AI & FinTech

Causa Prima sammelt 10 Millionen US-Dollar für KI-Netzwerk im B2B-Finanzwesen ein

Causa Prima will Rechnungsstreitigkeiten, Zahlungsbedingungen und Skontoverhandlungen künftig von KI-Agenten in Echtzeit lösen lassen.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · München / Madrid, 16. Juni 2026

Das FinTech-Startup Causa Prima ist aus dem Stealth-Modus hervorgetreten und hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde über 10 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Die Runde wird von Creandum angeführt. Darüber hinaus beteiligen sich Kfund, HelloWorld, Angel Invest sowie zahlreiche prominente Business Angels aus Unternehmen wie Qonto, Pennylane, SAP, ING, SoFi, LIDL und DeepMind.

Das in Madrid und München ansässige Unternehmen verfolgt eine ambitionierte Vision: den Aufbau des weltweit ersten Agent-to-Agent-Netzwerks für B2B-Finanztransaktionen. Auf der Plattform sollen KI-Agenten künftig Verhandlungen, Rechnungsfreigaben, Zahlungsbedingungen und Streitfälle zwischen Unternehmen automatisiert übernehmen.

Erfahrenes Gründerteam mit Unicorn-Hintergrund

Hinter Causa Prima stehen drei Gründer mit Erfahrung im Bereich Finanzinfrastruktur. Besonders hervorzuheben ist Maex Ament, Mitgründer von Taulia, einem Pionier für Dynamic Discounting, der später von SAP übernommen wurde. Taulia bewegte zeitweise Zahlungsvolumina von rund 50 Milliarden US-Dollar pro Quartal über ein Netzwerk von fünf Millionen Lieferanten.

Henrik Gebbing war zuvor Mitgründer des deutschen Krypto-Fintechs Finoa, das Vermögenswerte in Milliardenhöhe verwaltet. Komplettiert wird das Team durch Philip Stanislaus, der bei Oak Security mehr als 600 Enterprise-Sicherheitsaudits verantwortete.

Wenn KI-Agenten miteinander verhandeln

Der Kern der Plattform ist die Überzeugung, dass künftig auf beiden Seiten von Geschäftsprozessen KI-Agenten agieren werden. Während Unternehmen zunehmend KI für Einkauf, Rechnungswesen und Zahlungsabwicklung einsetzen, basiert die zugrunde liegende Infrastruktur noch immer auf menschlichen Prozessen.

Heute müssen beispielsweise offene Rechnungen, Zahlungsdifferenzen oder vorzeitige Zahlungswünsche häufig über lange E-Mail-Ketten zwischen Debitoren- und Kreditorenteams abgestimmt werden. Causa Prima ersetzt diese manuellen Prozesse durch KI-Agenten, die direkt miteinander kommunizieren und Verhandlungen automatisiert durchführen. Nach Angaben des Startups können dadurch Konflikte innerhalb von Sekunden gelöst werden.

Dynamic Discounting auf neuem Niveau

Ein weiteres Einsatzfeld ist das sogenannte Dynamic Discounting. Lieferanten können Preisnachlässe anbieten, wenn Rechnungen früher bezahlt werden. Obwohl darin für Unternehmen erhebliche Einsparpotenziale liegen, scheitert die Umsetzung bislang häufig an manuellen Prozessen.

Causa Prima möchte diese Verhandlungen automatisieren und in Echtzeit zwischen den beteiligten KI-Agenten abwickeln. Dadurch sollen Unternehmen Liquidität effizienter einsetzen und gleichzeitig zusätzliche Erträge generieren können.

Bereits über 3.000 aktive Nutzer

Nach eigenen Angaben nutzen bereits mehr als 3.000 Anwender die Plattform. Das frische Kapital soll vor allem in den Ausbau der Produkt- und Engineering-Teams an den Standorten Madrid und München fließen.

Langfristig verfolgt Causa Prima ein noch größeres Ziel: klassische Zahlungsziele wie Net-30-, Net-60- oder Net-90-Vereinbarungen überflüssig zu machen. Statt fester Fristen sollen KI-Agenten künftig für jede Transaktion individuell den optimalen Zahlungszeitpunkt und die wirtschaftlich sinnvollsten Konditionen aushandeln.

Damit könnte sich das Unternehmen an einem bislang kaum erschlossenen Schnittpunkt zwischen künstlicher Intelligenz, Unternehmensfinanzen und B2B-Zahlungsverkehr positionieren.

Für Investoren ist genau das der spannende Punkt: Während viele KI-Anwendungen bestehende Prozesse lediglich beschleunigen, will Causa Prima die zugrunde liegende Infrastruktur des globalen Zahlungsverkehrs zwischen Unternehmen grundlegend neu denken.


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