Letzte Woche im Staffelfinale bei: „Die Höhle der Löwen“ ….

Folgereview vom 19.10.2020

YUCONA-Your connection to nature

“Das habe ich auch noch nicht gehört, wie ein Charakter eine Firma so viel mehr wert werden lässt, also auch monetär“

Als erstes betreten Richard und Inga aus Berlin die Bühne. Die Cousine und ihr Cousin haben vergangenes Jahr gemeinsam das Startup yucona-49ac1e1f/">Yucona gegründet. Sie stellen wiederverwendbare Wasserfilterkartuschen zur Filterung von Leitungswasser her. Richard erklärt wie er auf die Idee kam: Seine Frau und er haben sich vor einigen Jahren dazu entschlossen, nur noch Leitungswasser zu trinken, nach einem Umzug mussten sie allerdings feststellen, wie schlecht das Wasser an ihrem neuen Wohnort war. Das Wasser war wesentlich kalkhaltiger und der Geschmack lies auch zu wünschen übrig. Also musste ein Trinkwasserfilter her.

©TVNOW / Bernd-Michael Maurer 

Das Problem: Alle 4 Wochen muss die jeweilige Filterkartusche ausgetauscht werden und landet im Restmüll, das sind 24 Kartuschen innerhalb von 2 Jahren, das macht ein halbes Kilo Plastik pro Haushalt. Eine Tatsache mit der Richard so nicht weiterleben wollte, der gelernte Controller gründete also yucona-49ac1e1f/">yucona- your connection to nature. Um der Natur etwas Gutes zu tun. Mit einer wiederverwendbaren Filterkartusche, in der das nachhaltige Filtermedium regelmäßig ausgetauscht werden kann, spart man so 96% der Kartuschen Mülls. Und damit nicht genug: die Filterkartuschen sind kompatibel zu alle Filterkannen der Wettbewerber und können bequem überall eingesetzt werden. Last but not least: Auch bei der Verpackung setzt das Team auf Nachhaltigkeit und verkauft die Kartuschen in einer Tasche aus Maispapier und recyceltem Kraftpapier.

Bisher haben die beiden in ihren ersten 8 Wochen am Markt 400 Starter Kits (Kartusche+ Nachfüllbeutel) verkauft. Der UVP liegt bei 39,99€ für das Starterkit und 29,99€ für das Nachfüll Kit, bei Herstellungskosten von 5,30€ und 4,60€. 

Die beiden möchten von den Löwen 250.000€ für 20% der Firmenanteile.

Bei diesem Angebot staunen die Investoren jedoch nicht schlecht, sie halten die Firmenbewertung für weit überzogen und es hagelt ordentlich Kritik. Richard verteidigt sich und spricht von geplanten Umsätzen für das kommende Jahr von 2 Millionen Euro. Als USP erwähnt er den Charakter des Teams. Carsten Maschmeyer zeigt sich reichlich amüsiert darüber, er versteht nicht ganz wie der Charakter eine Firma monetär so viel mehr wert mache.Die Verhandlungen beginnen. Nach und nach steigen die Löwen aus, auch da es dem Startup noch an deutschen Zertifikaten für ihr Produkt mangelt. Einzig Ralf Dümmel hält sich bedeckt, rollte jedoch am Ende das Feld von hinten auf. 

Die Geschichte des Investors beginnt mit dem Wassermax, in den er vor Jahren investiert hat und das Produkt erfolgreich skaliert hat. Er lobt die beiden in den höchsten Tönen: „Sie haben etwas entwickelt das ist der absolute Hammer. Ich bin genau der richtige Löwe.“. Cousine Inga verkneift sich schon die ersten Tränen. Doch auch von Dümmel hagelt es Kritik bezüglich der Firmenbewertung. Er macht etwas völlig Ungewöhnliches, er bittet die beiden sich zu besprechen und mit einem neuen Angebot zurück zukommen. Gesagt getan das Duo bietet 45% für 250.000. Sie wollen Ralf Dümmel unbedingt mit im Boot haben. Er sagt zu, nimmt allerdings nur 35% und bittet Richard die übrig 10 % an seine Cousine zu übertragen, die bisher nur 5% der Firmenanteile hielt. 

