M&A

M&A der Silberrücken: Ravensburger übernimmt Mehrheit an Steiff

Ravensburger übernimmt die Mehrheit an Steiff und sichert damit die Zukunft einer der bekanntesten deutschen Spielwarenmarken.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Ravensburg, 17. Juni 2026

Ansonsten berichten wir nur aus dem Ökosystem Startups, aber diese beiden Unternehmen, haben hoffentlich jeden einzelnen unserer Leser ein paar Jahre seines Lebens im positivsten Sinn begleitet. Die Ravensburger AG steigt als Mehrheitsgesellschafter bei der Margarete Steiff GmbH ein. Mit der Beteiligung verbindet sich eines der bekanntesten deutschen Spieleunternehmen mit einer der traditionsreichsten Marken der internationalen Spielwarenindustrie. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

Für Ravensburger bedeutet der Einstieg eine gezielte Erweiterung seines Markenportfolios. Für Steiff eröffnet die Partnerschaft neue Möglichkeiten für internationales Wachstum und die langfristige Weiterentwicklung der Marke, ohne dabei ihre Eigenständigkeit aufzugeben.

Zwei Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg

Steiff und Ravensburger zählen zu den bekanntesten Familienunternehmen der deutschen Spielwarenbranche. Während Steiff bereits 1880 gegründet wurde und weltweit für seine hochwertigen Plüschtiere mit dem berühmten Knopf im Ohr bekannt ist, entstand Ravensburger nur wenige Jahre später im Jahr 1883 und entwickelte sich zu einem globalen Anbieter von Spielen, Puzzles und Kinderprodukten.

Beide Unternehmen verbindet ein ähnliches Selbstverständnis: hohe Qualitätsstandards, langfristiges Denken und eine starke emotionale Bindung zu ihren Kundinnen und Kunden.

Familiengesellschafter sichern langfristige Zukunft

Verkäufer der Anteile ist die Steiff Beteiligungsgesellschaft, die von den Nachfahren der Unternehmensgründerin Margarete Steiff gehalten wird. Die Familie bleibt weiterhin wesentlich am Unternehmen beteiligt.

Für die Eigentümer stand nach eigenen Angaben nicht allein der Kaufpreis im Vordergrund, sondern die Frage, wer die Marke langfristig weiterentwickeln kann, ohne ihre Identität zu verändern. In Ravensburger habe man einen Partner gefunden, der die Geschichte, Werte und Traditionen des Unternehmens verstehe und respektiere.

Eigenständigkeit bleibt erhalten

Ein zentraler Bestandteil der Vereinbarung ist der Erhalt der Eigenständigkeit von Steiff. Das Unternehmen wird weiterhin vom bisherigen Standort in Giengen an der Brenz aus geführt. Auch die Marke soll ihre eigenständige Positionierung im Premiumsegment behalten. Gleichzeitig eröffnet die Zugehörigkeit zur Ravensburger-Gruppe neue Möglichkeiten bei Internationalisierung, Vertrieb und strategischer Weiterentwicklung.

Ravensburger setzt auf starke Marken

Mit der Übernahme verfolgt Ravensburger seine Strategie, starke und emotional aufgeladene Marken unter dem Dach der Unternehmensgruppe zusammenzuführen. Steiff ergänzt das bestehende Portfolio ideal. Während Ravensburger seit Jahrzehnten für Lern- und Spielprodukte steht, bringt Steiff eine einzigartige Position im Premium-Spielwaren- und Sammlermarkt mit ein.

Beide Unternehmen verfügen über eine hohe Markenbekanntheit weit über Deutschland hinaus und genießen großes Vertrauen bei mehreren Generationen von Kunden.

Wachstum durch gemeinsame Perspektiven

Die Verantwortlichen beider Unternehmen sehen in der Partnerschaft vor allem langfristige Chancen. Ravensburger bringt internationale Erfahrung, Branchenwissen und Ressourcen für weiteres Wachstum ein. Steiff wiederum verfügt über eine weltweit bekannte Marke mit hoher Strahlkraft und emotionaler Bindung.

Welche konkreten Synergien künftig genutzt werden sollen, wurde noch nicht bekannt gegeben. Klar ist jedoch, die Verbindung zweier traditionsreicher deutscher Spielwarenmarken schafft einen neuen Schwergewichtler innerhalb der europäischen Spielwarenbranche. Mit dem Einstieg bei Steiff setzt Ravensburger ein deutliches Zeichen für langfristige Markeninvestitionen und die Bedeutung traditionsreicher Familienunternehmen im internationalen Wettbewerb.


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