MedTech

Sedivention erhält dicke 2,9 Millionen Euro gegen Fett

Sedivention sammelt 2,9 Mio. Euro für minimalinvasive Adipositas-Therapie. Neue MedTech-Lösung will Operationen und Dauer-Medikation ersetzen.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Magdeburg, 07. Mai 2026

Das MedTech-Startup Sedivention hat eine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 2,9 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von bmp Ventures mit den IBG Fonds. Weitere Investoren sind unter anderem High-Tech Gründerfonds, Cambridge Ventures, superangels sowie der Investmentarm eines internationalen MedTech-Unternehmens.

Mit dem Kapital will das Unternehmen seine minimalinvasive Therapie zur Behandlung von Adipositas weiterentwickeln und erste klinische Daten für den geplanten Markteintritt generieren.

Herausforderung im Gesundheitswesen

Adipositas zählt zu den größten globalen Gesundheitsproblemen. Laut Prognosen wird die Zahl der Betroffenen bis 2030 auf über eine Milliarde Menschen steigen. Gleichzeitig stoßen bestehende Therapien an ihre Grenzen: chirurgische Eingriffe sind invasiv und nur eingeschränkt zugänglich, während medikamentöse Behandlungen kostenintensiv sind und häufig dauerhaft angewendet werden müssen.

Minimalinvasiver Ansatz ohne Operation

Sedivention verfolgt einen neuen Therapieansatz. Eine einmalige, ambulant durchführbare Behandlung ohne Operation, Implantate oder langfristige Medikation. Die Technologie basiert auf einem speziell entwickelten Kryo-Ballonkatheter, der ähnlich wie bei einer Magenspiegelung eingesetzt wird.

Durch eine gezielte Kältebehandlung werden bestimmte Nervenbahnen des Vagusnervs im Magenbereich beeinflusst. Ziel ist es, die gestörte Regulation von Hunger- und Sättigungsgefühl zu normalisieren und so eine nachhaltige Gewichtsreduktion zu ermöglichen. Laut Ute Nollert adressiert der Ansatz direkt die physiologischen Ursachen der Erkrankung und soll eine langfristige Wirkung erzielen.

Aus der Praxis der Adipositaskliniken müssen wir als Redaktion trotzdem anmerken, dass diese Methode trotzdem einer nachhaltigen Umstellung der Lebensumstände bedarf. Einerseits nehmen Übergewichtige meistens eh schlechtere Lebensmittel zu sich und in diesen sind nur wenige "gute" Nährstoffe vorhanden. Essen diese jetzt einfach nur weniger ohne Ernährungsumstellung, kann dies zu Mangelerscheinungen führen. Andererseits müssen sich auch so die Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten anpassen, da ansonsten der Magen trotz oder gerade wegen des Katheters weiter gedehnt. Dieses Phänomen tritt auf gehäuft bei Patienten im Nachgang einer Schlauchmagen-OP auf. Auch bei einer kritischen Distanz ist jede weitere zugelassene Therapie eine weitere Möglichkeit für Übergewichtige.

Großer Markt mit erheblichem Potenzial

Neben dem medizinischen Bedarf adressiert Sedivention einen milliardenschweren Markt. Die globalen Kosten im Zusammenhang mit Adipositas werden auf mehrere Billionen US-Dollar jährlich geschätzt. CEO Andreas Bröcker sieht in der Technologie das Potenzial, eine skalierbare und international einsetzbare Lösung für diesen Markt zu schaffen.

Nächste Schritte liegen bei Klinik und Regulierung

Ein erster funktionsfähiger Prototyp wurde bereits entwickelt und getestet. Mit der neuen Finanzierung plant das Unternehmen, die Produktentwicklung abzuschließen und eine sogenannte First-in-Human-Studie durchzuführen. Parallel dazu sollen die regulatorischen Voraussetzungen für den Markteintritt geschaffen werden.

Investoren sehen disruptives Potenzial

Auch auf Investorenseite wird der Ansatz als vielversprechend bewertet. Jan Engels hebt die Kombination aus medizinischer Evidenz und Skalierbarkeit hervor. Carlos Figueredo betont das transformative Potenzial der Technologie für einen der größten Gesundheitsmärkte weltweit. Langfristig verfolgt Sedivention das Ziel, invasive chirurgische Eingriffe durch ambulante, interventionelle Verfahren zu ersetzen und damit den Zugang zu effektiven Therapien zu verbessern.


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