Ein unfassbar großzügiger Schritt und ein Beispiel für ein tolles Aufeinander zukommen. Die beiden sind überglücklich und umarmen Ralf Dümmel aus der Ferne. Der erste erfolgreiche Deal steht!

Mehr Infos gibt’s unter: /organization/yucona/

Aho Bio

Das nächste Team hat eine ganz schöne Reise hinter sich. Wortwörtlich:  Die beiden Gründer Jannis und Alex bereisten nach ihrem Abitur 3 Jahre lang gemeinsam die Welt von Lateinamerika über die USA, Kanada, Indien bis hin nach Nepal haben sie so einiges gesehen. Besonders angetan hat es ihnen aber eine kleine Vulkaninsel in mitten eines Südwassersees in Lateinamerika. Dort verbachten die beiden zwei Jahre und arbeiteten auf einer biologischen Plantage. Und hier kam auch ihre ungewöhnliche Startup Idee für Aho her.

Während die beiden auf der Plantage arbeiteten studierte Jannis per Fernstudium Philosophie. In einem Jahrtausende altem Text fand er ein Rezept für sonnengetrocknetes Flachbrot aus Getreidesprossen. Das mussten die beiden Entdecker natürlich direkt ausprobieren. Tagelang legten sie Getreide ein, bis dieses zu Sprossen wurde, formten einen Teig und trockneten diesen zu Brot in der Sonne. Sie entwickelten dabei ihre ganz eigene Rezeptur. 

© Aho Bio, 2020             

Zurück in Deutschland stand fest, daraus möchten sie ein lokales Superfood herstellen. Mit Urdinkel, Leinsamen und Sonnenblumenkernen kreierten sie einen Sprossenbrei aus dem später ihre Cracker entstanden. 

Das Ergebnis: 100% biologische, vegane Cracker die viel Eiweiß, Vitamine, Mineralien und Omega 3 -Fettsäuren enthalten. Die ideale Alternative zu Brot und Chips, laut den Gründern. Hergestellt werden die Aho Cracker in einer kleinen Manufaktur mitten in der Natur in Deutschland. Für den Ausbau ihres Startups benötigen Jannis und Alex: 
75.000€ für 15% der Firmenanteile.

Es gibt eine Kostprobe für die Löwen. Etwas kritisch beäugen sie die Naturcracker und probieren die drei Sorten: Natur, Curry und Raw Pizza
Doch trotz unterschiedlicher Geschmäcker sind die Löwen sich einig: das Produkt ist ihnen zu trocken, schmeckt nicht.

Alle sind sehr beeindruckt von der Entstehungsgeschichte doch letztlich möchte niemand ein Produkt vermarkten, das ihm selber nicht schmeckt. 5 Investoren steigen aus. Die beiden Gründer sind etwas überrascht, doch von ihrem Produkt sind sie weiterhin überzeugt. Geschmäcker sind nun mal bekanntlich sehr verschieden.

Wer gerne mehr erfahren möchte schaut vorbei unter: /organization/aho-bio/

Nui Cosmetics

„Ich akzeptiere kein Nein, ich will einen Deal. Vorher gehe ich hier nicht raus!“

Die nächste Gründerin, die die Höhle betritt hat ein klares Ziel: Sie möchte unbedingt einen Deal, komme was wolle. Selbstsicher präsentiert Swantje ihr Naturkosmetik Startup Nui. Ihr Ziel ist es eine Naturkosmetik Marke zu schaffen, die frei von tierischen Produkten und Zusatzstoffen ist und trotzdem weg von dem Ökonaturschema geht. Sie möchte bewusst eine Marke kreieren die stylisch und trotzdem vertretbar ist.

