Beelzebub erhält 3 Millionen Euro Seed für KI-basierte Cybersicherheit
Das italienische Cybersecurity-Startup Beelzebub hat eine Seed-Finanzierung in Höhe von 3 Millionen Euro abgeschlossen. Die Finanzierungsrunde wurde exklusiv vom italienischen DeepTech-Investor United Ventures angeführt. Insgesamt hat das Unternehmen damit seit seiner Gründung 3,3 Millionen Euro eingesammelt.
Mit dem frischen Kapital will Beelzebub sein Forschungsteam ausbauen, neue Standorte in Rom und San Francisco eröffnen und seine Expansion in Europa vorantreiben. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Unternehmen, die unter die europäische NIS2-Richtlinie fallen.
KI soll Angreifer mit digitalen Fallen stoppen
Beelzebub entwickelt eine KI-native Cybersecurity-Plattform, die davon ausgeht, dass sich Angreifer bereits im Unternehmensnetzwerk befinden. Statt ausschließlich den äußeren Schutzwall eines Unternehmens zu stärken, setzt die Lösung auf sogenannte Deception Technology: Innerhalb der IT-Infrastruktur werden täuschend echte digitale Fallen platziert, die Server, Datenbanken oder Cloud-Systeme imitieren.
Sobald ein Angreifer mit einer dieser Fallen interagiert, erkennt die Plattform den Angriff automatisch, isoliert betroffene Systeme und startet unmittelbar Gegenmaßnahmen. Anschließend analysiert eine KI den Schadcode und erstellt innerhalb kürzester Zeit einen detaillierten Sicherheitsbericht.
Plattform kombiniert Angriffssimulation und Verteidigung
Die Plattform besteht aus mehreren Modulen, die Angriffssimulation, aktive Verteidigung und automatisierte Malware-Analyse miteinander verbinden. Während das Modul Arcangelo gezielte Cyberangriffe simuliert, verteilt Beelzebub Managed kontinuierlich neue KI-generierte Fallen innerhalb der Infrastruktur. Das Analysemodul Caronte untersucht anschließend erkannte Schadsoftware automatisiert und unterstützt Unternehmen bei der schnellen Reaktion auf Sicherheitsvorfälle.
Die Lösung kann sowohl als Cloud-Service als auch vollständig On-Premises betrieben werden – ein wichtiger Faktor für Unternehmen und Behörden mit besonders hohen Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen.
Expansion angesichts wachsender Cyberbedrohungen
Mit der zunehmenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz verändern sich auch Cyberangriffe. Automatisierte Schadsoftware, KI-generierte Phishing-Kampagnen und selbstlernende Angriffsmethoden erhöhen den Druck auf klassische Sicherheitsteams. Gleichzeitig verschärfen neue europäische Vorgaben wie die NIS2-Richtlinie und der Cyber Resilience Act die Anforderungen an die IT-Sicherheit vieler Unternehmen.
Beelzebub positioniert sich genau in diesem Marktsegment und möchte Unternehmen dabei unterstützen, Angriffe frühzeitig zu erkennen und automatisiert abzuwehren.
Früherkennung bereits bei bekannten Hackergruppen
Nach Angaben des Unternehmens konnte die Plattform bereits frühzeitig die Aktivitäten der Hackergruppe TeamPCP erkennen und dokumentieren, die später mit dem Sicherheitsvorfall bei GitHub in Verbindung gebracht wurde. Mit der neuen Finanzierung will Beelzebub seine Technologie nun weiterentwickeln und künftig auch spezialisierte Schutzmechanismen für KI-Agenten bereitstellen.

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