Kreislaufwirtschaft

reverse.fashion erhält siebenstelliges HTGF-Investment für KI-gestützte Textilsortierung

KI statt Handarbeit: reverse.fashion entwickelt Sortiertechnologie, die gebrauchte Kleidung präziser für Wiederverkauf und Recycling klassifiziert.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 08. Juli 2026

Das Berliner KI-Startup reverse.fashion will mit einer intelligenten Sortiertechnologie jedes Jahr Millionen Tonnen von Alttextilien soriteren und hat dafür eine siebenstellige Erweiterung seiner Pre-Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen.

Das Investment kommt vom High-Tech Gründerfonds (HTGF). Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen den Markteintritt seiner industriellen Sortierlösung beschleunigen und bestehende Pilotprojekte weiter ausbauen.

KI soll den Flaschenhals der Textilkreislaufwirtschaft beseitigen

Damit aus gebrauchten Kleidungsstücken wieder hochwertige Secondhand-Ware oder Recyclingmaterial werden kann, müssen Textilien zunächst möglichst präzise sortiert werden. Genau hier stoßen manuelle Prozesse zunehmend an ihre Grenzen.

reverse.fashion setzt deshalb auf KI-gestützte Sortieranlagen, die Kleidungsstücke automatisch nach Kriterien wie Zustand, Marke, Stil, Größe oder Materialzusammensetzung analysieren und digital erfassen. Auf dieser Basis können Textilien anschließend gezielt dem Wiederverkauf oder hochwertigen Recyclingprozessen zugeführt werden.

Mit der erfolgreichen Pilotphase und dem aktuellen Markteintritt treten wir in eine neue Unternehmensphase ein. Umso mehr freuen wir uns, mit dem HTGF einen erfahrenen Partner an unserer Seite zu wissen

Mario Osterwalder, Co-Founder reverse.fashion

Nach Unternehmensangaben steigert die Technologie die Produktivität von Sortierbetrieben um rund 40 Prozent und erhöht gleichzeitig die Erlöse um etwa 20 Prozent.

Vom Pilotprojekt in den Markt

Mit der neuen Finanzierung rückt nun der kommerzielle Rollout in den Mittelpunkt. Die bereits laufenden Pilotprojekte rund um die Softwarelösung co.sort sollen ausgeweitet werden. Parallel startet reverse.fashion die Markteinführung der industriellen Komplettlösung line.sort, die automatisierte Sortierprozesse im großen Maßstab ermöglichen soll.

Bild reverse.fashion

Ziel ist es, die bisher überwiegend manuelle Textilsortierung durch KI-gestützte Systeme effizienter, wirtschaftlicher und skalierbarer zu gestalten.

Kreislaufwirtschaft braucht intelligente Infrastruktur

Die Finanzierung zeigt, dass sich Investoren zunehmend auf Technologien konzentrieren, die zentrale Engpässe der Circular Economy lösen. Gerade in der Textilindustrie entscheidet eine präzise Sortierung darüber, ob Kleidung erneut verkauft, hochwertig recycelt oder letztlich entsorgt wird.

Steigende regulatorische Anforderungen wie EPR und EU‑Vorgaben treiben die Transformation der Textilbranche voran. reverse.fashion adressiert mit seiner KI‑Technologie ein zentrales Bottleneck und schafft die Grundlage für mehr Effizienz und Profitabilität.

Dr. Anne Umbach, Senior Investment Managerin beim HTGF

Mit der Kombination aus künstlicher Intelligenz, Automatisierung und Digitalisierung adressiert reverse.fashion damit einen bislang oft unterschätzten Teil der Wertschöpfungskette und könnte dazu beitragen, dass textile Kreisläufe künftig wirtschaftlicher funktionieren.


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