Nui, der Name, bedeutet auf Maori großartig. Und so Swantje: „Ich möchte, dass Frauen sich mit Naturkosmetik großartig fühlen.“ Nui ist für sie weit mehr als ein Produkt, es ist eine Marke, ein Gefühl, ihr Leben. 

Und dafür möchte die Berliner 250.000€ für 20% ihrer Firmenanteile.

Die Löwen zeigen sich kritisch, Nils Glagau und Dr.Kofler fehlt die Innovation an dem Produkt und auch Ralf Dümmel entscheidet sich dagegen. Ganz im Gegenteil zeigt sich HSE24 Ikone Judith Williams. Von Beginn an stellt sie zwar kritische Nachfragen gibt aber dann selbst zu: „Wenn ich Lippenstift höre, schlägt mein Herz höher.“

Und so beginnen die Verhandlungen. Judith Williams ist überzeugt von dem Produkt, weiß aber auch was sie Swantje bieten kann und welche wahnsinnige Power hinter ihr und ihrem Team steckt. Sie macht ein knallhartes Gegenangebot: 40% für 250.000.

©alpenmag.de/2020

Das sitzt doch Swantje willigt ein, sie weiß Judith Williams hat die Expertise und kann aus Nui etwas ganz Großes machen. Sie ist die Investorin, die sie sich gewünscht hat. Und die ersten Ergebnisse lassen sich sehen, die Parfümeriekette Douglas hat Nui bereits ins Sortiment aufgenommen.

Twentyless

„Ich bin kein BWL Student, sondern einfach ein lustiger Familienvater, der sich jetzt was ausgedacht hat“

Mit diesen Worten beginnt die Geschichte von twentyless. Gründer Eike Meier hat zwei schulpflichtige Kinder, die eines Tages aus der Schule nach Hause kommen und den kompletten Haushalt auf den Kopf stellen. In der Schule haben sie das Thema Nachhaltigkeit behandelt und möchten den Haushalt nun von Plastik befreien. Gemeinsam probiert die Familie einiges aus: Wasser aus dem Hahn oder Mehrwegflaschen, Bambuszahnbürsten etc. Doch für eins finden sie keine Lösung: die Reinigungsmittel.

Und so entsteht die Idee für twentyless. Ca.20 Flaschen Reinigungsmittel braucht ein Haushalt innerhalb eines Jahres. Damit entstehen hochgerechnet Berge von Plastik. Aber nicht mit twentyless. Das Mittel kommt als Konzentrat in einer Glasflasche und im Starterset noch mit einer Reinigungssprühflasche. Etwas von dem Konzentrat abfüllen, Wasser dazu fertig. Das putzen kann losgehen. Angeboten werden die Produkte von twentyless als Allzweckreiniger, Sanitärreiniger und Glasreiniger und das Beste: alles ist frei von chemischen Mitteln.

Die Löwen sind begeistern und skeptisch zu gleich. Wie kann ein Familienvater eine solche Formel entwickelt. Eike Meier klärt auf, er arbeitet in einem Unternehmen das Reinigungsmittel herstellt und hat dieses mit der Rezeptur beauftragt, im Gegenzug erhielt die Firma 10% der Firmenanteile als stille Teilhaberschaft. Das Produkt steht also, für weitere Investitionen und eine gute Skalierung benötigt Eike allerdings 70.000 und ist bereit 15% an einen Löwen abzugeben.

©twentyless, 2020

Bevor sich jeder ein Bild macht, wird aber in der Höhle erstmal fleißig geputzt, alle Produkte von twentyless werden vorgeführt und getestet und sie funktionieren einwandfrei.

Trotzdem hagelt es Kritik: 

Dr. Kofler weist auf den starken Wettbewerb hin, Nico Rosberg bemängelt die Verpackung und sieht keinen USP, Dagmar Wöhrl sieht das Produkt eher im B2B Bereich.

