12 Mio Euro für Steuerberatungs-KI-Startup Skalar
Das Münchner Startup Skalar hat eine Pre-Seed- und Seed-Finanzierung über insgesamt 12 Millionen Euro abgeschlossen. Die Runde wird von Headline angeführt. Ebenfalls beteiligt sind futurepresent, QED Investors, Repeat, MS&AD, Foreword sowie mehrere renommierte Business Angels.
Gegründet wurde Skalar 2025 von Björn Goß, dem Gründer des Kundenkarten-Startups Stocard, gemeinsam mit Niklas Wagener, Florian Lang, Martin Gugel und Christian Pötter. Nach dem Verkauf von Stocard an Klarna will das Gründerteam nun die Steuerbranche mit einem vollständig KI-nativen Ansatz neu denken.
KI statt Software-Upgrade
Während viele Anbieter bestehende Steuerprogramme um KI-Funktionen erweitern, verfolgt Skalar einen anderen Ansatz. Das Unternehmen baut eine Steuerkanzlei und den dazugehörigen Technologie-Stack von Grund auf neu und das vollständig auf künstliche Intelligenz ausgelegt.
KI-Agenten übernehmen wiederkehrende Aufgaben in Buchhaltung, Lohnabrechnung und Steuerberatung und arbeiten gemeinsam mit menschlichen Steuerexperten. Ziel ist es, Steuerberater von Routinetätigkeiten zu entlasten und Unternehmen künftig auf Basis von Echtzeitdaten statt rückblickender Auswertungen zu beraten.
Fachkräftemangel als Treiber
Skalar adressiert ein Problem, das die gesamte Branche beschäftigt. Immer mehr Steuerkanzleien kämpfen mit einem akuten Fachkräftemangel, während gleichzeitig zahlreiche Steuerberater kurz vor dem Ruhestand stehen. Für viele Unternehmen wird es dadurch zunehmend schwieriger, überhaupt noch eine Steuerkanzlei zu finden.
Nach Angaben des Unternehmens kann ein einzelner Steuerexperte durch die bereits automatisierten Prozesse heute mehr als 100 Mandanten betreuen, statt bislang etwa 20. Gleichzeitig verzeichnete Skalar in den ersten drei Monaten nach dem Marktstart bereits über 1.000 Kundenanfragen.
Kapital fließt in Automatisierung und Wachstum
Mit den 12 Millionen Euro will Skalar seine KI-Plattform weiterentwickeln, zusätzliche Workflows automatisieren und die hohe Nachfrage bedienen. Das Gründerteam ist überzeugt, dass künstliche Intelligenz die Steuerbranche grundlegend verändern wird – allerdings nicht durch die Modernisierung bestehender Systeme, sondern durch völlig neue, KI-native Kanzleimodelle.
So begrüßenswert jede technologische Innovation und jede neue Dienstleistung ist, die Unternehmerinnen und Unternehmer im Bürokratie-Dschungel entlastet, sie kann die eigentliche Aufgabe des Staates nicht ersetzen. Gerade Gründer sollten ihre Zeit in Produktentwicklung, Kundengewinnung und Innovation investieren. Vor allem aber nicht darin verschwenden, sich jeden Monat über mehrere Tage durch Formulare, Nachweispflichten und immer neue regulatorische Vorgaben zu kämpfen. Bürokratieabbau darf nicht an private Unternehmen ausgelagert werden, sondern muss endlich zu einer grundlegenden politischen Reform werden. Deutschland wird seine Innovationskraft langfristig nur sichern können, wenn Unternehmertum wieder einfacher wird. Wer von Startups Wachstum, Arbeitsplätze und Zukunftstechnologien erwartet, muss ihnen auch die Freiheit geben, genau daran zu arbeiten.

Newsletter
Startups, Geschichten und Statistiken aus dem deutschen Startup-Ökosystem direkt in deinen Posteingang. Abonnieren mit 2 Klicks. Noice.
LinkedIn ConnectFYI: English edition available
Hello my friend, have you been stranded on the German edition of Startbase? At least your browser tells us, that you do not speak German - so maybe you would like to switch to the English edition instead?
FYI: Deutsche Edition verfügbar
Hallo mein Freund, du befindest dich auf der Englischen Edition der Startbase und laut deinem Browser sprichst du eigentlich auch Deutsch. Magst du die Sprache wechseln?