AERLIN schließt Seed-Runde für Nurflügel-Flugzeug ab
Das Berliner Luftfahrt-Startup AERLIN hat seine Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Neu an Bord sind die Hamburger eFUEL GROUP, IBB Ventures, private Investoren sowie Mitglieder des Business Angel Clubs Berlin-Brandenburg. Mit dem Kapital will das 2025 gegründete Unternehmen einen ersten personentragenden Prototyp seines Nurflügel-Flugzeugs bauen und die Entwicklung des ersten Serienmodells vorantreiben. Zur Höhe der Finanzierungsrunde wurden keine Angaben gemacht.
Erstes Modell soll zweisitziges Sportflugzeug werden
AERLIN entwickelt ein Flugzeug, das sich grundlegend von der klassischen Kombination aus Rumpf und Tragflächen unterscheidet. Beim sogenannten Nurflügel-Konzept verschmelzen beide Elemente zu einer aerodynamischen Einheit. Das erste geplante Serienprodukt soll ein zweisitziges Sportflugzeug der Ultraleichtklasse mit einer Spannweite von rund zwölf Metern werden. Als mögliche Kunden adressiert das Startup neben privaten Sportpiloten insbesondere Flugschulen und Luftsportvereine.
Mit dem Kapital aus der Seed-Runde soll zunächst der Bau eines Prototyps realisiert werden. Dieser Entwicklungsschritt ist für AERLIN entscheidend, um das bisherige Konzept in Richtung eines personentragenden Flugzeugs weiterzuentwickeln.
Weniger Luftwiderstand soll Energiebedarf reduzieren
Der technologische Ansatz von AERLIN zielt insbesondere auf eine höhere aerodynamische Effizienz. Durch die Integration von Rumpf und Tragfläche soll der Luftwiderstand gegenüber konventionellen Flugzeugkonfigurationen reduziert werden. Dadurch könnte wiederum weniger Energie benötigt werden, um das Flugzeug in der Luft zu halten und zu bewegen.
Mit unserer Nurflügelarchitektur wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die Effizienz zukünftiger Flugzeuge grundlegend zu verbessern“, erklärt.
Aerlin Geschäftsführer und Mitgründer Dr. Alexander Erdmann
AERLIN will damit nicht ausschließlich den Antrieb verändern, sondern bereits bei der grundlegenden Architektur eines Flugzeugs ansetzen.
eFUEL GROUP verbindet Flugzeugbau mit synthetischen Kraftstoffen
Als neuer Gesellschafter beteiligt sich unter anderem die eFUEL GROUP aus Hamburg. Für AERLIN ist die Beteiligung auch strategisch relevant. Die eFUEL GROUP beschäftigt sich mit Investitionen und Projekten rund um eFuels, nachhaltige Flugkraftstoffe und Carbon Management. Damit treffen bei der Beteiligung zwei Ansätze für eine emissionsärmere Luftfahrt aufeinander: eine effizientere Flugzeugarchitektur und alternative Kraftstoffe.
AERLIN bezeichnet die eFUEL GROUP entsprechend als Lead-Investor der Finanzierungsrunde. Dirk Wullenweber, CIO der eFUEL GROUP, sieht in der Zusammenarbeit die Möglichkeit, neue technologische und industrielle Lösungen für eine Defossilisierung des Luftverkehrs weiterzuentwickeln.
Neben der eFUEL GROUP steigt IBB Ventures bei AERLIN ein. Hinzu kommen private Investoren und Mitglieder des Business Angel Clubs Berlin-Brandenburg. IBB Ventures verweist bei seiner Investitionsentscheidung unter anderem auf eine bereits erfolgte Validierung des Konzepts mit einem flugfähigen Modell.
"Uns hat die Vision vom emissionsarmen Fliegen begeistert, die Expertise und Erfahrung des Teams beeindruckt und die strukturierte Herangehensweise mit einer ersten Validierung im flugfähigen Modell überzeugt", sagt Investment Director Stephan Schulze. Mit der Beteiligung sieht der Investor zugleich eine Verbindung zur historischen Bedeutung Berlins als Standort der Luftfahrtentwicklung.
Startup 2025 in Berlin gegründet
AERLIN wurde 2025 von Alexander Erdmann, Alexander Wojczik und Michail Kortt gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Mit Abschluss der Seed-Runde wird auch die Unternehmensstruktur erweitert. Der Unternehmer und Startup-Experte Holger G. Weiss übernimmt den Vorsitz des Beirats.
AERLIN positioniert sich damit in einem Luftfahrtmarkt, in dem derzeit unterschiedliche Wege zur Reduzierung von Emissionen verfolgt werden. Neben nachhaltigen Kraftstoffen und neuen Antriebssystemen kann auch die Effizienz der Flugzeugzelle selbst einen Beitrag leisten. Ein geringerer Energiebedarf könnte unabhängig davon relevant sein, welcher Energieträger oder Antrieb langfristig zum Einsatz kommt.
Die Beteiligung der eFUEL GROUP zeigt allerdings, dass AERLIN zunächst auch synthetische Kraftstoffe als Teil dieser Entwicklung betrachtet. Zur Höhe der Seed-Finanzierung macht das Unternehmen keine Angaben. Der nächste technologische Meilenstein ist dagegen klar: AERLIN muss sein bislang im Modell erprobtes Konzept nun auf ein personentragendes Flugzeug übertragen. Gelingt dieser Schritt, könnte sich zeigen, welches Potenzial die Nurflügel-Architektur für kleinere Flugzeuge tatsächlich bietet.

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