Fintech

30 Millionen Euro für Embat

Series-B-Runde unter Führung von Cathay Innovation soll die Expansion im DACH-Raum beschleunigen und die Entwicklung agentenbasierter KI für Corporate Treasury vorantreiben
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 12. Mai 2026

Das auf KI-gestütztes Treasury Management spezialisierte Fintech Embat hat eine Series-B-Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde vom internationalen Investmentfonds Cathay Innovation. Ebenfalls beteiligt sind die bestehenden Investoren Creandum, Samaipata, 4Founders Capital und Venture Friends.

Mit der Finanzierung will Embat seine Expansion im DACH-Raum beschleunigen und die Weiterentwicklung seiner agentenbasierten KI-Plattform vorantreiben. Das Unternehmen positioniert sich als Anbieter einer neuen Generation von Treasury-Software für mittelständische und große Unternehmen.

Treasury als unterschätzter Hebel in Unternehmen

Viele Finanzabteilungen arbeiten bis heute mit fragmentierten Systemen, manuellen Excel-Prozessen und begrenzter Echtzeit-Transparenz über Liquidität und Zahlungsströme. Hier siedelt Embat sein Geschäftsmodell an.

Das Unternehmen wurde von den ehemaligen J.P.-Morgan-Managern Antonio Berga und Carlos Serrano sowie dem ehemaligen Fintonic-CTO Tomás Gil gegründet. Man will Treasury-Prozesse nicht nur zu digitalisieren, sondern durch KI grundlegend neu zu organisieren.

Die Plattform integriert laut Unternehmensangaben mehr als 15.000 Banken sowie führende ERP-Systeme und ermöglicht Unternehmen dadurch eine zentrale Steuerung ihrer Finanzprozesse in Echtzeit. Dazu gehören unter anderem Liquiditätsmanagement, Cashflow-Prognosen, Kontoabstimmungen und Zahlungsprozesse.

KI von Anfang an Teil der Produktstrategie

Im Gegensatz zu vielen klassischen Finanzsoftware-Anbietern setzt Embat nach eigenen Angaben seit der Gründung konsequent auf künstliche Intelligenz. Bereits 2022 entwickelte das Unternehmen gemeinsam mit Google einen frühen generativen KI-Use-Case für den europäischen Finanzsektor.

Heute steht insbesondere "TellMe" im Mittelpunkt der Produktstrategie. Dabei handelt es sich um einen agentenbasierten KI-Treasury-Analyst, der Cashflow-Muster analysieren, Kontoabstimmungen automatisieren und strategische Handlungsempfehlungen liefern soll.

Cathay Innovation als Hauptpartner für diese Series-B-Runde an Bord zu haben, ist ein natürlicher Schritt in unserer Ambition, der globale Standard für das Treasury Management zu werden.

Carlos Serrano, Co-Founder und Co-CEO Embat

Deutschland und internationale Expansion

Für Embat spielt der deutsche Markt eine zentrale Rolle in der europäischen Wachstumsstrategie. Erst vor rund einem Jahr startete das Unternehmen offiziell im DACH-Raum. Inzwischen verfügt Embat über Teams in München und Berlin.

Zu den Kunden zählen mittlerweile mehr als 400 Unternehmen, darunter bekannte Namen wie 1KOMMA5°, Pliant, sennder, Eraneos, Treatwell und Fever. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen inzwischen rund 150 Mitarbeitende und hat seit seiner Gründung mehr als 50 Millionen Euro Kapital eingesammelt.

Investoren sehen enormes Potenzial im Mittelstand

Die neue Finanzierung soll vor allem in zwei Bereiche fließen: die internationale Expansion sowie die Weiterentwicklung der KI-Technologie.

Dabei setzt Embat gezielt auf den europäischen Mittelstand. Dieser Markt ist aus der Sicht des Unternehmens bislang technologisch unterversorgt.

Die Finanzinfrastruktur der Zukunft erfordert mehr als nur optimierte Treasury-Prozesse – sie verlangt nach einem intelligenten, autonomen Cockpit.

André Reimers, Head of DACH bei Embat

Auch Lead-Investor Cathay Innovation sieht großes Potenzial in der Kombination aus Finanzexpertise und KI-Technologie. Managing Partner Jacky Abitbol erklärt: "Gestützt auf fortschrittliche KI liefert Embat eine robuste, konkrete Antwort auf die Treasury-Anforderungen globaler Konzerne."

KI wird zum Betriebssystem moderner Finanzabteilungen

Der Markt für Treasury-Management befindet sich aktuell in einem tiefgreifenden Wandel. Steigende regulatorische Anforderungen, volatile Märkte und komplexere internationale Zahlungsströme erhöhen den Druck auf Finanzteams. Gleichzeitig entwickelt sich KI zunehmend vom Assistenzwerkzeug zum aktiven Steuerungssystem. Embat sieht sich mit seiner Plattform dabei auf der Höhe der Zeit.

Die aktuelle Finanzierungsrunde zeigt damit nicht nur das Vertrauen der Investoren in das Unternehmen selbst, sondern auch einen größeren Trend im europäischen Fintech-Markt: Finanzsoftware soll künftig nicht mehr nur Daten verwalten, sondern eigenständig analysieren, priorisieren und Handlungsempfehlungen liefern.


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