Funding

WhyBrilliant sammelt 1 Million Euro ein und will Recruiting mit Voice AI neu erfinden

Keine Bewerbungen mehr schreiben? WhyBrilliant setzt auf KI-Agenten, die Kandidaten und Unternehmen automatisch zusammenbringen. Jetzt mit einer Millionen frischem Kapital.
News von Marc Nemitz Marc Nemitz · Berlin, 16. Juni 2026

Das Berliner HR-Tech-Startup WhyBrilliant hat eine Pre-Seed-Finanzierung über 1 Million Euro abgeschlossen. Alleiniger Investor ist Merantix Capital. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine KI-gestützte Recruiting-Plattform ausbauen, das Team vergrößern und die Expansion auf Unternehmensseite in Europa vorantreiben.

Statt Bewerberinnen und Bewerber durch immer mehr Stellenanzeigen zu schicken, dreht WhyBrilliant den Recruiting-Prozess um. Unternehmen bewerben sich gewissermaßen bei passenden Talenten.

Recruiting leidet unter Ineffizienz

Der Arbeitsmarkt ist digitaler denn je und dennoch bleiben viele Bewerbungsprozesse frustrierend. Kandidaten verschicken zahlreiche Bewerbungen, erhalten oft nur wenige Einladungen und warten häufig vergeblich auf Rückmeldungen. Gleichzeitig kämpfen Unternehmen mit überfüllten Bewerberpipelines, automatisierten Filterprozessen und steigenden Kosten für Recruiting und Talentgewinnung.

WhyBrilliant sieht die Ursache in den bestehenden Marktmechanismen. Jobbörsen verdienen an Klicks, Recruiter an erfolgreichen Vermittlungen und Karriereberater an ihrer Beratungszeit. Ob eine Stelle wirklich zum Menschen passt, gerate dabei oft in den Hintergrund.

Zwei KI-Agenten für den perfekten Fit

Das 2026 gestartete Startup setzt deshalb auf ein agentisches Modell. Der erste KI-Agent namens "Nova" vertritt die Interessen der Talente. Er analysiert täglich mehr als eine Million offene Stellen in Deutschland und sucht nach Positionen, die tatsächlich zu den Fähigkeiten, Erfahrungen und Karrierewünschen der Kandidaten passen.

Der zweite Agent "Atlas" arbeitet auf Unternehmensseite. Er analysiert offene Positionen und erstellt vorqualifizierte Kandidatenlisten.

Erst wenn beide Agenten einen Mehrwert erkennen, wird der Kontakt hergestellt.

Voice AI als Schlüsseltechnologie

Im Zentrum der Plattform steht moderne Sprach-KI. Die Gründer Patrick Böert und Aleksander Heimrath sind überzeugt, dass Voice AI inzwischen einen Reifegrad erreicht hat, der echte Gespräche mit Kandidaten in großem Maßstab ermöglicht.

Anstelle von Lebensläufen und Stichwortlisten führt WhyBrilliant ausführliche Gespräche mit Kandidaten und erstellt daraus ein deutlich umfassenderes Kompetenz- und Persönlichkeitsprofil. Dieses soll Unternehmen helfen, geeignete Talente schneller zu identifizieren und Fehlbesetzungen zu vermeiden.

Bereits mehr als 1.500 Fachkräfte auf der Plattform

Noch vor dem öffentlichen Marktstart hat WhyBrilliant zunächst die Kandidatenseite aufgebaut. Nach Unternehmensangaben haben bereits mehr als 1.500 erfahrene Fachkräfte aus dem Technologiesektor die Plattform genutzt.

Dazu zählen Senior Specialists, Teamleiter sowie Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen der deutschen Tech-Branche. Die Gründer sehen darin eine wichtige Grundlage für den weiteren Ausbau der Plattform.

Merantix setzt auf "Service-as-Software"

Für Merantix Capital ist WhyBrilliant ein Beispiel für die nächste Generation KI-basierter Dienstleistungen.

Anstatt lediglich Recruiting-Software bereitzustellen, übernimmt die Plattform selbst Aufgaben, die bislang von Recruitern durchgeführt wurden. Merantix-Co-Founder Dr. Rasmus Rothe sieht darin erhebliches Potenzial für den globalen HR-Markt, dessen Volumen auf rund 380 Milliarden Euro geschätzt wird.

Mit dem frischen Kapital will WhyBrilliant seine Technologie weiterentwickeln, neue Unternehmenskunden gewinnen und seine Expansion über Deutschland hinaus vorbereiten.


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