Legaltech

nu:legal erhält 1,3 Millionen Euro für die Digitalisierung juristischer Prozesse

Das Legal-Tech-Startup nu:legal sichert sich 1,3 Millionen Euro frisches Kapital und startet gleichzeitig die öffentliche Beta seiner Plattform. Das von einem ehemaligen Freshfields-Anwalt gegründete Unternehmen will juristische Prozesse für den Mittelstand mithilfe von KI deutlich beschleunigen.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Potsdam, 03. Juni 2026

Das Berliner Legal-Tech-Startup nu:legal hat eine Finanzierung in Höhe von 1,3 Millionen Euro abgeschlossen und startet zeitgleich die öffentliche Beta-Version seiner Plattform. Angeführt wurde die Finanzierungsrunde von Caesar Ventures. Darüber hinaus beteiligten sich Unternehmer, KI-Experten, Venture-Capital-Investoren sowie Partner europäischer Wirtschaftskanzleien.

Mit der Finanzierung will nu:legal seine Plattform weiterentwickeln und den Zugang zu juristischen Dienstleistungen für kleine und mittelständische Unternehmen vereinfachen.

Wenn Bürokratie zum Wachstumshemmnis wird

Der Bedarf ist groß: Deutsche KMU verbringen durchschnittlich rund 32 Stunden pro Monat mit rechtlichen und Compliance-bezogenen Aufgaben. Nach Schätzungen entstehen dadurch jährliche Kosten von rund 61 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft.

Viele Unternehmen stehen dabei vor einem Dilemma: Entweder sie greifen auf klassische Kanzleien zurück, die häufig zeit- und kostenintensiv arbeiten, oder sie nutzen generative KI-Lösungen, deren Ergebnisse bei sensiblen Rechtsfragen nicht immer zuverlässig sind. Genau diese Lücke möchte nu:legal schließen.

Kombination aus KI und anwaltlicher Prüfung

Zum Start konzentriert sich die Plattform auf die Bereiche Arbeitsrecht und Datenschutz. Über die Plattform können künftig unter anderem folgende Prozesse digital abgewickelt werden:

  • Arbeitsverträge
  • Kündigungen
  • Datenschutzerklärungen
  • Auftragsverarbeitungsverträge
  • Compliance-Dokumentationen

Während die eigens entwickelte Technologie standardisierte Routineaufgaben übernimmt, werden rechtlich sensible Vorgänge zusätzlich von spezialisierten Anwältinnen und Anwälten geprüft. Das Startup verfolgt damit bewusst einen hybriden Ansatz zwischen Automatisierung und juristischer Expertise.

Vom Freshfields-Juristen zum Startup-Gründer

Gegründet wurde nu:legal von Bork Morfaw, ehemaliger Jurist bei Freshfields.

Während seiner Tätigkeit in der internationalen Großkanzlei arbeitete Morfaw an Legal-Tech- und GenAI-Projekten für internationale Unternehmen. Dabei erkannte er insbesondere bei Startups, HR-Abteilungen und mittelständischen Unternehmen wiederkehrende Probleme: hohe Beratungskosten, lange Bearbeitungszeiten und fehlender Zugang zu pragmatischer Rechtsunterstützung.

Bereits zuvor entwickelte er mit "LegalGPT" eines der bekanntesten Legal-AI-Produkte Europas, das nach Unternehmensangaben mehr als 200.000 Nutzer erreichte.

Fokus auf deutsches und europäisches Recht

Im Gegensatz zu vielen internationalen Legal-Tech-Anbietern konzentriert sich nu:legal vollständig auf deutsche und europäische Regulierung.Die Plattform wurde speziell für die Anforderungen des deutschen Arbeitsrechts sowie der europäischen Datenschutzgesetzgebung entwickelt. Sämtliche Daten werden innerhalb der Europäischen Union verarbeitet und gespeichert.

Damit adressiert das Unternehmen einen zentralen Kritikpunkt vieler KI-Lösungen im Rechtsbereich: mangelnde Anpassung an lokale Gesetze und regulatorische Anforderungen.

Europäische Infrastruktur für Rechtsdienstleistungen

Langfristig plant nu:legal den Aufbau einer Plattform, über die Anwältinnen und Anwälte eigene technologiegestützte Rechtsdienstleistungen entwickeln und skalieren können.Ziel ist es, juristische Expertise effizienter verfügbar zu machen und Unternehmen einen deutlich schnelleren Zugang zu rechtlicher Unterstützung zu ermöglichen.

Nach dem Start der öffentlichen Beta soll die Plattform zunächst kontrolliert über ein Waitlist-Modell wachsen, bevor eine breitere Marktöffnung und die Expansion in weitere europäische Länder erfolgen.


Like it? Please spread the word:


Newsletter

Startups, Geschichten und Statistiken aus dem deutschen Startup-Ökosystem direkt in deinen Posteingang. Abonnieren mit 2 Klicks. Noice.

LinkedIn Connect

FYI: English edition available

Hello my friend, have you been stranded on the German edition of Startbase? At least your browser tells us, that you do not speak German - so maybe you would like to switch to the English edition instead?

Go to English edition

FYI: Deutsche Edition verfügbar

Hallo mein Freund, du befindest dich auf der Englischen Edition der Startbase und laut deinem Browser sprichst du eigentlich auch Deutsch. Magst du die Sprache wechseln?

Deutsche Edition öffnen

Ähnliche Beiträge