Circular Materials erhält 11,8 Millionen Euro für den Ausbau seiner Rohstoff-Recyclingtechnologie
Das italienische ClimateTech-Scale-up Circular Materials hat eine SAFE-Finanzierung über 11,8 Millionen Euro abgeschlossen. An der Runde beteiligen sich CDP Venture Capital, der European Innovation Council Fund, EIT RawMaterials, 360 Capital, Corbites und Lumar S.r.l.. Mit dem Kapital will das Unternehmen seine Technologie zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus industriellem Abwasser im großen Maßstab ausrollen.
Im Fokus der Finanzierung stehen der Ausbau der operativen Kapazitäten, die Weiterentwicklung der firmeneigenen SWaP™-Technologie sowie der Bau eines weiteren industriellen Recovery-Hubs im italienischen Ferrara.
Kritische Rohstoffe aus Industrieabwässern zurückgewinnen
Circular Materials wurde 2019 gegründet und entwickelt Verfahren zur Rückgewinnung wertvoller Metalle aus industriellen Abwässern. Statt diese Stoffe im Rahmen der Abwasserbehandlung zu verlieren, werden sie als sogenannte Sekundärrohstoffe aufbereitet und erneut in industrielle Wertschöpfungsketten eingebracht.
Die Technologie adressiert damit gleich zwei Herausforderungen: den steigenden Bedarf an kritischen Rohstoffen für Europas Industrie sowie die Reduzierung von Umweltbelastungen durch industrielle Produktionsprozesse.
Mehr als 99 Prozent der Metalle zurückgewinnen
Kern der Plattform ist die eigens entwickelte Supercritical Water Precipitation (SWaP™)-Technologie. Sie soll nach Unternehmensangaben mehr als 99 Prozent der gelösten Metalle aus komplexen Industrieabwässern zurückgewinnen und gleichzeitig die Entstehung gefährlicher Klärschlämme deutlich reduzieren.
Zum Einsatz kommt die Lösung unter anderem in Branchen wie der Metallveredelung, Galvanik, Batterie-Recycling und der chemischen Industrie.
Ausbau der europäischen Kreislaufwirtschaft
Bereits heute betreibt Circular Materials eine industrielle Anlage im italienischen Padua. Anfang des Jahres erhielt der Standort den End-of-Waste-Status gemäß der europäischen Abfallrahmenrichtlinie. Dadurch können die zurückgewonnenen Materialien offiziell als Sekundärrohstoffe wieder in industrielle Lieferketten eingebracht werden.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt das Unternehmen 2025 durch die Auswahl seines Projekts RECOVER-IT im Rahmen des European Critical Raw Materials Act (CRMA). Die Initiative soll Europas Versorgung mit strategisch wichtigen Rohstoffen unabhängiger und widerstandsfähiger machen.
Recovery-Hub in Ferrara in Planung
Mit der neuen Finanzierung plant Circular Materials den Aufbau einer weiteren industriellen Anlage in Ferrara. Sie soll die Verarbeitungskapazität deutlich erhöhen und als Blaupause für weitere Recovery-Hubs in europäischen Industrieregionen dienen.
Damit positioniert sich das Unternehmen als einer der europäischen Vorreiter für die Rückgewinnung kritischer Rohstoffe aus industriellen Abfallströmen und leistet einen Beitrag zur Stärkung der europäischen Kreislaufwirtschaft.

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