835 Millionen Euro für Batteriespeicher. Return sichert sich neuartige Finanzierung für Deutschland
Der europäische Batteriespeicheranbieter Return hat sich eine Portfoliofinanzierung über 835 Millionen Euro von der Deutschen Bank und Rabobank gesichert. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um die erste Finanzierung dieser Art in Deutschland, bei der physische Batteriespeicher mit einem virtuellen Flexibilitätsportfolio kombiniert werden. Mit dem Kapital will Return den Ausbau seiner Speicherinfrastruktur beschleunigen und ab 2027 jährlich mindestens ein Gigawatt neue Batteriespeicherleistung installieren.
Der Ausbau erneuerbarer Energien stellt das deutsche Stromsystem vor neue Herausforderungen. Während Wind- und Solaranlagen immer größere Mengen Strom erzeugen, schwankt ihre Produktion abhängig von Wetter und Tageszeit. Batteriespeicher gewinnen deshalb zunehmend an Bedeutung, um überschüssige Energie aufzunehmen und bei Bedarf wieder bereitzustellen.
Anders als bei klassischen Projektfinanzierungen wird das Kapital nicht ausschließlich für einzelne Speicherstandorte vergeben, sondern über eine gemeinsame Finanzierungsstruktur für mehrere Projekte organisiert. Das Modell soll Return ermöglichen, neue Batteriespeicher schneller zu finanzieren und sein Geschäft in Deutschland deutlich auszubauen.
Ein Gigawatt neue Speicherleistung pro Jahr geplant
Die Wachstumspläne sind ambitioniert. Ab 2027 will Return jährlich mindestens ein Gigawatt Batteriespeicherleistung in Deutschland installieren. Dafür rechnet das Unternehmen abhängig von den Marktbedingungen mit jährlichen Investitionen zwischen 750 Millionen und 1,2 Milliarden Euro.
Im Mittelpunkt der Strategie steht das sogenannte Virtual Flexibility Portfolio (VFP). Dabei werden mehrere physische Batteriespeicher zu einem virtuellen Portfolio zusammengefasst. Energiekunden können über eine zentrale Schnittstelle auf die gebündelten Kapazitäten zugreifen und ihre Stromportfolios flexibler steuern.
Der Vorteil liegt darin, dass Kunden nicht auf einzelne Speicherprojekte angewiesen sind. Stattdessen können sie ihren Bedarf an Speicherkapazität über ein größeres Netzwerk decken und bei steigender Nachfrage zusätzliche Flexibilität nutzen.
Dass der Bedarf wächst, zeigen bereits bestehende Partnerschaften. Der Energiekonzern ENGIE hat seine Zusammenarbeit mit Return in Deutschland auf 400 Megawatt vertraglich gesicherte Batterieflexibilität ausgeweitet. Centrica Energy vereinbarte zusätzlich eine Kapazität von 100 Megawatt beziehungsweise 400 Megawattstunden. Außerhalb Deutschlands arbeitet Return mit Energieunternehmen wie Vattenfall, Essent und Eneco zusammen.
Neues Finanzierungsmodell soll Ausbau beschleunigen
Eine Besonderheit der Finanzierung ist ihre Struktur. Während große Batteriespeicher bislang häufig einzeln finanziert werden, bündelt Return mehrere Anlagen innerhalb eines gemeinsamen Finanzierungsrahmens.Geeignete Projekte können dadurch auf bestehende Finanzierungsmöglichkeiten zugreifen, ohne dass für jeden Standort ein vollständig neuer Prozess erforderlich wird. Das soll die Kapitalbeschaffung vereinfachen und den Ausbau beschleunigen.
Zu den ersten Vorhaben gehören Batteriespeicherprojekte in Herzberg, Brilon und Quedlinburg. Zusammen verfügen sie über eine geplante Leistung von 117 Megawatt und sollen in Kürze in die Bauphase starten. Weitere deutsche Projekte können künftig ebenfalls über die neue Finanzierungsstruktur umgesetzt werden.
Für Return ist die Vereinbarung ein wichtiger Schritt beim Ausbau seines Geschäftsmodells. CFO Daniel Witvoet sieht vor allem in der steigenden Nachfrage nach flexibel nutzbaren Speicherkapazitäten einen wesentlichen Wachstumstreiber.
Die beteiligten Banken betonen die Bedeutung großer Batteriespeicher für die Energiewende. Langfristiges Kapital könne dazu beitragen, notwendige Infrastruktur schneller bereitzustellen. Die Finanzierung verdeutlicht aber zugleich, wie kapitalintensiv der Ausbau moderner Energieinfrastruktur geworden ist. Während viele ClimateTech-Unternehmen zunächst auf klassische Venture-Capital-Runden setzen, benötigen Betreiber großer Speicheranlagen zunehmend umfangreiche Fremdkapital- und Projektfinanzierungen.
Ob Return seine geplante Ausbaugeschwindigkeit erreicht, wird unter anderem von Genehmigungen, Netzanschlüssen und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängen. Zumindest das Kapital liegt jetzt schon dafür bereit.

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