ETH-Spin-off ZuriQ sammelt 22,4 Millionen Euro für skalierbare Quantencomputer ein
Das Zürcher Quantencomputing-Startup ZuriQ, ein Spin-off der ETH Zürich, hat eine Seed-Finanzierungsrunde über 22,4 Millionen Euro (25,5 Millionen US-Dollar) abgeschlossen. Die Runde wurde von Quantonation angeführt. Außerdem beteiligten sich FORWARD.one, Extantia, Firgun Ventures sowie sämtliche bisherigen Investoren.
Startbase hatte bereits im Januar 2025 über die damalige Finanzierungsrunde von ZuriQ berichtet. Damals sammelte das Startup 3,8 Millionen Schweizer Franken ein, um seine neuartige Quantencomputer-Architektur weiterzuentwickeln. Nur rund anderthalb Jahre später folgt nun die deutlich größere Seed-Runde, mit der das Unternehmen den nächsten Schritt in Richtung industriell nutzbarer Quantencomputer gehen will.
Neue Architektur soll Skalierungsproblem im Quantencomputing lösen
ZuriQ wurde 2024 von Dr. Pavel Hrmo, Dr. Tobias Sägesser und Dr. Shreyans Jain aus dem Labor von Professor Jonathan Home an der ETH Zürich ausgegründet. Das Unternehmen entwickelt eine neuartige Architektur für Quantencomputer auf Basis sogenannter Trapped-Ion-Qubits.
Bereits bei der ersten Finanzierungsrunde setzte ZuriQ auf einen innovativen Ansatz, der elektrische und magnetische Felder kombiniert, um die Bewegung einzelner Ionen deutlich flexibler zu gestalten. Mit der jetzt vorgestellten Technologie entwickelt das Startup diesen Ansatz konsequent weiter: Statt klassischer eindimensionaler Ionenketten setzt ZuriQ auf eine nativ zweidimensionale Trapped-Ion-Architektur, die deutlich einfacher auf Hunderte oder Tausende Qubits skaliert werden kann.
Erster Demonstrator bereits erfolgreich aufgebaut
Nach Angaben des Startups entstand innerhalb von nur 18 Monaten ein funktionierender Demonstrator mit einer 3×3-Anordnung aus neun individuell steuerbaren Ionen. Die dafür eingesetzten Chips wurden gemeinsam mit Infineon gefertigt und in Zusammenarbeit mit Forschenden der ETH Zürich entwickelt.
Die zweidimensionale Architektur soll künftig deutlich leistungsfähigere Quantenprozessoren ermöglichen und damit den Weg für industrielle Anwendungen ebnen.
Finanzierung soll Wachstum und Chipproduktion beschleunigen
Mit den 22,4 Millionen Euro will ZuriQ sein Team weiter ausbauen, zusätzliche Forschende einstellen und die Chipfertigung skalieren. Ziel ist es, in den kommenden Jahren Quantenprozessoren mit Hunderten von Qubits zu entwickeln und die Technologie in Richtung kommerzieller Anwendungen zu bringen.
Seit der letzten Finanzierungsrunde ist das Unternehmen bereits von vier auf 18 Mitarbeitende gewachsen – ein Zeichen für das hohe Entwicklungstempo des ETH-Spin-offs.
Europas Quantenökosystem gewinnt an Dynamik
Die neue Finanzierung unterstreicht die zunehmende Bedeutung Europas im internationalen Wettbewerb um leistungsfähige Quantencomputer. Mit seiner eigenen Hardwarearchitektur verfolgt ZuriQ einen alternativen Ansatz zu etablierten Trapped-Ion-Systemen und will damit eine der größten technischen Hürden der Branche überwinden: die Skalierung auf leistungsfähige, industriell nutzbare Quantencomputer.

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