Seed

Graftcode sammelt 2,1 Mio. Euro ein

Startup will APIs und Middleware komplett überflüssig machen. Mit frischem Kapital konzentriert man sich auf KI-native Softwarearchitekturen und schnelle Skalierung.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Warscau, 14. April 2026

Das polnische Developer-Tools-Startup Graftcode hat 2,1 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt und erhöht damit seine Gesamtfinanzierung auf 6,5 Millionen Euro. Die Seed-Runde wird von Hard2beat angeführt, weitere Investoren sind DigitalOcean Ventures und Heartfelt Capital.

Parallel zur Finanzierung startet das Unternehmen die Beta-Version seiner Plattform, mit der es einen neuen Standard für Software-Integration etablieren will.

Integration als größter Zeitfresser in der Softwareentwicklung

Ein Großteil moderner Softwareentwicklung entfällt nicht auf neue Features, sondern auf die Verbindung bestehender Systeme. Laut Studien fließen rund 70 Prozent der Entwicklungszeit in Integrationsarbeit. Diese Komplexität führt zu steigender technischer Verschuldung und höheren Projektkosten – ein Problem, das sich durch den zunehmenden Einsatz von KI weiter verschärft.

Plattform ersetzt APIs und Middleware

Graftcode setzt an diesem Punkt an und entfernt die klassische Integrationsschicht vollständig. Statt APIs, Middleware oder zusätzlichem Code ermöglicht die Plattform die direkte Kommunikation zwischen Anwendungen unterschiedlicher Programmiersprachen, mit nur einem Befehl. Möglich macht das ein Ansatz namens „Runtime Bridging“.

Die Vorteile:

  • Bis zu 70 % schnellere Service-Interaktionen
  • Reduzierte Cloud-Kosten
  • Unterstützung von 14 Programmiersprachen
  • Kompatibilität mit großen Cloud-Plattformen wie Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud Platform

KI-native Softwarearchitekturen

Mit Blick auf agentische KI-Workflows will Graftcode Systeme von Grund auf kompatibel machen.

CEO Przemysław Ładyński betont, Ziel sei es nicht, bestehende Integrationsmodelle zu optimieren, sondern sie komplett abzuschaffen. Entwickler könnten sich dadurch vollständig auf Business-Logik konzentrieren, während Systeme automatisch KI-ready werden.

Open-Model-Strategie nach Vorbild von Docker

Die Plattform folgt einem offenen Infrastrukturansatz. Der Kern bleibt für Entwickler kostenlos, ganz ähnlich wie bei Docker oder HashiCorp. Mit dieser Strategie will Graftcode schnell eine breite Entwicklerbasis aufbauen. Als Ziel wurde ausgegeben 200.000 Nutzer bis Ende 2026 und langfristig mehrere Millionen Entwickler weltweit.


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