Ground A sammelt 9,1 Millionen Euro für laserbasierte Drohnenabwehr ein
Das deutsche Defence-Tech-Startup Ground A hat 9,1 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Finanzierung eingesammelt. Angeführt wird die Runde von Vsquared Ventures. Zu den weiteren Investoren gehören unter anderem Quantum Systems, GRIF, Robin Capital, ABACON, Leblon Capital und OVNI Capital sowie mehrere Unternehmer aus der europäischen Defence- und Technologiebranche. Das erst im Januar 2026 gegründete Unternehmen will das Kapital nutzen, um sein erstes Drohnenabwehrsystem GA 1000 zu industrialisieren und eine Serienfertigung in Deutschland aufzubauen.
Ground A entwickelt software- und laserbasierte Systeme zur Drohnen- und Luftabwehr. Nur wenige Monate nach der Gründung hat das Unternehmen nach eigenen Angaben die Prototypenphase der GA 1000 abgeschlossen. Das System befindet sich inzwischen in der Test- und Validierungsphase vor der geplanten Markteinführung.
Vsquared Ventures führt Pre-Seed-Runde an
Die bereits im Juni abgeschlossene Finanzierungsrunde wird von Vsquared Ventures angeführt. Darüber hinaus beteiligen sich Quantum Systems, GRIF, Robin Capital, ABACON, Leblon Capital und OVNI Capital.
Zum Investorenkreis gehören außerdem Florian Seibel, Sven Kruck, J14 Capital, Andreas Nauerz, Marlon Braumann und Arx-Robotics-Geschäftsführer Stefan Roebel.
Europa braucht wirksame Lösungen zur Drohnenabwehr, die nicht nur technologisch funktionieren, sondern schnell industrialisiert und in großen Stückzahlen verfügbar gemacht werden können
Dr.-Ing. Tobias Brune, CEO & Co-Founder Ground A
Damit hat Ground A ein Investorenkonsortium zusammengestellt, das neben klassischem Venture Capital auch Erfahrungen aus Defence Tech, Drohnentechnologie, Software und industrieller Skalierung einbringen soll.
Laser statt klassischer Abfangmunition
Mit der GA 1000 verfolgt Ground A einen anderen Ansatz als klassische kinetische Abwehrsysteme. Die Plattform kombiniert Radar und weitere Sensoren mit Computer Vision, eigener KI und einem Laser als Effektor. Kleine und agile Drohnen sollen dadurch automatisiert erkannt, klassifiziert und verfolgt werden können. Die Entscheidung über den tatsächlichen Einsatz des Effektors bleibt laut Ground A allerdings beim Menschen.
Das System ist mit einem Footprint in der Größe einer Europalette vergleichsweise kompakt konzipiert. Dadurch soll die GA 1000 mobil eingesetzt und zwischen unterschiedlichen Einsatzorten verlegt werden können. Das macht die Technologie nicht ausschließlich für militärische Szenarien interessant. Auch der Schutz von Flughäfen, Energieanlagen, Industrie, Logistikstandorten und anderer kritischer Infrastruktur gehört zu den möglichen Anwendungsfeldern solcher Systeme.
Offene Architektur für bestehende Verteidigungssysteme
Ground A entwickelt die GA 1000 nicht als isoliertes Stand-alone-System. Die Architektur ist nach Angaben des Unternehmens offen sowie hersteller- und systemagnostisch ausgelegt. Dadurch soll sich die Technologie in bestehende Luftverteidigungs-, Führungs- und Leitsysteme integrieren lassen. Darüber hinaus ist eine Einbindung in land-, see- und luftgestützte Plattformen vorgesehen.
Dieser Ansatz könnte für die weitere Kommerzialisierung entscheidend sein. Verteidigungskunden verfügen bereits über komplexe Sensor-, Führungs- und Abwehrsysteme. Neue Technologien müssen deshalb nicht nur für sich funktionieren, sondern sich möglichst reibungslos in vorhandene Strukturen integrieren lassen.
Serienfertigung in Deutschland geplant
Mit den 9,1 Millionen Euro will Ground A nun den Übergang von der Entwicklung zur Industrialisierung vorbereiten. Dafür baut das Unternehmen nach eigenen Angaben eine modulare Serienfertigung in Deutschland auf. Eine weitere Finanzierungsrunde ist bereits für 2027 vorgesehen. Mit ihr sollen die Produktionskapazitäten deutlich erweitert werden.
Ground A will seine Abwehrsysteme nicht nur technisch zur Einsatzreife bringen, sondern anschließend in größeren Stückzahlen produzieren können. Gerade bei der Drohnenabwehr entwickelt sich diese industrielle Skalierbarkeit zunehmend zu einem entscheidenden Faktor. Moderne Konflikte zeigen einen hohen Verbrauch vergleichsweise günstiger unbemannter Systeme. Abwehrlösungen müssen deshalb nicht nur technologisch leistungsfähig sein, sondern auch wirtschaftlich und in ausreichender Stückzahl verfügbar werden.
Erst im Januar 2026 gegründet
Ground A wurde erst im Januar 2026 gegründet und unterhält Standorte in Berlin und Düsseldorf. Bereits im Juni folgte die Pre-Seed-Runde, wenige Monate später befindet sich das erste System nach Unternehmensangaben in der Test- und Validierungsphase. Die GA 1000 soll dabei lediglich den Anfang bilden. Ground A plant eine breitere Produktplattform für Drohnen- und Luftabwehr, auf der weitere Systeme entstehen sollen.
Lead-Investor Vsquared Ventures sieht insbesondere in der Kombination aus Mobilität und Skalierbarkeit Potenzial. „Die Fähigkeit, Drohnen effektiv und kosteneffizient abzuwehren, wird zu einer Schlüsseltechnologie für Europas Sicherheit“, sagt General Partner Benedikt von Schoeler.
Europas Defence-Techs müssen vom Prototyp zur Produktion kommen
Die Finanzierung von Ground A reiht sich in eine wachsende Zahl europäischer Investments in Drohnen- und Drohnenabwehrtechnologien ein. Dabei verschiebt sich der Fokus zunehmend: Nicht mehr allein die Entwicklung eines technisch funktionierenden Prototyps steht im Vordergrund, sondern dessen schnelle Industrialisierung.
Genau hier liegt auch die nächste Herausforderung für Ground A. 9,1 Millionen Euro Pre-Seed-Kapital nur wenige Monate nach der Gründung sind für ein junges deutsches Startup beachtlich. Ob daraus tatsächlich ein relevanter Anbieter für Deutschland, die NATO und verbündete Staaten entsteht, wird jedoch vor allem die nächste Phase zeigen. Die GA 1000 muss ihre Leistungsfähigkeit zunächst in Tests und Validierungen nachweisen. Danach folgen Markteinführung, Produktion und Integration in bestehende Systeme. Ground A plant dafür bereits die nächste Finanzierungsrunde 2027.
Damit steht das Startup exemplarisch für eine zentrale Herausforderung des europäischen Defence-Tech-Booms: Europa benötigt nicht nur mehr neue Verteidigungstechnologien, sondern die industrielle Fähigkeit, erfolgreiche Entwicklungen schnell in großer Stückzahl verfügbar zu machen.

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