Fonds

CODE Capital startet mit 10 Millionen Euro

50.000 bis 100.000 Euro innerhalb von 14 Tagen. CODE Capital will als First-Check-Investor die nächste Generation europäischer Tech-Gründer finanzieren.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 01. Juli 2026

Die Berliner CODE University of Applied Sciences gilt längst als eine der erfolgreichsten Gründerhochschulen Europas. Mit CODE Capital erhält das Startup-Ökosystem der Hochschule nun einen eigenen Frühphasenfonds, der gezielt die Finanzierungslücke in der allerersten Gründungsphase schließen soll. Der neue Fonds startet mit einem Zielvolumen von zehn Millionen Euro und richtet sich an technologiegetriebene Gründerinnen und Gründer aus dem Umfeld der Hochschule.

Initiiert wurde CODE Capital von den Serienunternehmern und Investoren Stephan Schambach und Younes Ouaqasse. Die operative Leitung übernimmt Prof. Dr. Julia Köhn, Professorin für Entrepreneurship an der CODE, selbst Seriengründerin und Investorin.

Finanzierung dort, wo andere noch nicht investieren

Mit dem neuen Fonds positioniert sich CODE Capital bewusst als sogenannter First-Check-Investor. Investiert werden soll in einer Phase, in der klassische Venture-Capital-Fonds, Business Angels, Banken oder öffentliche Förderprogramme häufig noch zurückhaltend sind.

Die ersten Investments sollen zwischen 50.000 und 100.000 Euro liegen. Ziel ist es, Gründerteams bereits in den ersten Entwicklungsphasen zu unterstützen und sie bei erfolgreicher Entwicklung langfristig bis hin zu späteren Finanzierungsrunden oder einem möglichen Exit zu begleiten.

Über die Investments entscheidet ein unabhängiges Investment Committee. Die regulatorische Verwaltung des Fonds übernimmt eine spezialisierte deutsche Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft.

Eine der erfolgreichsten Gründerhochschulen Europas

Die Ausgangsbasis für den Fonds ist bemerkenswert. Nach Angaben der Hochschule haben Studierende und Alumni der CODE University innerhalb der vergangenen acht Jahre mehr als 250 Millionen Euro Venture Capital eingeworben. Neun Gründerteams wurden bereits in das renommierte US-Accelerator-Programm Y Combinator aufgenommen. Der Gesamtwert der aus dem Umfeld der Hochschule hervorgegangenen Unternehmen liegt inzwischen bei mehr als einer Milliarde Euro.

Im aktuellen Ranking des Venture-Capital-Unternehmens Redstone gilt die Berliner Hochschule als führende Gründeruniversität Europas. Gleichzeitig belegt sie Spitzenplätze in deutschen Hochschulrankings für Informatik, Data Science und Cyber Security.

Unternehmerisches Netzwerk als Wettbewerbsvorteil

Ein wesentlicher Baustein des Fondsmodells ist der direkte Zugang zu erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern. Die Initiatoren setzen dabei auf die Nähe zur Hochschule und den frühen Kontakt zu vielversprechenden Gründerteams.

Gerade dieser Informationsvorsprung soll es ermöglichen, außergewöhnliche Talente und Technologien frühzeitig zu identifizieren – lange bevor sie auf dem Radar klassischer Investoren erscheinen. Ausgewählte Teams sollen zusätzlich von persönlichem Coaching und einem engen Austausch mit erfahrenen Gründern und Investoren profitieren.

Fokus auf technische Gründer und Deep-Tech-Themen

Investieren will CODE Capital europaweit und technologieoffen – allerdings mit einem klaren Fokus auf sogenannte "Builder-Founders", also Gründerinnen und Gründer, die die technologische Basis ihrer Unternehmen selbst entwickeln.

Zu den bevorzugten Themenfeldern zählen insbesondere spezialisierte KI-Anwendungen für Branchen wie Industrie und Gesundheitswesen, technologische Infrastruktur für leistungsfähigere Rechenprozesse sowie Lösungen im Bereich quantensicherer Verschlüsselung.

Um den oft entscheidenden Geschwindigkeitsvorteil in frühen Unternehmensphasen zu gewährleisten, verspricht der Fonds zudem eine Investitionsentscheidung innerhalb von 14 Tagen zu standardisierten Konditionen.

Ein neues Modell für die Frühphasenfinanzierung?

Mit CODE Capital entsteht nicht nur ein weiterer Frühphasenfonds, sondern zugleich ein interessantes Modell für die Verzahnung von Hochschulen, Unternehmertum und Venture Capital. Während Universitäten traditionell Wissen vermitteln und Inkubatoren unterstützen, positioniert sich die CODE University nun auch als institutioneller Frühphaseninvestor für die eigenen Gründerinnen und Gründer.

Sollte das Modell erfolgreich sein, könnte es Vorbildcharakter für weitere europäische Hochschul-Ökosysteme entwickeln.


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