Savedroid gewinnt vor Oberlandesgericht Köln

In zweiter Instanz bekommt das Fintech Recht. Das Fintech hatte sich lange mit seinen ehemaligen Treuhänder gestritten. Der muss nun zurückbehaltene Kryptowährungen im Wert von gut 35,3 Millionen Euro herausgeben.

Im Rechtsstreit des Fintech Savedroid ist ein weiteres Urteil gefallen, dieses Mal durch das Oberlandesgericht Köln. Damit hat das Unternehmen auch in zweiter Instanz gegen seinen ehemaligen ICO-Treuhänder gewonnen, der einbehaltene Kryptowährungen im Wert von gut 35,3 Millionen Euro an den neuen Treuhänder des Fintechs auszahlen muss. Außerdem muss er die Verfahrenskosten und mögliche Geschäftseinbußen bis zu 1,5 Millionen Euro tragen. Köln hat damit das Urteil aus Bonn vom Februar 2020 bestätigt.

Das Unternehmen hat eine komplizierte Geschichte hinter sich: Mit einem ICO, einem Krypto-Börsengang, sammelte Savedroid 40 Millionen Euro ein und wollte eine Plattform für den Handel mit Kryptowährungen starten. Dann veranstaltete Gründer Yassin Hankir einen missglückten PR-Gag: Er schaltete für 24 Stunden Telefon und Webseite seines Unternehmens ab, selbst postete er ein Bild vom Strand. Es schien, als sei er mit dem eingenommenen Geld durchgebrannt. Am Ende stellte es sich als Scherz heraus, der auf die Gefahren von ICO-Börsengängen verweisen sollte. Doch das Image des Start-ups leidet noch heute darunter.

Auf den Scherz hin folgte eine wilde Abfolge von Klagen: Savedroid verklagte einen Partner, der ICO-Geld einbehält; Kleinanleger verklagten Savedroid; die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelte gegen Savedroid aufgrund des ICO-Börsengangs. 2020 gab die Mutterfirma Advanced Bitcoin Technologies AG bekannt, dass die Savedroid-App eingestellt werde, heute findet sich auf der Webseite die neue App Trumpbit. Die Mutterfirma ist in Liechtenstein ansässig, sie kaufte Savedroid 2019. Im gleichen Jahr ging Savedroid ein weiteres Mal mithilfe eines Reverse-Takeovers, also einer Unternehmensübernahme ähnlich wie bei einem Spac, an die Börse.  

Mit dem ICO 2018 mandatierte Savedroid seinen Treuhänder ursprünglich zur Absicherung des Prozesses. Dieser weigerte sich, die Kryptowährungen an Savedroid auszuzahlen, die damit wiederum in vertragliche Schwierigkeiten gegenüber ihren Anlegern gerieten. 


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