LogistikTech

Nabu sammelt 3 Millionen Euro für digitale Zollabwicklung in Europa ein

Nabu sammelt 3 Mio. Euro für KI-basierte Zollabwicklung in Europa. Ein Schritt zu weniger Bürokratie im Handel.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Paris, 05. Mai 2026

Das französische Startup Nabu (nicht zu verwechseln mit dem Naturschutzbund) hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 3 Millionen Euro abgeschlossen. Ziel ist es, die Expansion in Europa voranzutreiben und sich als Standardlösung für digitale Zollabwicklung zu etablieren.

An der Runde beteiligt sich unter anderem Getlink, das erstmals als Investor einsteigt. Bestehende Geldgeber wie Maersk Growth bekräftigen ihr Engagement. Bereits 2022 hatte Nabu eine Pre-Seed-Finanzierung mit Maersk Growth, Techstars sowie internationalen Business Angels abgeschlossen.

Zollabwicklung ist wachsender Engpass

Die zunehmende Komplexität des internationalen Handels, verstärkt durch geopolitische Spannungen und neue Handelsbarrieren unter Donald Trump, rückt Zollprozesse wieder stärker in den Fokus. Für Unternehmen wird die Digitalisierung dieser Abläufe zunehmend zur Voraussetzung für effizientes Arbeiten.

Nabus Plattform nutzt Künstliche Intelligenz, um Dokumente und Anweisungen automatisch in fertige Zollanmeldungen zu überführen. Dadurch werden manuelle Prozesse deutlich reduziert.

Effizienzgewinne durch Automatisierung

Für Spediteure, Zollagenten sowie importierende und exportierende Unternehmen ergeben sich laut Nabu Vorteile. Zollanmeldungen können bis zu 90 Prozent schneller verarbeitet werden, Fehlerquoten sinken erheblich und Mitarbeiter gewinnen Zeit für wertschöpfendere Tätigkeiten. Das Ziel des Startups ist es, administrative Reibungsverluste im internationalen Handel zu minimieren und grenzüberschreitende Prozesse effizienter sowie verlässlicher zu gestalten.

Wachstum über Frankreich hinaus

Die Plattform wird bereits von unabhängigen Zollagenturen bis hin zu großen internationalen Logistikunternehmen fleißig genutzt. Rund die Hälfte der über Nabu abgewickelten Prozesse findet inzwischen außerhalb Frankreichs statt.

Diese Entwicklung soll sich 2026 weiter beschleunigen, da das Unternehmen seine Expansion innerhalb Europas intensiviert. Ein zentraler Partner ist dabei Getlink: Das Unternehmen nutzte die Plattform zunächst selbst, bevor es als Investor einstieg. Insbesondere im Kontext des Brexit gewinnt effiziente Zollabwicklung für den Warenverkehr zwischen Großbritannien und Europa an Bedeutung.

Kapital für Expansion und Produktentwicklung

Mit dem frischen Kapital plant Nabu, seine Marktposition in bestehenden Ländern zu festigen und neue europäische Märkte zu erschließen. Parallel dazu soll die Plattform technologisch weiterentwickelt werden – insbesondere im Hinblick auf Automatisierung, Performance und Nutzerfreundlichkeit.

Langfristig will Nabu sein Angebot zudem auf weitere grenzüberschreitende Verwaltungsprozesse ausweiten, die über klassische Zollformalitäten hinausgehen. CEO und Gründer Arnaud Doly beschreibt die Ambition des Unternehmens darin, die komplexe Bürokratie hinter jedem grenzüberschreitenden Warenfluss zu vereinfachen und weltweit standardisiert handhabbar zu machen.

Das 2022 gegründete Startup mit Standorten in Paris und Straßburg positioniert sich damit als zentraler Baustein für digitalisierte Lieferketten in Europa.


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