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Biogena startet an Wiener Börse und nimmt rund 25 Millionen Euro ein

Biogena startet im direct market plus der Wiener Börse. Bis 2030 will Gründer Albert Schmidbauer den Umsatz von 125 auf 500 Millionen Euro steigern, ohne weitere Investitionen in die Produktionskapazität.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Wien, 10. September 2026

Der österreichische Gesundheitskonzern Biogena hat mit seiner BIOGENA Good Vibes AG den Handel im Segment direct market plus der Wiener Börse aufgenommen. Mit der begleitenden Kapitalerhöhung fließen dem Unternehmen nach Angaben von Gründer und CEO Albert Schmidbauer rund 25 Millionen Euro zu. Etwa 2.500 neue Aktionäre beteiligten sich, der Streubesitz liegt zum Börsenstart bei rund 18 Prozent. Gleichzeitig setzt sich das Salzburger Unternehmen ein ambitioniertes Wachstumsziel: Der Umsatz soll von derzeit rund 125 Millionen Euro bis 2030 auf 500 Millionen Euro steigen.

Börsendebüt mit rund 18 Prozent Streubesitz

Mit dem Handelsstart der BIOGENA Good Vibes AG ist nun die oberste Holdinggesellschaft der BIOGENA GROUP an der Wiener Börse handelbar. Die Aktie wird unter dem Kürzel BIOG geführt. Die Baader Bank übernimmt die Rolle des Market Makers, begleitet wurde die Aktienemission vom Bankhaus Martin. Schmidbauer will die Öffnung für externe Aktionäre allerdings nicht mit einem Rückzug der Gründerfamilie verbinden. Die Familienmehrheit soll nach seinen Angaben dauerhaft erhalten bleiben.

Der direct market plus soll für Biogena gleichzeitig nicht das Ende der Kapitalmarktstrategie sein. Schmidbauer bezeichnet das Segment als "gute Einstiegsstation" und macht deutlich: "Wir haben selbstverständlich mehr vor." Der direct market plus ist ein EU-registrierter KMU-Wachstumsmarkt innerhalb des Vienna MTF. Er soll insbesondere kleineren Unternehmen einen vergleichsweise einfachen Einstieg in den Kapitalmarkt ermöglichen.

Aktie startet mit Kursplus

Auch an der Börse ist Biogena zunächst positiv gestartet. Die Aktie der BIOGENA Good Vibes AG ging mit einem Referenzpreis von 4,80 Euro in den Handel. Am Vormittag des ersten Handelstages notierte das Papier bereits bei 5,15 Euro und damit rund 7,3 Prozent darüber. Für eine belastbare Bewertung der Kursentwicklung ist es allerdings noch zu früh, da die Aktie erst heute in der Handel gestartet ist.

Von 125 auf 500 Millionen Euro Umsatz

Deutlich ambitionierter als das Börsendebüt selbst fallen die mittelfristigen Wachstumsziele aus. Aktuell erzielt die BIOGENA GROUP nach Angaben Schmidbauers einen Umsatz von rund 125 Millionen Euro. Bis 2030 soll dieser auf 500 Millionen Euro steigen und sich damit innerhalb weniger Jahre vervierfachen.

Bemerkenswert ist dabei vor allem eine Aussage des Gründers zur Produktionskapazität: Für das angestrebte Wachstum seien keine zusätzlichen Investitionen in die Produktion notwendig. "Wir müssen dazu keinen einzigen Euro investieren", sagt Schmidbauer mit Blick auf das Umsatzziel.

Die benötigten Produktionskapazitäten seien bereits vorhanden. Damit könnte ein erheblicher Teil des zusätzlichen Kapitals in die kommerzielle Expansion und den Ausbau der Vertriebskanäle fließen.

Deutschland und Apotheken sollen Wachstum treiben

Einen wesentlichen Wachstumshebel sieht Biogena im Ausbau des Vertriebs. Dazu gehört insbesondere der Apothekenmarkt. Der Apothekenvertrieb soll bereits im Oktober starten. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf weiteres Wachstum im E-Commerce sowie eine stärkere Expansion in Deutschland.

Auch das eigene stationäre Konzept wird ausgebaut. Neue sogenannte Biogena Plazas sind in München und Frankfurt geplant. Das Unternehmen erreicht nach eigenen Angaben bereits rund eine Million Kunden und ist mit seinen Angeboten in mehr als 70 Ländern aktiv.

Mehr als Mikronährstoffe

Biogena positioniert sich inzwischen deutlich breiter als ein klassischer Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln. Zum Angebot gehören neben Premium-Mikronährstoffpräparaten auch Diagnostik, funktionelle Gesundheitsprodukte sowie personalisierte Gesundheits- und Longevity-Konzepte. Hinzu kommen Beratungs- und Wissensangebote sowie Aktivitäten im Bereich Biohacking.

Die Strategie folgt damit einem Plattformgedanken rund um Prävention und Gesundheit: Produkte, Diagnostik, Beratung und weitere Dienstleistungen sollen stärker miteinander verbunden werden. Mit dem Kapitalmarktzugang will Biogena diese Positionierung nun auch international weiter ausbauen.

Konzernstrukturen sollen zusammengeführt werden

Ganz neu ist Biogena an der Wiener Börse allerdings nicht. Bereits seit 2020 ist mit der Biogena Group Invest AG ein Teil der Unternehmensgruppe im direct market plus gelistet. Perspektivisch sollen diese Strukturen zusammengeführt werden.

Nach Angaben Schmidbauers ist die Verschmelzung der Biogena Group Invest AG mit der neu gelisteten BIOGENA Good Vibes AG bereits vorbereitet und soll innerhalb weniger Monate umgesetzt werden. Damit würde die derzeit noch auf zwei börsennotierte Gesellschaften verteilte Struktur unter dem Dach der BIOGENA Good Vibes AG gebündelt.

Kapitalmarkt als Ausgangspunkt für die nächste Wachstumsphase

Für Biogena ist der Schritt an die Börse damit vor allem Teil einer größeren Wachstumsstrategie. Die Kapitalerhöhung verschafft dem Unternehmen rund 25 Millionen Euro zusätzliches Kapital, gleichzeitig verbreitert sich mit etwa 2.500 neuen Aktionären die Eigentümerbasis. Entscheidend wird allerdings weniger der Börsenstart selbst als die Umsetzung der ambitionierten Wachstumspläne.

Ein Sprung von rund 125 auf 500 Millionen Euro Umsatz bis 2030 würde einer Vervierfachung des Geschäfts entsprechen. Dass dafür nach Unternehmensangaben keine zusätzlichen Investitionen in Produktionskapazitäten notwendig sind, könnte Biogena finanziellen Spielraum für Vertrieb, Internationalisierung und neue Geschäftsfelder verschaffen.

Mit Apotheken, E-Commerce und der weiteren Expansion in Deutschland sind die ersten Wachstumsfelder bereits definiert. Gleichzeitig deutet Schmidbauer an, dass der direct market plus für Biogena lediglich ein erster Schritt am Kapitalmarkt sein könnte.


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