3VC investiert in Aderis und setzt auf KI-native Zukunft von ERP und Finance

ERP-Systeme stehen vor einem KI-Umbruch. 3VC setzt mit seinem Investment in Aderis darauf, dass die nächste Generation von Finanzsoftware KI-nativ, modular und API-first aufgebaut sein wird.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Zürich, 11. August 2026

Der österreichische Venture-Capital-Investor 3VC investiert in das Schweizer FinTech Aderis. Mit dem neuen Kapital will das Unternehmen seine KI-native Finanzplattform weiterentwickeln und sich langfristig als europäischer Anbieter in der FinTech-ERP-Kategorie etablieren. Angaben zur Höhe des Investments wurden nicht gemacht.

Aderis setzt auf eine Finanzsoftware, bei der Künstliche Intelligenz nicht nachträglich in bestehende ERP-Strukturen integriert wird, sondern von Beginn an den technologischen Kern bildet. Damit adressiert das Unternehmen insbesondere mittelständische und größere Unternehmen, für die klassische Buchhaltungssoftware zunehmend an ihre Grenzen stößt.

3VC setzt auf nächste ERP-Generation

Hinter dem Investment steht die These, dass der Markt für ERP- und Finanzsoftware vor einem größeren technologischen Umbruch steht. Viele etablierte Systeme erreichen das Ende ihrer Lebenszyklen und lösen damit neue Migrationsentscheidungen bei Unternehmen aus. Gleichzeitig verschärft der Fachkräftemangel im Accounting den Druck, bislang manuelle Prozesse stärker zu automatisieren.

Hinzu kommt die Entwicklung generativer und agentenbasierter KI-Systeme. 3VC geht davon aus, dass die nächste Generation von ERP-Plattformen deshalb KI-nativ, modular und API-first aufgebaut sein wird. Aderis soll genau an dieser Schnittstelle ansetzen. Die Plattform verbindet klassische Finanzprozesse mit KI-gestützter Automatisierung und soll Unternehmen ermöglichen, zunehmend agentenbasierte Workflows einzusetzen.

Buchhaltung auf einem KI-basierten Kern

Aderis bezeichnet seine Lösung als "Live Finance Plattform". Die Buchhaltung läuft dabei auf einem KI-basierten Kern und soll weitgehend autonom abgewickelt werden können. Gleichzeitig legt das Unternehmen Wert auf Nachvollziehbarkeit: Jede Zahl und Buchung soll bis zu ihrer ursprünglichen Quelle zurückverfolgt werden können.

Die offene Architektur ist darauf ausgelegt, den gesamten Finanzzyklus über unterschiedliche Bücher und Währungen hinweg in Echtzeit zu orchestrieren. Damit versucht Aderis, Automatisierung und die für Finanzabteilungen notwendige Kontrolle miteinander zu verbinden. Entwickelt wurde die Plattform speziell mit Blick auf Anforderungen in der Schweiz und Europa.

Mittelstand und größere Unternehmen

Aderis richtet sich branchenübergreifend an mittelständische und größere europäische Unternehmen. Nach eigenen Angaben wird die Plattform bereits von Kunden aus Produktion, E-Commerce, Medtech und Hospitality eingesetzt.

Damit bewegt sich das Unternehmen in einem Markt, der zunehmend von neuen KI-nativen Anbietern herausgefordert wird. Während traditionelle ERP-Systeme häufig über Jahre gewachsene Softwarearchitekturen besitzen, können jüngere Unternehmen ihre Produkte von Beginn an auf Automatisierung und den Einsatz von KI-Agenten ausrichten.

Gerade für wachsende Unternehmen entsteht dadurch eine neue Alternative: Statt nach dem Herauswachsen aus einfachen Buchhaltungslösungen zwangsläufig auf komplexe traditionelle ERP-Systeme umzusteigen, sollen Plattformen wie Aderis einen stärker automatisierten Zwischenschritt beziehungsweise eine neue Generation dieser Systeme ermöglichen.

Aderis will europäischer Marktführer werden

Mit 3VC gewinnt das Unternehmen nun einen Investor, der diese Entwicklungsthese teilt. Ziel ist es, Aderis auf dem Weg zu einem führenden europäischen Anbieter innerhalb der entstehenden FinTech-ERP-Kategorie zu begleiten.

Mit 3VC waren wir vom ersten Moment an auf derselben Linie, und das ist bis heute so geblieben.

Elian Kool, CEO Aderis

Wie viel Kapital 3VC in das Unternehmen investiert und ob weitere Investoren an der Finanzierung beteiligt sind, geht aus der Bekanntgabe nicht hervor. Aderis will die Veränderungen durch KI nutzen, um klassische Finanz- und ERP-Prozesse neu aufzubauen – mit Automatisierung und KI-Agenten als Bestandteil der Kernarchitektur statt als nachträgliche Ergänzung.


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