Doch dann schaltet sich Ralf Dümmel ein, er ist überzeugt und möchte twentyless in alle Drogerieketten bringen. Auch er bemerkt die fehlende Schützbarkeit des Produktes und meint sie müssen nun ganz schnell sein, um sich ein First Mover Advantage zu sichern. Und ganz schnell geht dann auch der Deal. 70.000€ für 25% der Firmenanteile und Ralf Dümmel ist mit im Boot.

Wer gerne mehr erfahren möchte schaut vorbei unter: /organization/twentyless/

Hyconnect

„Ich bringe ihnen heute ein kompliziertes Thema mit aber aufpassen lohnt sich, denn wir wollen die Welt verändern“

Mit diesen Worten kommt Lars Molter auf die Bühne. Der gelernte Schiffbauer, der seit 10 Jahren in der Forschung und Entwicklung für den deutschen Schiffsbau tätig ist, hat mit seinen Mitarbeitern 2 Jahre lang an einem Thema geforscht, dass die Welt verändert könnte. Und das möchte er nun vorstellen.

Zunächst einmal erklärt er, verbrauche jedes Fahrzeug Energie und Treibstoff der die Umwelt schädigt. 25 % der globalen Co2 Emissionen entstehen im Verkehr. Das größte Problem: das große Gewicht der Transportmittel, denn mit mehr Gewicht entsteht mehr Emission. Die Industrie setzt dabei vermehrt auf Leichtbaustoffe um die Gewichte zu reduzieren, aber auf Stahl werde man nie verzichten können, so Molter.

Darum hat er mit seinem Team einen Stoff entwickelt, der Stahl und Kunststoff miteinander verbindet, wie ein Schal werden Metallfäden und Glasfaserfäden miteinander verwebt. Das Ergebnis ein leichtes Verbindungselement, das schweißbar ist. Und damit bewegt er sich in einen Markt milliardenschweren Markt. Die Strukturklebung in der Transportbranche hat nämlich allein in Europa einen Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Dollar. Und genau diese Strukturklebung möchte Lars mit hyconnect nachhaltiger machen und ersetzen.

Mehr zu hyconnect gibt’s unter: /organization/hyconnect-gmbh/

©hyconnect, 2020

Die Löwen sind hellauf begeistert. Carsten Maschmeyer und Nico Rosberg ziehen sich direkt zur Beratung zurück.

Judith Williams hakt nach: „Woher wissen sie, dass ihr Produkt hält?“ Der Gründer hat direkt eine Erklärung parat, ein Jahr lang haben sie Zugversuche mit dem Verbindungselement gemacht. Er bemerkt aber auch das gerade im Schiffsbau zahlreiche weitere Lizenzen und Zertifikate benötigt werden um die Produktion und den Vertrieb erfolgreich ins Rollen zu bringen. Dafür möchte er 500.000€ für 12,5% der Firmenanteile, von den Löwen.

Die Beratungen von Carsten Maschmeyer und Nico Rosberg kommen zu einem Ende, die beiden machen ein Angebot: Sie wollen den Deal in Raten zahlen 250.000 jetzt, 250.000 wenn die Lizenz da ist, dafür möchten sie 24,9%.

Doch der Gründer bleibt hart, bleibt bei seinem Angebot. Er erklärt, wenn sie jetzt so einen großen Teil der Firma abgeben, reicht es in ein paar Jahren nicht mehr für eine weitere Investitionsrunde. Er ist bereit maximal 15% abzugeben. Die Verhandlungen gehen weiter. Doch am Ende gibt es einen Deal 17,5% für 500.000 von den beiden Löwen Maschmeyer und Rosberg. Alle sind glücklich. Herr Maschmeyer beglückwünscht den Gründer mit den Worten: „Sie waren der härteste Verhandler bisher in der Höhle der Löwen.“

Damit ist der letzte Deal abgeschlossen und wir können uns nun auf diverse Neuheiten freuen. Auf weitere spannende Verhandlungen müssen wir nun aber erstmal ein bisschen warten, bis zur nächsten Staffel.

Bis dahin schaut gerne bei uns vorbei wir halten Euch täglich mit Startup News auf dem Laufenden.


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