Orbital Industries sammelt 50 Millionen US-Dollar
Das Londoner DeepTech-Unternehmen Orbital Industries hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 50 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Plural. Ebenfalls beteiligt sind bestehende und frühere Investoren wie NVentures (NVIDIA), Radical Ventures, Compound und Fly Ventures.
Mit dem frischen Kapital will Orbital Industries seine Data-Center-Produkte skalieren, die Engineering- und KI-Teams in London und San Francisco ausbauen sowie die eigene KI-Plattform für weitere industrielle Anwendungen vorantreiben.
KI-Infrastruktur als nächster Engpass
Während die Entwicklung leistungsfähiger KI-Modelle rasant voranschreitet, geraten physische Infrastrukturen zunehmend an ihre Grenzen. Insbesondere Energieversorgung, Kühlung und die Bereitstellung neuer Rechenzentren entwickeln sich laut Orbital Industries zu den größten Herausforderungen für die Skalierung moderner KI-Systeme.
Das Unternehmen entwickelt Hardwarelösungen "from the atoms up". Ziel ist es, industrielle Technologien mithilfe von KI deutlich schneller zu entwickeln und in den Markt zu bringen.
Fokus auf Kühlung und modulare Rechenzentren
Zum Marktstart konzentriert sich Orbital Industries auf Lösungen für Rechenzentren. Dazu zählt unter anderem eine speziell entwickelte dielektrische Kühlflüssigkeit für die nächste GPU-Generation. Anders als viele bestehende Lösungen kommt diese ohne PFAS-Chemikalien aus und erfüllt damit strengere regulatorische Anforderungen in Europa und den USA.
Zusätzlich entwickelt das Unternehmen modulare Rechenzentrumssysteme, die laut Orbital innerhalb von sechs Monaten einsatzbereit sein sollen.
Bereits heute arbeitet Orbital Industries mit führenden Betreibern zusammen, darunter AWS, um neue Kühl- und Effizienztechnologien für Hyperscale-Rechenzentren zu entwickeln.
Eigene KI-Engine simuliert atomare Systeme
Technologische Grundlage ist die firmeneigene KI-Engine Orb. Sie simuliert quantenmechanisches Verhalten von Atomen und soll physikalische Systeme deutlich schneller berechnen können als bisherige Ansätze.
Nach Angaben des Unternehmens kann Orb als einziges Modell bis zu 100.000 Atome auf einer einzelnen GPU simulieren und arbeitet dabei bis zu zehnmal schneller als vergleichbare Systeme aus Industrie und Forschung. Dadurch sollen Materialentwicklung, Engineering und industrielle Fertigung erstmals in einem vollständig KI-gestützten Prozess zusammengeführt werden.
Expansion über Rechenzentren hinaus geplant
Orbital Industries beschäftigt derzeit rund 50 Mitarbeitende in London und San Francisco. Langfristig will das Unternehmen seine Plattform auch auf weitere Branchen wie Halbleiter, Energie, Luftfahrt und kritische Rohstoffe ausweiten.
Was früher ein Jahrzehnt dauerte, können wir heute innerhalb weniger Monate umsetzen.
Jonathan Godwin, CEO und Co-Founder Orbital Industries
CEO und Mitgründer Jonathan Godwin sieht darin einen grundlegenden Wandel industrieller Entwicklung. Mit der neuen Finanzierung positioniert sich Orbital Industries als einer der ambitioniertesten europäischen Player an der Schnittstelle von KI, DeepTech und industrieller Infrastruktur.

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