Fitness

Reformer Club erhält 2 Millionen Euro von Vorwerk Ventures

2 Millionen Euro für 50 Studios. Die Gründerinnen Marlene Schöbel und Stephanie Adolf wollen ihre Premium-Pilates-Brand jetzt deutschlandweit und anschließend in Europa ausrollen.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · München, 27. August 2026

Das Münchner Fitness-Startup Reformer Club erhält 2 Millionen Euro von Vorwerk Ventures. Mit dem frischen Kapital wollen die Gründerinnen Marlene Schöbel und Stephanie Adolf ihr Studiokonzept deutlich ausbauen. Von aktuell fünf Standorten soll das Netzwerk bis Ende 2029 auf 50 Studios wachsen. Nach der Expansion innerhalb Deutschlands ist auch der Eintritt in weitere europäische Märkte geplant.

Von fünf auf 50 Studios

Reformer Club wurde 2024 in München gegründet und eröffnete Ende desselben Jahres sein erstes Studio. Weniger als zwei Jahre später betreibt das Unternehmen fünf Standorte in München, Hamburg und Berlin.

Die nächste Expansionsstufe läuft bereits. Studios in Mannheim, Düsseldorf und Frankfurt befinden sich derzeit im Ausbau. Mit den 2 Millionen Euro von Vorwerk Ventures soll der Roll-out beschleunigt werden. Das langfristige Ziel ist sehr ambitioniert. Bis Ende 2029 wollen die Gründerinnen insgesamt 50 Studios betreiben und Reformer Club als Premium-Brand für Reformer Pilates in Europa etablieren.

Vorwerk Ventures setzt auf Boutique Fitness

Investor Vorwerk Ventures sieht insbesondere im wachsenden Markt für Boutique-Fitness-Angebote Potenzial. Diese entwickelten sich zunehmend zu einem "Third Space" neben Zuhause und Arbeitsplatz, in dem Training und Community miteinander verbunden werden.

Reformer Club besetzt den Bereich mit einem skalierbaren Premium-Konzept und hat dies bereits an Standorten wie München, Berlin und Hamburg unter Beweis gestellt.

Peter Schmetz, Principal bei Vorwerk Ventures

Reformer Pilates sei dabei einer der wesentlichen Treiber, während das Angebot in Deutschland im europäischen Vergleich noch begrenzt sei, erklärt Peter Schmetz, Principal bei Vorwerk Ventures.

Mehr als ein klassisches Pilates-Studio

Das Konzept von Reformer Club basiert auf den drei Säulen "Reform. Refuel. Connect.". Im Mittelpunkt steht ein Contemporary Class Style, der klassische Reformer-Pilates-Elemente mit funktionellen Kraftübungen zu einem Ganzkörpertraining kombiniert.

Dabei setzt das Startup auf eine mittlere Gruppengröße. Während andere Anbieter entweder mit großen Gruppen von mehr als 30 Personen oder mit Kleingruppen von weniger als zehn Teilnehmern arbeiten, sollen bei Reformer Club rund 15 Personen gemeinsam trainieren. Damit wollen die Gründerinnen persönliche Betreuung und Korrekturen durch die Trainer mit der Dynamik eines Gruppenworkouts verbinden.

Studios sollen zum Social Space werden

Auch außerhalb des Trainings will sich Reformer Club von klassischen Fitnessstudios abheben. Die Standorte sind als soziale Treffpunkte konzipiert und verfügen neben den Trainingsflächen unter anderem über Health Bars, Community Areas, Duschen und andere Premium-Angebote.

Ein charakteristischer Industrial Look soll gleichzeitig für einen hohen Wiedererkennungswert der Marke sorgen. Ergänzt wird das Angebot durch kuratierte Marken- und Community-Events. Die Studios sollen damit nicht ausschließlich Orte für Sport sein. Die Gründerinnen wollen Räume schaffen, in denen Mitglieder trainieren, sich erholen und mit anderen Menschen austauschen können.

Die Academy soll Wachstum ermöglichen

Eine Herausforderung beim schnellen Ausbau eines Studiokonzepts ist die gleichbleibende Qualität über unterschiedliche Standorte hinweg. Reformer Club hat dafür eine eigene Academy aufgebaut.

Über drei Trainingslevel und definierte Standards sollen neue Instructor ausgebildet und der Trainerpool erweitert werden. Ziel ist es, die Trainingsqualität unabhängig vom jeweiligen Standort möglichst einheitlich zu halten. Damit schafft das Unternehmen gleichzeitig eine wichtige operative Voraussetzung für die geplante Expansion. Bei perspektivisch 50 Studios muss nicht nur die Zahl der Standorte, sondern auch die Verfügbarkeit entsprechend ausgebildeter Trainer skalieren.

Gründerinnen kennen das Produkt aus eigener Erfahrung

Hinter Reformer Club stehen Marlene Schöbel und Stephanie Adolf. Die beiden Gründerinnen verbindet eine langjährige Freundschaft sowie eine frühere gemeinsame Gründung. Beide sind selbst als Reformer-Trainerinnen ausgebildet und bringen zusätzlich Erfahrung aus der Beratung mit.

Schöbel entdeckte Reformer Pilates während eines Beratungsprojekts im Ausland und sah anschließend eine Marktlücke in Deutschland. Daraus entstand die Idee, das Trainingskonzept zunächst deutschlandweit und später auch in Europa verfügbar zu machen.

Next Step Europa

Mit Vorwerk Ventures erhält Reformer Club nun einen institutionellen Investor für die nächste Wachstumsphase. Zunächst steht der weitere Ausbau des deutschen Standortnetzes im Mittelpunkt. Anschließend soll die Marke auch in anderen europäischen Ländern etabliert werden.

Für Reformer Club beginnt damit die entscheidende Skalierungsphase. Innerhalb von etwas mehr als drei Jahren soll aus dem kleinen Netzwerk eine echte Kette mit 50 Standorten entstehen. Gelingt es den Gründerinnen dabei, Trainingsqualität, Community-Ansatz und Premium-Positionierung über eine wachsende Zahl von Studios hinweg beizubehalten, könnte aus dem Münchner Fitness-Startup eine europaweit skalierbare Boutique-Fitness-Marke entstehen.


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