen es Siemens und BASF unter die Top 10, während Robert Bosch ebenfalls zu den führenden Anmeldern gehört. Im Bereich Forschungseinrichtungen übernimmt die Fraunhofer-Gesellschaft erneut die Spitzenposition in Europa.

Süddeutschland als Innovationszentrum Europas

Auch regional zeigt sich eine starke Konzentration: Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen gehören zu den innovationsstärksten Regionen Europas. Bayern liegt europaweit auf Platz zwei, hinter der französischen Region Île-de-France.

Auf Stadtebene bleibt München die führende Patentmetropole Europas, gefolgt von Stuttgart und Ludwigshafen.

Globaler Wettbewerb nimmt weiter zu

Der internationale Wettbewerb verschärft sich weiter. Während die USA ihre Spitzenposition behaupten, wachsen insbesondere China (+9,7 %) und Südkorea (+9,5 %) dynamisch. Seit 2016 haben sich die Patentanmeldungen aus China mehr als verdreifacht.

Insgesamt stammen inzwischen 57 Prozent aller Patentanmeldungen beim Europäisches Patentamt aus Ländern außerhalb Europas – ein Zeichen für die globale Bedeutung des europäischen Patentsystems.

Einheitspatent gewinnt an Bedeutung

Das 2023 eingeführte Einheitspatent entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Instrument für den europäischen Binnenmarkt. Mit über 80.000 Anträgen und einer Nutzungsquote von 28,7 Prozent im Jahr 2025 vereinfacht es den Patentschutz in 18 EU-Staaten erheblich.

Auch deutsche Unternehmen nutzen das System verstärkt: Die Quote liegt bei 37,6 Prozent und damit leicht über dem Vorjahr.


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