Startupfinanzierung

Die clevere Alternative für Startups in Zeiten knappen Risikokapitals

Wenn Risikokapital knapp wird, braucht es neue Wege. Venture Clienting ermöglicht Startups Wachstum durch echte zahlende Kunden statt durch endlose Pitchdecks.
Meinungsartikel von Marc Nemitz Marc Nemitz · Marburg, 09. Februar 2026

Das Jahr 2025 brachte für die deutsche Startup-Szene gemischte Nachrichten: Laut dem EY Startup-Barometer wurden nur 716 Deals abgeschlossen. Dies entspricht einem Minus von 5 % im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig boomte die Gründungsaktivität: Der Startup-Verband zählte 3.568 Neugründungen. Rein rechnerisch bedeutet das, dass nur rund 20 % der Startups überhaupt über klassische Finanzierungsrunden direkten Zugang zu Risikokapital erhalten.

Die einzelnen Zahlen sind sicherlich diskutabel, da je nach vorliegender Datengrundlage unterschiedliche Werte für die Anzahl von Startups und Finanzierungsrunden ermittelt werden können. Unabhängig von diesen Abweichungen lässt sich jedoch ein klarer Trend nicht bestreiten: Es besteht ein deutlicher Missmatch zwischen der reinen Anzahl neu gegründeter Startups und der Anzahl der tatsächlich stattfindenden Finanzierungsrunden. Bezieht man zusätzlich die bereits bestehende Startup-Landschaft in die Betrachtung ein, vergrößert sich dieses Gap weiter und unterstreicht die strukturelle Diskrepanz zwischen Angebot und verfügbarer Finanzierung.

Venture Clienting als Finanzierungsoption für Startups

Für Gründer, die ihr Unternehmen skalieren wollen, stellt sich damit eine zentrale Frage: Wie kann ich mein Startup erfolgreich weiterentwickeln, ohne abhängig von einer Finanzierung zu sein, die ohnehin nur wenige erreicht? Die Antwort lautet Venture Clienting.

Beim Venture Clienting wird ein Startup direkt Kunde eines etablierten Unternehmens. Statt in aufwendigen und unsicheren Finanzierungsrunden um Kapital zu kämpfen, verkauft das Startup seine Lösung direkt an das Unternehmen, welches ein konkretes Problem hat. Das verschafft nicht nur eine verlässliche Einnahmequelle, sondern bindet die Gründer auch unmittelbar in die Umsetzung und Optimierung ihrer Lösung ein.

Warum ist das für Gründer so attraktiv?

  1. Finanzierungssicherheit ohne Fremdkapital: Wer einen zahlenden Großkunden hat, reduziert das finanzielle Risiko erheblich.
  2. Schnelles Marktfeedback: Durch die direkte Zusammenarbeit mit dem Kunden werden Produkte nicht im Labor entwickelt, sondern an realen Problemen getestet und verbessert.
  3. Netzwerk- und Skalierungseffekte: Zufriedene Venture Clients können als Referenzkunden dienen und weitere Marktchancen eröffnen.
  4. Strategische Partnerschaften: Startups profitieren nicht nur von Umsatz, sondern auch vom Zugang zu Know-how, Infrastruktur und potenziellen Folgeaufträgen.

Venture Clienting als pragmatische Alternative

Gerade in einem Umfeld, in dem das klassische Risikokapital knapp ist und die Zahl der Gründungen stetig wächst, bietet Venture Clienting eine pragmatische, risikoarme und marktnähere Alternative, um als Startup zu wachsen. Für Gründer bedeutet das weniger Zeit in Verhandlungen über Finanzierungsrunden und mehr Zeit in der Entwicklung echter Lösungen.

Venture Clienting ist damit weit mehr als ein Vertriebsmodell. Es ist eine Strategie, die Gründern unmittelbar näher an ihre Kunden bringt und gleichzeitig die Grundlage für nachhaltiges Wachstum legt. Gerade in Zeiten, in denen Kapital nicht automatisch verfügbar ist, könnte diese Herangehensweise den Unterschied zwischen Überleben und Durchstarten ausmachen.


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