Main Capital sammelt 5,25 Milliarden Euro ein und setzt auf Europas nächste Software-Champions
Der auf Enterprise Software spezialisierte Investor hat für seine beiden neuen Fonds Main Capital IX und Main Foundation III insgesamt 5,25 Milliarden Euro eingesammelt. Beide Vehikel erreichten ihre jeweiligen Hard Caps von 4 Milliarden beziehungsweise 1,25 Milliarden Euro. Damit handelt es sich um die bislang größte Private-Equity-Buyout-Fundraising-Initiative in den Niederlanden.
Für Main bedeutet dies einen gewaltigen Wachstumsschritt: Das verwaltete Vermögen steigt auf über 12 Milliarden Euro und liegt damit mehr als doppelt so hoch wie noch bei den Vorgängerfonds.
Investoren erhöhen ihre Einsätze deutlich
Besonders bemerkenswert ist die Unterstützung bestehender Investoren. Die sogenannte Re-Up-Quote lag bei über 120 Prozent. Viele bestehende Kapitalgeber investierten also nicht nur erneut, sondern erhöhten ihre Zusagen sogar deutlich.
Gleichzeitig konnte Main zahlreiche neue institutionelle Investoren gewinnen. Dazu zählen unter anderem das State Teachers' Retirement System of Ohio, die Korean Teachers' Credit Union sowie AkademikerPension. Auch Investoren aus den USA, Asien und dem Nahen Osten beteiligten sich an den Fonds.
Für ein Marktumfeld, das in den vergangenen Jahren von schwierigen Fundraising-Bedingungen geprägt war, ist dies ein außergewöhnliches Signal.
Europas Softwaremarkt bleibt das Kernziel
Main Capital konzentriert sich seit mehr als zwei Jahrzehnten auf profitable Enterprise-Software-Unternehmen im Lower Mid-Market. Die Strategie besteht darin, etablierte Softwareanbieter zu übernehmen, deren Wachstum zu beschleunigen und durch gezielte Zukäufe größere europäische Softwaregruppen aufzubauen.
Mit den neuen Fonds plant Main Eigenkapitalinvestitionen zwischen 5 und 150 Millionen Euro pro Unternehmen.
Im Fokus bleiben die Kernmärkte Benelux, DACH, Skandinavien, Frankreich und Nordamerika. Neu hinzu kommt nun das Vereinigte Königreich. Dort sieht Main einen der attraktivsten Enterprise-Software-Märkte Europas und möchte künftig verstärkt Plattforminvestitionen tätigen.
KI verändert die Spielregeln im Softwaremarkt
Neben der geografischen Expansion richtet sich der Blick insbesondere auf die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz. Für Main steht außer Frage, dass KI die Entwicklung, Vermarktung und Skalierung von Unternehmenssoftware grundlegend verändern wird. Besonders in Bereichen wie HealthTech, GovTech, Infrastructure Software oder PropTech entstehen neue Chancen für bestehende Anbieter ebenso wie für neue Marktführer.
Anders als klassische Venture-Capital-Investoren setzt Main dabei auf profitable Unternehmen mit etablierten Kundenbeziehungen und klaren Geschäftsmodellen. Die Herausforderung besteht darin, KI nicht nur als Produktmerkmal einzuführen, sondern als Wachstumsmotor für ganze Softwareplattformen zu nutzen. Mit einem Portfolio von mehr als 55 Softwareunternehmen verfügt Main dabei über eine breite Basis, um diese Entwicklungen aktiv voranzutreiben.
Eine beeindruckende Erfolgsbilanz
Dass Investoren dem Unternehmen weiterhin großes Vertrauen schenken, dürfte auch an der bisherigen Performance liegen. Seit Gründung hat Main 38 Unternehmensverkäufe realisiert und dabei eine durchschnittliche Bruttorendite von 4,7x erzielt. Die Verlustquote liegt laut Unternehmen bei deutlich unter 0,5 Prozent.
Die Kombination aus Spezialisierung, operativer Unterstützung und langfristiger Branchenexpertise hat Main zu einem der wichtigsten Software-Investoren Europas gemacht.
Konsolidierung und KI treiben die nächste Wachstumsphase
Für Main Capital beginnt mit dem Abschluss des Fundraisings nun die nächste Wachstumsphase. Die europäischen Softwaremärkte bleiben stark fragmentiert. Gleichzeitig sorgt die rasante Entwicklung von KI-Technologien für neue Anforderungen und Chancen bei Softwareanbietern. Genau an dieser Schnittstelle sieht Main die größten Potenziale der kommenden Jahre.
Während viele Investoren noch über die Auswirkungen von KI diskutieren, sammelt Main bereits Milliarden ein, um die Unternehmen zu finanzieren, die von diesem Wandel profitieren sollen. Das Rekord-Fundraising ist deshalb nicht nur ein Erfolg für den Investor selbst, sondern auch ein deutliches Signal dafür, wie attraktiv Enterprise Software als Anlageklasse aktuell eingeschätzt wird.

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